Auch nach dem jüngsten grauenvollen Terroranschlag eines islamfaschistischen Menschenfeindes gegen Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD) in Berlin am späten Abend des 25.Juli mit – Stand 27.07. um 19 Uhr – einem Todesopfer und 29 Verletzten erleben wir einmal mehr das alte Spiel:
floskelartige Beileidsbekundungen, pseudo-trotzige „Jetzt erst recht!“-Appelle und vor allem: das ohrenbetäubende Schweigen gegenüber der hinter diesem Mordanschlag gegen die freiheitliche Gesellschaft stehenden Ideologie: nämlich derjenigen des radikalen Islam! (Nebenkriegsschauplätze um die korrekte Wortwahl vermeide ich bewusst: Ganz gleich, ob vom „Islamismus“, „politischen Islam“, „radikalem Islam“ etc. die Rede sein mag, in allen Fällen dürfte klar sein, dass jeweils eine zutiefst freiheitsfeindliche Weltanschauung gemeint ist, die sich aus zentralen Quellen der Religion des Islam (Koran und Sunna, also die Überlieferungen über das Leben Mohammeds) speist. Gewaltbereit müssen die Anhänger dieser Ideologie nicht in jedem Fall sein; tun sie es, spricht man treffender von „Dschihadismus“.) Ein Blick in deutsche Innenstädte während diverser Volksfeste, Weihnachstmärkte etc., der Verzicht auf große öffentliche Übertragungen von Fußballländerspielen zu WM- und EM-Zeiten reicht eigentlich schon, um zu sehen: Die gewohnte Art zu leben hat sich diese Gesellschaft bereits nehmen lassen, anderslautende Politikerbekundungen hin oder her! Währenddessen fordern die üblichen politischen Wirrköpfe – in diesem Fall der frischgebackene Co-Vorsitzende der Partei „Die Linke“, Luigi Pantisano allen Ernstes, als Terrorprophylaxe eigne sich das „[i]m Gespräch bleiben und bessere soziale Bedingungen schaffen, auch wo es weh tut.“
Mit anderen Worten: Ein abgescdhlossenes Studium oder ein gut bezahlter Job schützt vor islamistischer Gewalt? Haben Sie etwa noch nie etwas von den Attentätern des 11. September 2001 auf das World Trade Center gehört, Herr Pantisano? Das waren durch die Bank Studenten aus den besten Häusern.
An dieser Stelle verlinke ich ein bereits mehr als zehn (!) Jahre altes Interview mit dem Freiburger Religionspädagogen Abdel-Hakim Ourghi, der deutlich macht, was insbesondere in linksgrünen Kreisen nach wie vor als „Elefant im Raum“ behandelt wird: das Gewaltproblem innerhalb des Islam! Ourghi im Wortlaut: „Der Islam hat mit dem islamistischen Terrorismus zu tun. Auch die Extremisten sind Muslime. Sie beten in Moscheen, erkennen den Koran und die Tradition des Propheten als kanonische Schriften an. Sie begründen ihre Taten mit dem Koran. Alles andere ist eine naive Betrachtung und entspricht einem frommen Wunschdenken, mit dem man sich die Dinge schönredet. Den Terrorismus kann man allerdings auch nicht auf reine Glaubensinhalte reduzieren. Man darf nicht vergessen, dass Terrorismus ein komplexes soziales Phänomen ist.“
Dem Rechtsanwalt und Sachbuchautor Mike Godwin haben wir es seit mittlerweile 36 Jahren zu verdanken: das nach ihm benannte „Gesetz“ aus der Netzkultur („Godwin´s Law“), welches besagt, dass im Laufe länger anhaltender (Netz-)Debatten die Wahrscheinlichkeit gegen 1 tendiert, dass eine Gesprächspartei der Gegenseite einen Nazivergleich an den Kopf wirft.
Dieser Tage wieder einmal live und in Farbe zu beobachten auf dem Bundesparteitag der Partei „Die Linke“ am 20./21. Juni in Potsdam: Der frisch zum neuen Co-Vorsitzenden gekürte Genosse Luigi Pantisano warf mir nichts, dir nichts CDU und AfD in einen (verbalen) Topf und erklärte beide politischen Gegner schlicht zu „Faschisten“! Eine eilig vorgebrachte „Entschuldigung“, es habe sich lediglich um eine „Verkürzung“ gehandelt, mag da wenig Glaubwürdigkeit erheischen. Vielmehr spricht alles dafür, dass da wieder einmal ein führender Genosse Klartext geredet hat: die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen, wenn es gegen den „monopolkapitalistischen“ unbd „kriegstreiberischen“ Erzfeind geht (gemeint ist selbstverständlich nicht der Massenmörder Wladimir Putin!), möchte man gehässig einwerfen! Ach ja, noch etwas: Die bereits zuvor schon schrillen und lauten Stimmen insbesondere jüngerer, erst kürzlich in die Partei eingetretrener Genossen, konnten sich in Potsdam offenbar vollends durchsetzen und die Gesamtpartei darauf einschwören, dass Israel einen „Genozid“ an den Palästinensern in Gaza verübe! Dazu empfiehlt es sich, eine knappe halbe Stunde Zeit zu investieren, um den Youtube-Beitrag des dezidiert pro Israel agierenden FDP-Mannes Tobias Huch zu verfolgen.
Um es gleich vornerweg zu schreiben: Nein, dieses Buch wird mich nicht dazu bringen, eine wie auch immer geartete Form der Gläubigkeit „auszuprobieren“ oder gar damit zu liebäugeln, „es“ doch einmal mit der Katholischen Kirche zu versuchen! Dennoch halte ich „Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe“ aus der Feder des katholischen Philosophen Tobias Haberl für einen ernsthaft diskursfähigen Beitrag zur (Un-)Glaubensdebatte!
Haberl, Jahrgang 1975, geboren und aufgewachsen in einer der urkatholischsten Gegenden Europas, dem Bayerischen Wald, heute wohnhaft in München, drückt darin auf erfrischend offene Weise sein Bekenntnis zur Römisch-Katholischen Kirche aus. Nicht nur das, bringt Haberl sogar seine Sympathien für die traditionelle Tridentinische Messe (komplett in lateinischer Sprache, Priester mit Rücken zur Gemeinde) zur Sprache. Für ihn ist Kirche weder Politreligion, wie sie heutzutage auf zahlreichen Kirchen- und Katholikentagen im Kontext von Klimarettung, Anti-rechts-Engagement und Genderbekenntnissen gelebt wird, noch ein Ort praktizierter Weltflucht mit totaler Jenseitsfixierung, und auch die Verkürzung auf das leidige Thema Kindesmissbrauch – dessen skandalöser innerkirchlicher Umgang Haberl im Übrigen sehr zugesetzt hat -, wie medial so oft vorgenommen, will er so nicht stehenlassen. Was er an seiner Kirche in erster Linie schätzt: Sie stellt für ihn einen Gegenpol in einer Welt voller Hektik, Oberflächlichkeit und Konformismus gegenüber allen möglichen zeitgeistigen Trends dar. Und in dieser Hinsicht muss ich ganz klar zugeben: 1:0 für den Autor. Allein der Blick in das aktuelle Fernsehprogramm macht doch bereits deutlich: Hier geht es so gut wie nie um wirklich tiefgehende menschliche Grundsatzfragen. In den gängigen Talkshow-Formaten von Lanz über Maischberger zu Illner steht lediglich das tagespolitische Klein-klein im Mittelpunkt, viele Themen wiederholen sich zudem mit nur leicht verschobenem Schwerpunkt (Trump, Ukraine-, Gaza-, Irankrieg, Agieren der jeweils regierenden Parteienkoalition etc.).
Von den allermeisten Sendekonzepten der Pribvatsender ganz zu schweigen…
Und by the way: Hat sich eigentlich schon einmal jemand gefragt, wieso es in unseren Innenstädten derart viele Bekleidungsgeschäfte, aber nur so wenige Buchläden gibt? Leben wir nicht tatsächlich in einer Gesellschaft, in der der äußere Schein – der modische Geschmack, der jeweilige „Style“ – an oberster Stelle steht, während die Frage nach dem jeweiligen Sinn, dem man seinem Leben beimisst, fast komplett ausgeblendet wird?
Kirche stellt für Haberl den Kitt schlechthin dar, der die Gesellschaft zusammenhalte. Auch diese These ist sicherlich nicht falsch, wenn auch von ihm hier unterschlagen wird, dass in der Regel die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft noch immer ganz überwiegend qua Geburt entschieden wird: Taufe, Konfirmation/Kommunion und weiteres Engagement verschränken sich zumeist, häufig gepaart mit mal stärkerem, mal schwächerem sozialem Druck, den die Mitglieder auf den Einzelnen ausüben.
In seiner Wahlheimat München besucht Haberl nach eigener Aussage gerne und regelmäßig die Gottesdienste in St. Maximilian im Stadtteil Laim, wo Rainer Maria Schießler predigt, ein über die Stadtgrenzen hinaus bekannter katholischer Priester. Auf dessen Website ist nachzulesen, Schießler „verkündet das Evangelium ohne Pathos, aber mit Tiefe, direkt und unverstellt, weil er die Menschen nicht belehren, sondern berühren will. In seiner Verkündigung geht es nie ums Rechtbehalten, sondern ums Verstehen.“
Während sein soziales Umfeld – hauptsächlich bestehend aus Medienschaffenden – alles Religiöse mehr oder weniger mitleidig belächle, und auch Haberl zugibt, durchaus immer wieder in Lebensphasen zu geraten, in denen ihm Gott und Kirche fern erschienen, entschließt er sich eines Tages tatsächlich dazu, eine kleine Auszeit zu nehmen und eine Woche in der traditionalistischen französischen Abtei Barroux zu verbringen – im Rhythmus des mönchischen Lebens, versteht sich! „Gott ist Mensch geworden!“ – Diese Glaubensformel sei es, die Haberl am Glauben fasziniere. Allerdings stellen sich hier dann doch eine ganze Reihe kritischer Fragen: Wie genau bekommt er diese Kurzformel mit dem zusammen, was sich der Gott der Bibel sonst noch so alles Unethisches geleistet haben soll?
Die nahezu vollständige Ausrottung aller Menschen und Tiere in der „Sintflut“, die Ausrottungsbefehle an sein „auserwähltes Volk“ im Zuge der Eroberung Kanaans, die Aufrechterhaltung der Sklaverei (übrigens auch im Neuen Testament, wo die soziale Gleichheit der Gläubigen ausdrücklich nur auf die Dauer der Gottesdienste beschränkt bleibt!).
Ganz zu schweigen die blutige Sühnetodtheologie, die davon ausgeht, dass Jesus qualvoll am Kreuz sterben MUSSTE, da anderweitig angeblich keine Erlösung für die ach so sündige Menschheit zu erreichen gewesen sein soll! Zu all diesen Aspekten erfährt man bei Haberl leider nichts! Stattdessen berichtet er in einer Passage über seine Begegnung mit der sowjetstämmigen Komponistin Sofia Gubaidulina. Diese sei eines Tages „einen feldweg entlanggelaufen, etwas zu schnell für ihr Alter vielleicht, als sich die Sonne urplötzlich in eine blaue Scheibe mit gleißendem Rand verwandelt habe, von dem Lichtpfeile in sämtliche Richtungen abgegangen seien. Sie habe gebannt dagestanden, in den Himmel gestarrt und zugeschaut, wie die Sonne zu tanzen begonnen habe – ‚es war so schön, eine göttliche Kostbarkeit'“ (S. 179/180).
Hier fast man sich als nicht-religiöser Mensch an den Kopf, stellt natürlich sofort die verblüffende Parallele zum angeblichen „Sonnenwunder“ in Fatima (Portugal) von 1917 fest und fragt sich, warum Haberl hier nicht einmal im Ansatz die Möglichkeit einer hirnphysiologischen Anomalie dieser Dame ins Spiel bringt!
Von diesem merkwürdigen Lapsus abgesehen handelt es sich bei „Unter Heiden“ um ein absolut lesenswertes Buch, welches gerade auch „religiös unmusikalischen“ (Schleiermacher) Menschen ans Herz gelegt sei. Die Hoffnungen, eines Tages eine gänzlich areligiöse Gesellschaft ohne seltsame und bisweilen intolerante Glaubensansichten vorzufinden – sie wird sich sicher niemals verwirklichen. Dafür sind die allermeisten Menschen einfach zu sozial sowie emotional gestrickt – was nicht grundsätzlich schlecht ist, schließlich gründet die Fähigkeit zur Empathie nicht zuletzt auf unserer Möglichkeit des (Mit-)Empfindens.
Der Fahrstuhl der selbsternannten „Alternative“ scheint noch immer Luft nach oben zu haben: Mit aktuell gemeldeten 27 % (Forsa) bzw. 28 % (Insa) Wählerzustimmung erreicht die AfD erneut bundesweite Spitzenumfragewerte.
AfD im Umfragehoch
Nun liegt es auf der Hand, dass die erst neulich aus dem Munde des Kanzlers geäußerte Zuschreibung der gesetzlichen Rente als ledigliche „Basisabsicherung“ sowie das nach wie vor von der übergroßen Mehrheit der Bundesbürger als mutlos wahrgenommene Agieren seiner Regierungsmannschaft erheblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte!
Auch die zur großen Erfolgsmeldung aufgeblasene Rückführung von sage und schreibe 25 afghanischen Straftätern in ihr Heimatland dürfte den allermeisten Skeptikern des aktuellen Regierungshandelns eher zum weiteren Unmut gereicht haben.
Wie ein Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ aus dem vergangenen Jahr belegt, scheitern allein in NRW jährlich mehrere tausend Abschiebungen, weil die Betroffenen „unauffindbar“ sind, sprich: abtauchen.
In anderen Bundesländern dürfte die Situation nicht viel besser gestellt sein!
Auch die von Merz vollmundig vor seiner Wahl zum Kanzler im Februar 2025 angekündigte spürbare Senkung der Energiekosten für Privatkunden lässt bekanntlich noch immer auf sich warten.
Mieten belasten zunehmend mehr Menschen ohne Aussicht auf eigenen Immobilienbesitz.
Aiuch das Thema Innere Sicherheit/Gewaltkriminalität ist laut aktuell veröffentlichter Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik nach wie vor brisant.
Von daher ergibt sich – und das nicht erst seit Kurzem – die einfache Erkenntnis, dass ein weitgehendes Scheitern der Regierungspolitik auch zukünftig Wasser auf die Mühlen der Rechtsnationalen von der AfD ergeben wird – und das im „Superwahljahr“, welches insbesondere für die im September anstehenden Urnengänge auf Landesebene in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gar die „Alternative“ in Regierunsgverantwortung bedeuten könnte!
Doch diese einfachen Zusammenhänge scheinen an den Parteienblasen des etablierten Politbetriebs abzuperlen wie an einer Teflonpfanne. Na denn: Prost Mahlzeit!
Man möchte es all den selbstgerechten Moral-Narzissten entgegenschleudern, die sich insbesondere in Europa derzeit unentwegt in die Brust werfen, um unter dem Deckmantel des ach so heiligen Völkerrechts ihren Antiamerikanismus (oft gepaart mit Antisemitismus!) auszuleben: „Das Völkerrecht ermöglicht den schlimmsten Verbrechern dieser Welt, an die schlimmsten Waffen dieser Welt zu kommen!“
So lautet knapp verdichtet das absolut treffende Statement des Polit-Vloggers Tobias Huch in seinem neuesten Youtube-Video („Iran-Krieg: Wir sind Feiglinge!“, ab Min. 13:14).
Darin kommt er zu einer vernichtenden Einschätzung der moralisch entgleisten Absonderungen solcher Politversager vom Schlage eines Frank-Walter Steinmeier mit ihren Grußadressen an die iranischen Massenmord-Mullahs und Handshakes mit dem noch immer amtierenden Außenminister des russischen Terrorregimes, Sergej Lawrow.
Zustimmend lässt er dabei über weite Strecken die ebenfalls pro Israel engagierte Schauspielerin Sarah Maria Sander zu Wort kommen.
Natürlich lassen sich einige Kritikpunkte am Vorgehen Trumps und Netanjahus gegenüber dem Iran finden: zu planlos, offensichtlich zu wenig (wenn überhaupt) auf den sehnlichen Wunsch der Mehrheit der Iraner nach Freiheit vom Joch der religiösen Faschisten ausgerichtet, zu kurzer Atem, um sich überhaupt´reale Chancen auf einen Sturz des sich hartnäckig an der Macht haltenden Regimes ausrechnen zu können etc. pp.
Doch um an dieser Stelle den scharfsichtigen Grünen Ralf Fücks aus seinem Beitrag für die „Jüdische Allgemeine“ zu zitieren: „Die Gleichgültigkeit in weiten Teilen der veröffentlichten Meinung gegenüber der existenziellen Bedrohung Israels durch den Iran ist verstörend. Keine Empathie, nirgends. Der Eindruck drängt sich auf, als wollten viele Kommentatoren eher Netanjahu und Trump scheitern sehen als das Mullah-Regime. Als wäre die ‚Auslöschung des zionistischen Krebsgeschwürs‘ nicht das heilige Ziel der religiös-nationalistischen Diktatur in Teheran. Als hätten der 7. Oktober, die Raketenangriffe der Hisbollah und der Huthis nichts mit dem Iran zu tun. Als hätte der Iran nicht schon mehrfach Israel mit Raketen angegriffen.“
Oder um es anders auszudrücken: Die Denkfaulheit und Geschichtsvergessenheit (Stichwort: Münchner Abkommen 1938, von wegen „Peace in our time!“) dermaßen vieler Politiker, Journalisten und – ja, sicher auch – stinknormaler Bürger, denen es ausschließlich um die Rückkehr zu günstigen Spritpreisen und das Einhegen der Inflationsrate bei Konsumgütern zu gehen scheint, könnte „uns“ eines Tages noch teuer zu stehen kommen: Wie sagt es das Sprichwort so treffend: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“
Das Ende der Mullah-Barbarei ist unausweichlich. Wenn nicht durch die derzeitigen militärischen Aktivitäten der USA und Israels 2026, dann doch hoffentlich in absehbarer Zukunft!
Der „Prozess gegen Deutschland“, den der linksaktivistische Theater-Regisseur Milo Rau Mitte Februar im Hamburger Thalia-Theater inszenierte, barg jede Menge emotionalen Sprengstoff. Abgesehen vom irreführenden Titel ging es dabei jedoch um Argumente für und gegen ein mögliches Verbot der AfD, welche in Form einer fiktiven Gerichtverhandlung durch diverse „Zeugen“ vorgetragen wurden.
Wohl am reichweitenstärksten erwies sich hier die flammende Rede des neuen „BILD“-Kolumnisten Harald Martenstein. In argumentativ starker Manier verwies dieser u.a. auf entmenschlichende Zitate des damaligen CSU-Vorsitzendern Strauß (z.B. „Was wir hierzulande brauchen, sind mutige Bürger, die die rotten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören: in ihre Löcher“), wobei selbst diese demagogischen Ausfälle kein Beweis dafür darstellen könnten, Strauß sei „Nazi“ gewesen, was pauschal „der“ AfD ja bekanntlich häufig von ihren Gegnern unterstellt wird.
Des Weiteren fand in Martensteins Ausführungen (die er im nachhinein übrigens ausdrücklich NICHT als Liebesbekundung für die AfD verstanden wissen wollte) die sog. „Anti-Rechts-Bewegung“ Chinas Erwähnung: Unter der Herrschaft Mao Zedongs wurden dabei ab 1957 zahlreiche, dem kommunistischen Regime unliebsame Bürgerliche getötet oder inhaftiert. Hier ging es dem Redner offenkundig darum, die bisweilen ins Hysterische kippende Kampagne, „unsere Demoktratie “ gegen ominöse „Rechte“ zu verteidigen (unklar, wer überhaupt darunterfällt), zu kritisieren und deren vereinfachendes Schwarz-Weiß-Schema bloßzustellen. Martenstein wörtlich: „Links ist gut, Rechts ist böse! So einfach ist das nicht!“
Dem aller Wahrscheinlichkeit überwiegend linkem Publkum schrieb der gebürtige Mainzer zudem ins Stammbuch, „entgegen ihrem Naturell“ sich daran zu gewöhnen zu müssen, dass eine Demoktratie ein breites politisches Spektrum umfassen können solle. In einem Land mit freien Wahlen sei es an der Tagesordnung, dass das Ergebnis dabei nicht jedem gefalle. „Falls Sie das überfordert, liegt das Problem bei Ihnen und nicht bei denen, die anders denken als Sie!“
Die „Alternative für Deutschland“ habe (bisher) keinerlei Bestrebungen gezeigt, ihre politischen Gegner (Parteien) zu verbieten, was allerdings relevante Voraussetzung für ein AfD-Verbot sei.
Zwischen Heinrich Himmler und Alice Weidel bestünden „schon ein paar Unterschiede“, allein aufgrund der Tatsache, dass Weidel mit einer lesbischen Partnerin liiert sei, die unter den wahren Nazis im KZ gelandet wäre.
Die neun Millionen durch das Sowjet-Regime getöteten Dissidenten sowie die 24 durch die Truppen des venezolanischen Diktators Maduro 2024 erschossenen Demonstranten als Opfer linksradikaler Regierungen würden von deutschen Linken dagegen verdrängt.
Alles in allem eine aufrüttelnde, wenngleich in großen Teilen des linken Spektrums sicher mit Schulterzucken bis offener Abscheu aufgenommene Rede, wie die nicht wenigen Buh-Rufe am Ende von Martensteins rhetorischem Feuerwerk nahelegen.
Es kommt selten vor, aber ab und an widmen sich die Öffentlich-Rechtlichen Medien dann doch einmal dem Themenkomplex christlicher Fundamentalismus. Da dieser Themenbereich mein ursprünglicher Antrieb war, diesen Blog zu starten, widme ich den aktuellen Beitrag dem ZDF-Formst „Die Spur“ und seiner kürzlich ausgestrahlten Folge „Christliche Influencer mit rechter Agenda?“.
Der Beitrag widmet sich schwerpunktmäßig den beiden reichweitenstarken „Christfluencern“ Jasmin Friesen („Liebezurbibel“) und Leonard Jäger („Ketzer der Neuzeit“) sowie den inhaltlichen Schnittmengen ihres christlich-fundamentalistischen Weltbilds mit Teilen der AfD sowie der MAGA-Bewegung Donald Trumps.
Mittels Videoschnipseln aus Online-Contents dieser beiden Kanäle wird dem mit der Materie wenig vertrauten Zuschauer ein kurzer, aber prägnanter Eindruck dessen vermittelt, was innerhalb dieser Kreise Standard-Gedankengut ist: Man kann es vielfach nicht anders als gefährliches, da in höchstem Maße intolerantes und freiheitsfeindliches, da zutiefst apokalyptisch durchtränktes Schwarz-Weiß-Denken nennen; etwa, wenn Friesen ausruft „Du hast zu 100 % Gottes Zorn verdient!“ oder die Forderung an bindungswillige (junge) Frauen ausgibt, sich einen Mann auszusuchen, „der deiner Unterordnung würdig“ ist.
Ein Denken, dessen Wurzeln sehr wohl biblischen Ursprungs sind und nicht etwa auf einem wie auch immer gearteten „Missbrauch“ der Religion beruhen, wie vielfach wohlwollend von mutmaßlich eher religionsfernen oder liberal-religiös eingestellten Zeitgenossen unterstellt wird.
Und da mir auf diverse Postings meinerseits unter dem Facebook-Beitrag von „Die Spur“ vorgehalten wurde, es sei doch absolut nichts dabei, sich für „Nächstenliebe“ im Rahmen seines christlichen Engagements einzusetzen, sei hier einmal mehr aus dem mittlerweile auch schon mehr als 13 Jahre alten Beitrag Michael Schmidt-Salomons in der „ZEIT“ zitiert:
„Denn es steht geschrieben: ‚Du wirst alle Völker verzehren, die der Herr, dein Gott, für dich bestimmt. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihnen aufsteigen lassen‘ (Deuteronomium, 7,16-17). Auch im Neuen Testament wird die Bestrafung ‚der Bösen‘ immer wieder in schillerndsten Farben ausgemalt. So verkündet das Matthäus-Evangelium, dass der ‚Menschensohn seine Engel aussenden‘ wird, die diejenigen, die ‚Gottes Gesetz übertreten haben, (…) in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen‘ (Mt. 13,41-43). Nicht besser kommen die Fehl- und Nichtgläubigen bei Paulus weg: Die, die sich weigern, (den christlichen) Gott anzuerkennen, sind, so der Apostel, ‚voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, (…) sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen (…) Wer so handelt, verdient den Tod“ (Römer 1,28-32).‘
Wahrlich Bibelstellen, die man in liberalen Gemeinden der Gegenwart oder gar auf dem stark links-grün angehauchten „Evangelischen Kirchentag“ niemals zu Gehör bekommen dürfte!
Dennoch bin ich der Meinung, dass sich dieser manichäische Geist der Intoleranz und des Freund-Feind-Denkens wie ein roter Faden durch die Bibel zieht – der Epoche der Aufklärung und der daran anknüpfenden Säkularisierung sei Dank sind sich selbst viele christliche Gemeindemitglieder dieses giftigen Schattens ihrer eigenen Religion aber offenbar in keinster Weise bewusst!
Man könnte meinen, in Berlin regiere mit Kai Wegner ein ausgewiesener Vertreter der Linkspartei oder der Grünen. Jedenfalls, sofern man sich das von ihm – als CDU-Regierungschef der Hauptstadt mit beschlossene – Vorhaben zu Gemüte führt, ab nächstem Jahr den 15. März zum „Gedenktag gegen Islamfeindlichkeit“ zu bestimmen.
Begründet wird dieser Beschluss mit den hinlänglich bekannten Plattitüden des links-woken Gaga-Universums: „Die Einführung des Internationalen Tages gegen Islamfeindlichkeit ist Ausdruck gelebter Solidarität und soll verdeutlichen, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt in Berlin keinen Platz haben dürfen“.
Als hätte es all die unzähligen, mehr oder weniger offen der vernichtungsantisemitischen Hamas zujubelnden Palästina-Demos in der Hauptstadt und in diesem Sog die astronomisch gestiegenen Fallzahlen antisemitischer Vorkommnisse bundes- und weltweit nicht gegeben!
Auch wenn der Beschluss durch das Berliner Abgeordnetenhaus bereits im September 2025 erfolgte, so erhält die allgemeine Verbreitung dieser Nachricht im Angesicht der jüngsten Islamismus-Opfer (in diesem Fall diejenigen von Sydney vom 13.12.25) einen noch übleren Beigeschmack als ohnehin!
Da auch Berliner Moschee-Gemeinden in die Gestaltung dieses Gedenktags eingebunden werden sollen, steht zu befürchten, dass hier wieder einmal die Diskreditierung sachlicher Islamkritik als „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamophobie“ vorangetrieben werden wird.
Aber wer von der Berliner Politblase auf diesem Themenfeld vernunftbasierte Besserung erwartet, dem ist eh nicht mehr zu helfen!
Alle anderen sind möglicherweise gespannt auf das im Mai nächsten Jahres erscheinende neue Buch von Prof. Schröter: „Links, rechts, islamistisch. DIe wahren Feinde der Demokratie.“
Die Bilder aus Gießen sind noch frisch: Anlässlich der (Neu-)Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ am 29.11. in der mittelhessischen Stadt zogen Zehntausende Demonstranten überwiegend aus dem linken Spektrum und weitgehend friedlich durch die Stadt.
Allerdings kam es an einigen Orten auch zum Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern seitens der Polizei, die mit einem Großaufgebot den Veranstaltungsort absichern und offenbar gewaltbereite Chaoten zurückdrängen musste. Wenigstens kam es „nur“ zu einigen wenigen Fällen eher leichter Verletzungen auf Seiten der eiongesetzten Beamten. Der Gießener Einzelhandel hingegen dürfte am ersten Adventssamstag dieses Jahres herbe Umsatzeinbußen davongetragen haben!
Nun lässt es sich zwar nicht leugnen, dass die AfD – und auch gerade ihre Jugendorganisation – einschlägig bekannte Rechtsextremisten beherbergt. Es stellt sich nur die Frage, ob deren Einfluss im Falle einer Regierung(-sbeteiligung) auf Länderebene oder auch im Bund derart weitreichend wäre, dass die Demoktratie ernsthfat gefährdet würde.
Umgekehrt scheint die nicht gerade geringe Anzahl an mehr oder weniger Hamas-affinen und/oder mit dem „Systemumsturz“ durch den Marxismus liebäugelnden Politikern bspw. der Linkspartei keine annährend so großen Empörungstsunamis zu entfachen!
Viele der Gießener Demonstranten dürften politische Positionen jenseits von SPD, den Grünen und der Linkspartei (kleinere linksextreme Splittergruppen einmal außen vor gelassen) sogar als „rechts“ framen, wobei häufig offen bleibt, ob damit eine Nähe zum Rechtsradikalismus / Rechtextremismus suggeriert werden soll. Die begriffliche Unschärfe scheint einkalkuliert!
Andererseits sind natürlich auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums derartige Einigelungsprozesse (ideologische Abschottung in eigenen Blasen) zu beobachten – etwa, wenn sämtliche Medienbeiträge des ÖRR oder von „Qualitätsmedien“ pauschal und häufig auch ohne inhaltliche Auseinandersetzung als „Staatsfunk“ oder „Lügenpresse“ abgeblockt werden.
Diese Stärkung der politischen Ränder ist in der Tat besorgniserregend. Mit dem Buchtitel des deutschen Philosophen Michael Schmidt-Salomon möchte man in der offenbar immer aufgeheizteren politischen Großwetterlage „Entspannt euch!“ rufen – allein, die Hoffnung gehört zu werden, scheint ausgesprochen minimal!
Auch Schmidt-Salomons weltanschaulicher Kollege, der bekannte Islamismuskritiker Hamed Abdel-Samad hat sich in seinem aktuellen, sehr persönlich gehaltenen Buch „Der Preis der Freiheit“ Gedanken zum Thema gemacht, die ich hier auszugsweise zitieren möchte:
„Wir sind Zeugen einer Renaissance alter Ideologien, die in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts aufgrund eines Mangels an politischer Kultur aufblühen: Kommunismus, Faschismus, Islamismus. Diese Ideologien haben sich seither weiterentwickelt, abder ihren totalitären Kern nicht verloren, weil sie undialektisch sind. Heute zeigt der Faschismus neue Gesichter, sowohl von rechts als auch von links. Auch der Islamismus ist in verschiedenen Formen in Europa angekommen und sitzt […] bereits als Integrationspartner am Verhandlungstisch mit der Politik. Der Marxismus kommt als Multikulti-Ideologie, Wokismus und Antirassismus daher. Alles, was den Westen ausmachte, verliert an Bedeutung: Rationalität, Dialektik, Individualität, Respekt vor der Wissenschaft, Lust am Streit, Leidenschaft für die Freiheit und Engagement für das Gemeinwohl. Selbst die Toleranz, das Herzstück der Aufklärung, wird heute umgedeutet, um die Multikulti-Doktrin vor Kritik zu schützen. […]
Der Rechtspopulismus gilt als eine der größten Gefahren im Westen, ist aber nur Ausdruck des Unaussprechlichen und das Ergebnis einer fehlenden dynamischen politischen Kultur. Der Erfolg der Rechtspopulisten lasse sich [laut Schweizer Journalist Frank A. Meyer, Anmerkung M. Haß] dadurch erklären, dass sie ‚den Finger in die richtige Wunde legen, aber nicht dazu beitragen, die Wunde zu heilen, weil sich aus der Wunde ihre Daseinsberechtigung ableitet. Sie bewirtschaften die Wunden nur‘, so Meyer.
So gesehen ist der Rechtspopulismus nur ein Symptom, nicht die Krankheit. Er ist nur ein Reflex, der aber in einem Boot, das nach links zu kentern droht, ausgleichend wirken kann. Er wirft wichtige Fragen auf, auf die die Parteien der Mitte Antworten finden sollten, statt sich überheblich zu verhalten. Die Politik trägt die Verantwortung. Sie entmündigt sich selbst durch kurzfristige Wirtschaftsinteressen, Bürokratie und ideologische Scheuklappen und ebnet allen radikalen Ideologien den Weg.“ (S. 137-139)
Die gesellschaftliche Wunde, in die der Finger von AfD & Co. gelegt wird – das sind die nach wie vor existente Verharmlosung bis Kumpanei mit dem (legalistischen) Islamismus, Bagatellisierung der Gewalt- und Sexualkriminalität von Asylantragstellern aus Nahost und Nordafrika, der Versuch einer mit dem Kopf durch die Wand geschlagenen „Energiewende“ ohne Rücksicht auf den Geldbeutel „des kleinen Mannes“ etc. pp.
Statt die AfD in ihrer Gesamtheit als Widergänger der NSDAP zu sehen und unter deren Einfluss womöglich die Wiederauferstehung der NS-Konzentrationslager im Land herbeizuhalluzinieren, sollten die Gießener Demonstranten also eher in sich gehen und ihre politische Haltung kritisch zu refektieren beginnen.
Was sich Teile der bundesdeutschen Justiz in jüngster Vergangenheit leisten, spottet zunehmend jeder Beschreibung! Wenn es nicht tendenziell demokratiegefährdend wäre, könnte man wenigstens noch darüber lachen.
Erst ein Rentner, der wegen eines verbreiteten harmlosen „Schwachkopf“-Memes, gemünzt auf Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen), sich mit einer frühmorgendlichen Hausdurchsuchung konfrontiert sah. In der letzten Woche traf es nun einen halbwegs bekannten Intellektuellen: den Medienwissenschaftler Norbert Bolz aus Berlin. Wegen dessen mehr als offensichtlich ironischem Kommentar zu einer „taz“-Überschrift („AfD-Verbot und Höcke-Petition: Deutschland erwacht!“), in der er den SS-Spruch „Deutschland erwache!“ als Definition des Begriffs „Woke“ verwendet hatte, standen gleich vier (!) Polizisten am Morgen des 23. Oktober vor seiner Haustür, um sich zu vergewissern, dass Bolz der Verfasser des entsprechenden Tweets gewesen sei.
Willkommen im neuen deutschen Einschüchterungsstaat! Oder, worauf Jürgen Kaube in der FAZ unter Verweis auf den romantischen Querkopf E.T.A. Hoffmann und dessen Erzählung „Meister Floh“ abzielt, gilt offenbar neuerdings, „wenn erst der Verbrecher ermittelt sei, werde sich das begangene Verbrechen von selbst finden“.
Initiiert und an das Bundeskriminalamt (BKA) weitergeleitet wurde diese Justizposse übrigens von der dubiosen Meldestelle „Hessen gegen Hetze“, der Durchsuchungsbeschluss durch einen Richter des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten in die Wege geleitet.
Hier kann ich mich nur den Worten von „WELT“-Autor Deniz Yücel anschließen: „Die Denunziatiosbude […] gehört geschlossen!“
Sie brachte einen neuen Ton in den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit ihren drei Pilotfolgen („Klar!“) zu den Themen „Migration“, „Landwirtschaft“ und „Corona“. Offenbar derart verstörend, da vernünftig-konservativ, dass sich 250 Sender-Mitarbeiter genötigt sahen, sich hinter ihrem Rücken zusammenzuschließen und ihre Absetzung bei der produzierenden Anstalt, dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) zu verlangen: mit Erfolg.
Die Rede ist von der jungen Journalistin Julia Ruhs und einem erschütternd intoleranten Umgang mit dieser einen – EINEN! – aus der links-grünen Einheits-Reihe tanzenden Stimme. Nun darf Ruhs immerhin noch drei weitere Folgen ihres „Klar!“-Formats im kommenden Jahr moderieren – diesmal für den Bayerischen Rundfunk (BR), während weitere drei Folgen im NDR von der Ex-BILD-Redakteurin Tanit Koch übernommen werden.
Doch diese Tatsache sollte nicht voreilig als Grund gesehen werden, die Affäre Ruhs mit einer Handbewegung beiseite wischen zu wollen: Nein, die Betreffende wurde nicht vollumfänglich gecancelt. Aber: Doch, es bleibt ein Skandal, dass ihr offenbar niemand im Sender konkrete handwerkliche Fehler nachzuweisen in der Lage war – was darauf schließen lässt, dass es schlicht aus politischen Gründen darum ging, eine für die links-grüne mediale Meinungshoheit unbequeme Akteurin an den Rand zu drängen.
Wie Bernd Stegemann ganz treffend auf der Website des CICERO vermerkt: „Für Linke ist der Fall klar: Wer sich über den Rausschmiss von Julia Ruhs beschwert, outet sich als Rechter. Damit ist seine Beschwerde disqualifiziert. Sie ist kein Grund, irgendetwas zu ändern, sondern eine Bestätigung für das eigene richtige Handeln. Der Automatismus besteht darin, dass jede Empörung gegen links automatisch als rechts gilt.“
Damit liegt hier ein klarer Fall fundamentalistischer Kritikimmunisierung vor: Nicht das bessere Argument entscheidet, sondern alles, was als gegen die linke Diskursmacht empfunden wird, hat schnellstmöglich aus dem Weg geräumt zu werden. Willkommen in der Wahrheits-Wagenburg der Haltungsempörialisten!
Sogar der frisch gekürte neue NDR-Intendant Hendrik Lünenborg wird von SPIEGEL online mit den Worten zitiert: „Unsere Debattenkultur ist im Moment nicht im allerbesten Zustand.“ Laut NDR-Programmdirektor Frank Beckmann sei Ruhs jedoch von Anfang an lediglich für die ersten drei Folgen des Formats engagiert worden (Quelle ebendort).
Positiv zu vermerken bleibt: Wer Julia Ruhs und ihre Sendung „Klar!“ bis jetzt noch nicht kannte, dürfte zumindest nun davon gehört haben und neugierig auf die konkrete Ausgestaltung der drei Pilot-Folgen geworden sein – und vermutlich auch 2026 mit Spannung verfolgen wollen, welchen politischen Spin die beiden Varianten der Reihe – im NDR ohne Ruhs, im BR mit ihr – nehmen werden.
Es sind Bilder wie aus einem Geschichtsbuch über die NS-Zeit: Jugendliche von vielleicht 13, 14 Jahren robben auf sandigem Boden umher, waten durch hüfthohes Wasser, das Gewehr dabei fest umklammert. Ob es sich dabei um echte Kalaschnikows oder lediglich Attrappen handelt, ist für das laienhafte Auge nicht sofort feststellbar.
Der entsprechende MDR-Bericht auf der Website der „Tagesschau“ nennt dabei noch die erschreckende Zahl von 4 1/2 Millionen russischer Kinder und Jugendlicher, die in diesem Sommer an ca. 40.000 „Ferienlagern“ teilgenommen hätten. Die auch als „Ferienspiele“ verniedlichten Wehrportübungen dienen natürlich keinem anderen Zweck, als Putins Staatsterror-Regime treu ergebene Nachwuchs-Faschisten und potentielle Kämpfer gegen die Ukraine oder andere ehemals sowjetisch kolonialisierte Gebiete wie dem Baltikum heranzuzüchten.
Die O-Töne einiger Absolventen , die der Bericht zitiert, klingen dann auch ganz im Sinn de russischen Staatspropaganda: Er wolle im Geländelauf seine Willenskraft austesten. „Denn unser Vaterland braucht Verteidiger.“, äußert sich etwa ein Kadettenschüler. Ein Goebbels hätte nicht „bessere“ Arbeit leisten können als der institutionelle Apparat, der Halbwüchsige dazu bringt, so etwas öffentlich zu sagen. Angesichts der überaus verlustreichen Kämpfe der vergangenen 3 1/2 Jahre, die das imperialistische Russland gegen die souveräne Ukraine mittlerweile führt, bleibt natürlich die Frage nicht aus: Warum tun sich Menschen so etwas an?
Etwa zeitgleich zum erwähnten MDR-Bericht veröffentlicht der „ZEIT“-Korrespondent Michael Thumann in der Ausgabe vom 21.08.2025 („Von Schmerz ist nie die Rede“) einen Artikel, in dem u.a. ein offenbar vor der Einberufung zum Kriegseinsatz in der Ukraine stehender Mann im Streit mit seiner Mutter geäußert habe, er „werde da zu 90 Prozent in der ersten Woche sterben.“ Die Antwort der Mutter: „Nun, dafür stirbst du als Mann, und alle werden stolz auf dich sein, deine Frau wird die Witwe eines Helden.“
Der „ZEIT“-Artikel analysiert die Motivation gerade vieler Rekruten aus ländlichen Gebieten Russlands, die vermehrt das „Menschenmaterial“ der Frontkämpfer ausmachen: „Putins Angriffsheere rekrutieren sich überwiegend aus Männern, die null Aussichten auf Geld, Karriere oder auch nur eine Urlaubsreise haben. Sie kommen aus einem Milieu, in dem der Unterschied zwischen dem trübseligen Leben und dem unbekannten Tod vielen nicht mehr groß zu sein scheint. Darunter sind Geringverdiener, Gelegenheitsarbeiter, Schuldner, Draufgänger, Drogenabhängige, Strafgefangene. Sie ergeben sich dem Willen des Herrschers u d nehmen den Gang in die ‚Bloodlands‘ des Donbass wie ein Gottesurteil hin. Dafür werden sie in Moskau glorifiziert.“
Jahrhundertelange Erziehung zum Fatalismus, gepaart mit Hoffnungslosigkeit und jeder Menge Nationalismus ergeben so eine überaus toxische Mischung. Wir Deutschen kennen das aus beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu uns wurden in Russland die Verbrechen (hier: der Stalin-Ära) jedoch nie aufgearbeitet, so dass sich ein neuer Stalin-Kult etabliert hat.
Mit diesem Russland wird es auf absehbare Zeit keinen wirklichen Frieden in Europa geben – so viel dürfte feststehen!
Mit stolzgeschwellter Brust rechtfertigte sich Philipp Ruch, seines Zeichens Kopf des „Zentrums für Politische Schönheit“ im Podcast von Paul Ronzheimer („BILD“) für seine Störung während der Aufzeichnung des ARD-Sommerinterviews mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel am Sonntag, dem 20. Juli. Ruch selbst spricht hingegen von einer „Verschönerungsaktion“.
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Gemeinsam mit einem Augsburger Chor schallte es laut und vernehmlich „Scheiß AfD“ aus Lautsprechern, die auf einen LKW montiert mitten im Regierungsviertel der Hauptstadt Berlin, ja sogar in der für Demonstrationen generell gesperrten „Bannmeile“ nur dem einzigen Zweck dienten: Die Antworten Weidels zu übertönen und es der AfD-Vertreterin somit schwer bis unmöglich zu machen, ihre politische Sichtweise argumentativ vor einem (Millionen-?) Publikum vertreten zu können. Oder, um es im gängigen Linkssprech einschlägiger Politik-Hysteriker zu formulieren: „Dem Faschismus keine Plattform bieten.“ Was muss in diesen Kreisen für eine Panik herrschen, dass ein einziges Interview mit einer AfD-Repräsentantin die Zuschauer in Scharen bei der nächsten Wahl für die blaue Partei an die Urnen treiben werde! Das Verzwickte daran: Mittlerweile werden die Versuche, die AfD aus dem politischen Diskurs auszuschließen immer verzweifelter (siehe Einschätzung des Verfassungsschutzes als „gesichert rechtsextrem“). Da es zudem nie zu einer wirklichen inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Positionen der Rechtsaußen-Partei gekommen ist, dürften im Laufe der letzten Jahre viele ihrer ursprünglichen Protestwähler mittlerweile zum Stammklientel zählen: Bravo, ihr Möchtegern-Retter „unserer Demokratie“! Und da auch unter Fridrich Merz als Kanzler kein Ende des alten Spielchens „Mitte-rechts wählen, aber Mitte-links bekommen“ (im Grunde genommen mit Betonung auf „links“), ist ein Ende dieser unsäglichen, da gratis vorgenommenen Wahlwerbung für die AfD vonseiten der etablierten Parteien nicht abzusehen. Mir drängt sich auch schon seit einiger Zeit der Eindruck auf: Viele Linke benötigen geradezu die AfD, um ihr eigenes Ego als Angehöriger der „Guten“ aufrechterhalten zu können. Dazu ist es zwingend erforderlich, die AfD als NSDAP 2.0 hochzustilisieren und quasi rückwirkend 1933 verhindern zu können. Ohne Zweifel existieren in der AfD ekelhafte, in der Tat rechtsextreme Ansichten – hier das Beispiel Maximilian Krah und seine Position zur SS. Davon auszugehen, dass die Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung (im Rahmen einer KOALITION natürlich, nicht alleinregierend!) erneut Konzentrationslager einrichten oder einen Rassenkrieg anzetteln würde, ist einfach absurd! Und daher leisten das „Zentrum für Politische Schönheit“, die „Omas gegen rechts“ und zahlreiche weitere linke Aktivisten weiterhin in ihrer politischen Verblendung der Rechtsaußen-Partei unentgeltliche Schützenhilfe und der Demokratie in der Bundesrepublik einen Bärendienst!
Zum mittlerweile zwölften Mal rückten am Mittwoch, dem 25.06.25 bundesweit Polizeibeamte aus, um insgesamt 65 Durchsuchungsbeschlüsse hinsichtlich von „Hasspostings“ im Kontext politisch motivierter Kriminalität zu vollstrecken. Der sogenannte „Aktionstag gegen Hass und Hetze“ erfolgte laut Bundeskriminalamt (BKA) u.a. aufgrund von sprunghaft gestiegenen Taten (Vervierfachung zwischen 2021 und 2024 auf ca. 10.700 Fälle). Ungefähr zwei Drittel dieser Hassposting-Delikte seien dem politisch rechten Spektrum zuzuordnen.
Der Staat zeigt also Zähne – super, genauso sollte es doch sein, oder etwa nicht?
Eine der wenigen kritischen Stimmen dazu stammt von dem angesehenen Strafrechtler Prof. Dr. Volker Boehme-Neßler (siehe Interview auf „Apollo News“). Aus seiner Sicht wiegt das Grundrecht auf Meinungsfreiheit gemäß GG Art. 5 (1) so schwer, dass staatliche Organe – erst recht in derart geballter Form wie an besagtem Datum in Form von massiven Hausdurchsuchungen – sich eher zurückzuhalten hätten. Für Boehme-Neßler ist es zudem nicht nachvollziehbar, dass zusätzlich zu den bereits durch den jeweiligen Netzprovider gesicherten Daten noch die Unverletzlichkeit der Wohnung (GG Art. 13) aufgehoben werden müsse, um digitale Endgeräte (Smartphones, Laptops etc.) zu beschlagnahmen. Er betont darüber hinaus, dass „Hass“ zunächst einmal ein legitimes Gefühl sei und nicht automatisch unter Strafbarkeitsverdacht falle, es sei denn in Fällen von Verleumdung, Beleidigung oder übler Nachrede, was auch im Internet analog zu Äußerungen in der nicht-digitalen Welt geahndet werde.
Und hier schließe ich mich persönlich mit meiner Meinung an: Was irgendwann einmal als vernünftige und sinnvolle Maßnahme daherzukommen schien – wer würde nicht lieber in einer Gesellschaft leben wollen, in der niemand ungestraft über einen anderen unschöne Behauptungen verbreiten darf – hat sich zu einem repressiven Selbstläufer entwickelt! Insbesondere unter dem Schlachtruf „Kampf gegen rechts“ scheinen mittlerweile viele Blockaden gefallen zu sein, die ein eigentlich freiheitlich-liberaler Rechtsstaat zu wahren im Stande sein müsste. Wenn als „rechts“ im Sinne von „rechtsradikal“ bisweilen satirisch-überspitzte Kritik (an gewissen Auswüchsen des Islams, des Klimaschutzes etc.) betrachtet wird, haben sich die ethischen Maßstäbe derart verschoben, dass diesem Treiben deutliche Grenzen gesetzt werden müssen. Es ist erschreckend, dass außer Boehme-Neßler bei einer zügig durchgeführten Suchmaschinenanfrage kein einziger weiterer Jurist durch kritische Aussagen im Netz zu diesem Themenkomplex aufzutreiben war. Quo vadis, deutscher Rechtsstaat?
Stehen wir vor dem Beginn einer Art „Pro-Palästina-RAF“? Diese Frage stellt sich mit zunehmend brennender Sorge angesichts des Doppelmords von Washington am 21. Mai dieses Jahres!
Dabei wurden zwei junge Mitarbeiter der Israelischen Botschaft mutmaßlich durch den 30-jährigen Linksextremisten Elias Rodriguez erschossen. Der Täter rief offenbar bei seiner Festnahme wenig später „Free Palestine!“ Ein eiskaltes Verbrechen, begangen wohl aus Rachegefühl gegenüber dem – zugegeben teils überharten – Vorgehen der Israelischen Armee im Gaza-Streifen – ohne zu fragen, wie die beiden Opfer, die angehenden Verlobten Yaron Lischinsky und Sarah Lynn Milgrim überhaupt zur Politik Netanjahus sowie zur Palästina-Frage standen. In der „Jüdischen Allgemeinen“ äußert Alexandra Krioukov, Vizepräsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) unverhohlen ihre starke Besorgnis angesichts der sich weiter verschärfenden Sicherheitslage für jüdisches Leben auch hierzulande. Waren doch kurz nach der Bluttat von Washington vereinzelt Plakate nahe der Berliner Humboldt-Universität aufgetaucht, auf denen der Ermordete Lischinsky abgebildet war – mit einem ansonsten von der Hamas verwendeten roten Markierungsdreieck und der Aufschrift „Make Zionists Afraid“.
Werden in einem anderen Kontext – dem Erstarken der AfD – bisweilen schrille Töne angeschlagen und vermeintliche Parallelen mit der Spätphase der Weimarer Republik (ca. 1930-32) gezogen, um das angebliche Heraufziehen eines neuen Faschismus zu beschwören, habe ich mir angewöhnt, mit den Augen zu rollen und das Ganze als linkslastigen Empörialismus zu verbuchen – einer typischen Abwehrhaltung, die den eigenen Anteil links-grüner Politik am prallen Selbstbewusstsein der Rechtsaußen-Partei nach wie vor stumpf ignoriert! Natürlich ist mir bewusst, dass sich in der AfD mehr als nur eine verschwindende Minderheit NS-Fans und knallharter Rassisten tummeln, aber darum geht es jetzt nicht. Sondern darum, dass der ganz überwiegende Anteil an Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt insbesondere seit dem Hamas-Überfall vom 07.10.2023 dem linksextremen und radikalislamischem Spektrum zuzuordnen ist.
Dies als anhaltenden Skandal zu bezeichnen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen, halte ich für ein mindestens so großes Erfordernis wie das „Flaggezeigen gegen Rechts“ – wobei mit Letzterem in vielen Fällen offenbar eher ein diffuses Unbehagen gegenüber jeglicher Politik jenseits von Linkspartei, SPD und Grünen gemeint zu sein scheint – vielleicht wissen das viele gratismutige „Gegen Rechts“-Demonstranten aber auch selbst nicht so genau! Hauptsache, sich auf die eigene Hypermoralschulter klopfen und im Einheitsgefühl des großen Kollektivs verschmelzen! Unverbrüchlich an der Seite jüdischen Lebens zu stehen sieht jedenfalls in meinen Augen anders aus. Nicht jede Nuance der israelischen Politik muss auf unbeschränkte Solidarität stoßen, aber die Stimme zu erheben, wenn der Staat Israel delegitimiert oder dämonisiert werden soll sowie mit zweierlei Maß gemessen wird – darauf kommt es an! Und was den auch in deutschen Medien zuletzt verstärkt geäußerten Vorwurf betrifft, Israel sei für das „Aushungern“ der Zivilbevölkerung von Gaza verantwortlich, hat es Roderich Kiesewetter (CDU) treffend ausgedrückt:
„Israel ist in dem Dilemma, dass es seine Bevölkerung schützen muss und deshalb die Hamas bekämpft, und gleichzeitig wird damit der Hamas die Möglichkeit geboten, dass sie ihren perfiden Kampf auf dem kognitiven Feld fortführen kann. Die internationale Gemeinschaft verschärft dies noch damit, dass es einer Täter-Opfer-Umkehr das Wort redet – ohne ansatzweise die kognitive Kriegsführung der Hamas zu durchschauen. Denn wir wissen nicht, wie das Verhältnis von Kombattanten zu zivilen Opfern ist. Wir wissen nicht, wie viel der Hilfslieferungen die Zivilbevölkerung erreicht und wie viel von der Hamas abgegriffen wird. Wir können von außen auch nicht sagen, ob jede einzelne Operation Israels verhältnismäßig ist oder ab wann neue Terrorstrukturen eher erzeugt werden, mangels einer Perspektive vor Ort. […] Wir können nur sagen, dass es sicherheitspolitisch notwendig für Israel ist, die Terrorstrukturen zu zerstören und die Geiseln zu befreien. Und wir können nur immer wieder deutlich machen, dass die Hamas alles dafür tut, dass es möglichst viele zivile Opfer gibt, dass Militäroperationen möglichst lange fortgeführt werden, dass Hilfslieferungen möglichst nicht bei der Zivilbevölkerung ankommen. Denn all das würde sofort aufhören, wenn die Hamas die Waffen niederlegt und die Geiseln freilässt. Auch rechtsradikale Mitglieder der israelischen Regierung verschärfen die Lage mit einigen fragwürdigen Aussage, und gewalttätige Siedler sind ebenfalls kontraproduktiv. Deshalb ist Kritik an der israelischen Regierung nötig und sinnvoll, weil wir immer auch das kognitive Gefechtsfeld im Blick haben müssen – auf das auch wir Einfluss haben. Nur die Kritik muss immer im Auge haben, welche Ziele Israel verfolgt und wie sich das kognitive Gefechtsfeld entwickelt.“
„Was jetzt kommt, wird vielleicht nicht jedem gefallen!“ Mit diesen Worten eröffnete die junge Redakteurin Julia Ruhs, angestellt beim Bayerischen Rundfunk (BR), am 9. April die erste Ausgabe des neuen ARD-Formats „Klar!“ „Migration: Was falsch läuft“ der dazugehörige Untertitel.
Um in den folgenden knapp 45 Minuten zunächst den Vater der Anfang 2023 in einem Regionalzug in Brokstedt (Schleswig-Holstein) von einem vorbestraften palästinensischen Asylbewerber ermordeten Ann-Marie zu Wort kommen zu lassen. Des Weiteren äußern sich darin u.a. der Soziologe Ruud Koopmans, der dänische Migrationsminister Dybvad (ein Sozialdemokrat, der die dortige restriktive Asylpolitik erläutert), der Stuttgarter Polizeipräsident Eisenbraun sowie mehrere Mitglieder der – offenbar gut integrierten, alteingesessenen – türkischstämmigen Familien Öztürk (Obst- und Gemüsehandel) und Aytekin (Frisörhandwerk).
Die Botschaft ist dabei, wie der Titel der Sendung bereits andeutet, „klar“: Ja, es bestehen hierzulande Probleme mit integrationsunwilligen, teils gewalttätigen Asylbewerbern aus überwiegend islamischen Herkunftsländern. Und: nein, die Mehrheit von ihnen ist durchaus bereit, sich den Spielregeln der Aufnahmegesellschaft anzupassen und zumindest einen auskömmlichen Broterwerb anzustreben und nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Für ein Format des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks eine bemerkenswerte Message, werden doch diese eigentlich offenkundigen Missstände in der Regel noch immer verdrängt, relativiert oder auf den angeblich „strukturellen Rassismus“ der deutschen Gesellschaft geschoben.
Und so kam, wie es kommen musste: Die „üblichen Verdächtigen“, in diesem Fall vor allem der notorische Jan Böhmermann und die „Neuen deutschen Medienmacher*innen“ setzten zum grobschlächtigen Shitstorm an: Von „migrationsfeindliche[n] Narrative[n]“ und einem „Tiefpunkt in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ ist da die Rede.
Man fragt sich wirklich, ob die dauerempörten Berufswoken den Beitrag überhaupt – zumindest in nennenswerten Minutenzahl – selber gesehen haben oder nur nachplappern, was sie von Gleichgesinnten in ihren Netzwerken aufgeschnappt haben mögen.
Alternativ dazu bleibt wohl nur noch die These, dass es sich um hoffnungslos ideologisch vernagelte Polit-Sektierer ohne jegliche Bodenhaftung handeln muss!
Wir dürfen also gespannt sein, wie und zu welchen Themen die mutige Frau Ruhs die zwei weiteren angekündigten Folgen „Klar!“ ihre scharfsichtigen journalistischen Recherchen durchführen wird.
Doch ob es sich in der Tat bereits um die in liberal-konservativen Kreisen lang ersehnte Medienwende handelt, bleibt wohl eher ein vorschneller Hoffnungsseufzer!
Für liberal-konservative Menschen wie mich herrschen momentan wahrlich bittere Zeiten: So scheint es dem künftigen Kanzler Friedrich Merz (CDU) noch nicht zu reichen, ein zentrales Wahlversprechen – die strikte Einhaltung der „Schuldenbremse“ – bereits unmittelbar nach dem Wahlsieg seiner Union am 23. Februar erst verbal und wenige Tage danach auch faktisch per Grundgesetzänderung durch den bereits abgewählten Bundestag über den Haufen zu werfen.
Bildunterschrift: ãOh nein, Fritzchen. Noch lange nicht!Ò
Mögen die 900 Milliarden Euro Neuverschuldung für „Infrastruktur, Bundeswehr und Klimaschutz“ hoffentlich sinnvoll investiert sein, mag man an dieser Stelle noch wohlwollend einwenden. Doch bereits hier deutet sich eine ans Beliebige grenzende Dehnung der Begrifflichkeiten an: Was konkret alles unter „Infrastruktur“ oder „Klimaschutz“ zu verstehen ist, definiert… wer? Etwa die Grünen, deren Politik Merz ja nun vor aller Augen offensiver vorantreibt, als dies ein Robert Habeck als Wirtschafts-(verhinderungs-)Minister jemals vermocht hätte? Oder die Spezialdemokraten, die sich in den aktuellen Kapitulationsverhandlungen (bezogen auf die jämmerliche Darbietung der Union) offenbar trotz ihrer gerade einmal gut 16 % Wählerzuspruch als eigentlicher Wahlsieger gerieren? (FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer attestiert der SPD im Übrigen einen „psychotischen“ Zustand!) Doch die Gespräche zur Bildung der neuen Regierung sehen, wie nun bekannt wurde, etwas noch viel Ungeheuerlicheres vor: So heißt es laut Magazin CICERO in einem ihrer Verhandlungspapiere wörtlich: „Die bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen ist durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt.“ Wozu dem CICERO-Redakteur Mathias Brodkorb (SPD) – neben einem absolut treffenden Hinweis auf George Orwells Dystopie „1984“ und das dort maßgebliche „Wahrheitsministerium“ – der Terminus „Hauch von Totalitarismus“ einfällt – auch in diesem Punkt ist dem Ex-Kultus- und Finanzminister Mecklenburg-Vorpommerns vorbehaltlos zuzustimmen! Man fragt sich wirklich, wie kurzsichtig bis hirnrissig führende Unionsverhandler wirklich sein können, dem autoritären Gehabe der demnächst scheidenden (Rest-)Ampelregierung (Stichwort: Habecks „Schwachkopf“-Affäre) noch die Krone aufsetzen zu wollen! Opfert man bereitwillig den letzten Rest Glaubwürdigkeit, um Merz auf Teufel komm raus ins Kanzleramt zu hieven, um dem sozialdemokratischen Juniorpartner sämtliche Unverschämtheiten durchgehen zu lassen, oder besteht auch auf Unions-Seite ein mehr als nur klammheimliches Einverständnis darin, die Gängelung, ja Kriminalisierung des (selber denkenden) Bürgers (und damit des Souveräns!) per Salamitaktik Stück für Stück immer weiter anzuziehen? Für die neue schwarz-rote Koalition alles andere als ein Beginn nach Maß! Für die liberal-konservativ gesinnten Bürger dieses Landes eine Schmach, zumal ihre wohlstandsgesättigte Bequemlichkeit, die schon lange zum Quasi-Demonstrationsverzicht geführt hat (die Bauernproteste vom Januar 2024 bildeten eine rühmliche Ausnahme!), sich nun wie ein Bumerang auch gegen sie selber wendet!
Zugegeben: Ich war nie ein großer Fan des Karneval/Fasching/der Fastnacht. Als gebürtigem Norddeutschen liegt mir offensichtlich diese jahreszeitlich bedingte Art der feuchtfröhlichen Ausgelassenheit nicht wirklich. Wobei ich schon sagen muss, dass ich mich ganz gerne verkleide und es auf diese Weise – wie auch bis vor ein paar Jahren im Rahmen meiner Rolle als Co-Regisseur in der hiesigen Schultheater-AG – genieße, in der angenommenen Rolle quasi als Alter ego meiner selbst auftreten zum können: mal schalkhaft, mal boshaft, mal furztrocken.
Was jedoch in den vergangenen Tagen an Nachrichten die Runde machte, hat bald das Zeug dazu, mich zum Oberjecken mutieren zum lassen: Immer mehr Städte sehen sich gezwungen, aufgrund der jüngsten islamistisch motivierten Anschläge (etwa in München) sowie akuter Terrorwarnungen und damit einhergehend gestiegener Sicherheitsvorkehrungen ihre Karnevalsumzüge abzusagen – oder wie im hessischen Marburg zur „stationären Party“ umzuwandeln.
Ein Phänomen, das mich im Rückblick übrigens an die Prognosen des renommierten Londoner Terrorismus-Experten Peter R. Neumann denken lässt, dessen jüngstes Buch „Die Rückkehr des Terrors“ ich gerade Anfang des Jahres gelesen habe – noch vor den Bluttaten in Aschaffenburg, München, Villach und im französischen Mulhouse (Mühlhausen).
Neumann zufolge findet islamistischer Terror in an- und abschwellenden Wellen statt, sodass wir uns derzeit in einer erneuten Aufschwungphase befinden.
Laut aktuell veröffentlichter Recherchen des ZDF-Magazins „Die Spur“ zu Verbindungen des Solinger Attentäters vom August 2024 zur nach wie vor existenten Organisation des „Islamischen Staates“ insbesondere in Syrien sitzen im Nordosten dieses Landes noch um die 11.000 inhaftierte Anhänger dieser Mordbrenner in kurdischen Gefängnissen ein, wobei es mitunter auch zu Ausbrüchen gekommen ist. Allein von dieser „Front“ her droht also (wieder) erneute Gefahr auch für uns in Europa!
Und im Hinblick auf die sich demnächst neu formierende Bundesregierung unter christdemokratischer Führung bleibt wirklich zu wünschen, dass insbesondere als Straftäter in Erscheinung getretene Asylbewerber aus einschlägigen Regionen (vor allem Syrien, Irak, Afghanistan) einer härtere Behandlung zugeführt werden und auch der Zustrom neuer Asylaspiranten wirksam reduziert werden kann.
Doch generell müsste das europäische Asylsystem vom Kopf auf die Füße gestellt werden, da es die tatsächlich ärmsten und hilfsbedürftigsten Menschen im Regen stehen lässt und nur den einigermaßen zahlungskräftigen unter ihnen Aussicht auf eine bessere Zukunft verspricht – denjenigen nämlich, die teure Bootsüberfahrten über das Mittelmeer oder die Nutzung von Schmuggelrouten über den Landweg per Schlepper gegen teures Geld zu zahlen in der Lage sind.
Es ist aus humanitärer Sicht – wie im Übrigen der Soziologe Ruud Koopmans in „Die Asyl-Lotterie“ nachweist – nicht einzusehen, dass ausschließlich das Erreichen der EU-Außengrenzen den Menschen das Tor zum europäischen Asylsystem öffnet.
Doch im Grunde genommen handelt es sich bei der hierzulande geführten Migrations- und Integrationsdebatte in weiten Teilen um eine (verhinderte!) Islam-Debatte. Schließlich stammt ein Großteil der Menschen mit Asylbegehren aus islamisch geprägten Ländern, welche – mit Ausnahme von Tunesien und dem Senegal – allesamt keine demokratische Regierungsform besitzen und zudem weitgehend von patriarchalen Sozialisationsformen geprägt sind – vom Hass auf Juden, Homosexuelle und Nicht-Muslime einmal ganz abgesehen!
Aber solange weite Teile der hiesigen Linken anscheinend Migranten als eine Art „Kuscheltiere“ (Ahmad Mansour) zwecks Zurschaustellung des eigenen Bessermenschen-Egos benötigen und jede Art der Steuerung von Migration als quasi-faschistischen Akt betrachten, wird auch der bei der jüngsten Bundestagswahl zu beobachtende „Rechtsruck“ (oder besser: „Anti-Links-Ruck“) und ein Kanzler Merz als Konsequenz daraus wenig an der desolaten Lage an der Asylfront ändern.
Hoffen wir, dass diese verhängnisvolle Entwicklung nicht weiterhin die in Teilen rechtsradikale AfD begünstigen wird – eine Alice Weidel als Kanzlerin würde sicherlich auf ihre Art für reichlich „Karneval“ im Politbetrieb sorgen!
Da ermordet ein offenbar psychisch kranker Mann, der als vorgeblich „Schutzsuchender“ vor wenigen Jahren den Weg von Afghanistan nach Deutschland auf sich genommen hat, im fränkischen Aschaffenburg auf bestialische Weise ein Kleinkind sowie einen Vater, die zufällig seinen Weg kreuzen.
Fassungslosigkeit? Entsetzen? Oder gar die Einsicht, dass nicht nur (wieder einmal!) ein Behördenversagen auf ganzer Linie konstatiert werden muss (der Täter war lange ausreisepflichtig!), sondern die (gelinge gesagt) blauäugige Migrationspolitik des „Komme, wer da wolle!“ grundsätzlich neu überdacht gehört? Nicht so bei der Führungsspitze der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“: Die moralisch integersten Mensch*innen des Universums hatten natürlich – die Aschaffenburger Opfer waren noch nicht beigesetzt – Besseres zu tun: Anlässlich einer Neuauflage der „Demos gegen Rechts“ in Berlin haltungsbesoffen in die Kamera zu glotzen und im Höhenflug von AfD, Donald Trump und Konsorten das offenbar einzig drängende Problem unserer Zeit zu erblicken, gegen das die wackeren „Demokratieretter“ zu Felde zu ziehen bereit sind!
Man kann nur noch den Atem anhalten angesichts der nach wie vor existenten Realitätsverdrängung solcherlei Gestalten – oder in den Worten des Physikers und Comedians Vince Ebert (Facebook-Eintrag, 25.01.25 – 17:21 Uhr): „Die ‚Demo gegen Rechts‘ ist das Breitband-Antibiotikum gegen die Probleme unserer Zeit: Zu oft benutzt, dadurch praktisch wirkungslos und die einzigen Nutznießer sind inzwischen die Hersteller.“
Ex-FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg ließ sich dazu mit dem Schlagwort vom „empathielosen Bekenntniskitsch“ zitieren, den die grünen Oberindianer*innen da zelebriert hätten.
In diesem Zusammenhang muss ich auch immer wieder an die jahrealte, aber nach wie vor treffende Metapher des Psychologen und Islamismuskritikers Ahmad Mansour („Wir [Migranten] sind nicht eure Kuscheltiere!“) denken, der damit das ungezügelte Bedürfnis links-grüner Kreise nach der Inobhutnahme ihrer muslimischen Lieblingsopfergruppe auf den Punkt bringt.
Doch dass sich die Dominanz eben dieses Zeitgeistes zu drehen begonnen hat, lassen aktuelle Wahlumfragen anlässlich der vorgezogenen Bundestagsabstimmung am 23. Februar erhoffen. Leider ist es ausgerechnet die AfD, die sich mit billigen Nebelkerzen à la Weidel („Hitler war ein Kommunist!“) ihrer in Teilen dunkelbraunen Denkverirrungen zu entledigen hofft und von der renitenten Verweigerungshaltung des links-grünen Establishments kräftig profitieren kann.
Immer dann, wenn sich professionelle Philosophen (der Wortbedeutung nach also „Liebhaber der Weisheit“) öffentlich dazu bekennen, eine Religion aktiv zu leben (die von sich auch noch behauptet, auf einem „heiligen Buch“ zu gründen), lege ich meine Stirn in Falten und schüttle häufig den Kopf. So auch im Falle des deutschen Philosophen Tobias Haberl, der sich unlängst im TV-Format „Sternstunden Philosophie“ (SRF) mit Wolfram Eilenberger über seinen katholischen Glauben ausließ.
Aufgewachsen ab 1975 in einer tief religiösen häuslichen Umgebung im Bayerischen Wald, habe er wie selbstverständlich als Messdiener in der örtlichen Pfarrgemeinde gewirkt, dann allerdings nach seinem Wegzug in die Großstadt München zu Studienzwecken zunächst für ca. zwanzig Jahre dem christlichen Glauben den Rücken gekehrt, um mit Anfang 40 erneut zu seinen katholischen Wurzeln zurückzufinden und vor wenigen Monaten das Buch „Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe“ zu verfassen.
Nun muss ich gestehen, dieses Werk aktuell noch nicht gelesen zu haben – was ich im Laufe des kommenden Jahres 2025 allerdings mit Sicherheit nachholen werde! -, von daher bleibt mir als Grundlage meiner Kritik besagtes Eilenberger-Interview im Schweizer Fernsehen.
Haberl betont darin in typisch christlicher Manier das „göttliche Geheimnis“, das u.a. darin bestehe, dass nicht er zum Glauben gefunden habe, sondern umgekehrt der Glaube zu ihm gekommen sei.
Bereits die Eingangsworte des Moderators Eilenberger skizzieren in aller Knappheit das von Haberl offenbar in vollem Umfang mitgetragene Credo des christlichen Glaubens – das Bekenntnis zum „allmächtigen Gott“ und seinem „eingeborenen Sohn“ Jesus Christus – was, worauf Eilenberger hinweist, in vertrauter Runde durchaus zu „peinlicher Stille“ bei nicht-religiösen Gesprächspartnern führen könne.
Im Verlauf des Interviews bleiben dann jedoch denkbare Argumente eines solchen DIskutanten wenn nicht komplett aus, so doch Mangelware. Etwa, wenn Eilenberger unter Rückgriff auf Hans Blumenberg den von Haberl selbst aufgegriffenen Fakt der Existenz von hunderten von Milliarden Sternen und Galaxien einbringt und zu bedenken gibt, dass „die Erzählung, dass in einem solchen Universum vor 2000 Jahren ein Mensch für alle Sünden gestorben ist, […] eine geradezu massiv unwahrscheinliche Form an[nehme]“ (ab Min. 45:14).
Ein bestenfalls dezenter Hinweis, der jedoch in diesem Fall den religiösen Größenwahn, ein Gott habe sich exklusiv einer affenartigen Spezies auf einem einzigen Planeten unter unzählbaren Planetensystemen geoffenbart, nicht wirklich zu attackieren imstande ist.
Unmittelbar vor der oben zitierten Passage bringt Haberl dann auch noch einen Strohmann: „Menschen, die sagen, wir haben doch alles erforscht, wir haben doch alles ergründet“ – was er zurecht als vermessene Haltung kritisiert.
Ich frage mich dann allerdings: WER genau soll bitteschön diese Aussage (als Grundlage einer Kritik religiöser Positionen) geäußert haben!? Das scheint mir viel eher eine Haberl´sche Projektion aus der Zeit des wissenschaftlichen Positivismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf unsere Gegenwart zu sein!
Das bei mir durch so viel Glaubenseifer seitens des Interviewten unwillkürlich aufploppende Bekenntnis „Credo, quia absurdum est“ („Ich glaube, gerade WEIL es absurd erscheint“) enthält im Übrigen im dazu passenden Wikipedia-Eintrag ein Paulus-Zitat aus 1. Korinther 1, 18: „„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“
Und genau auf diese in der Bibel beinahe permanent auftauchende dichtome Gegenüberstellung „Wir“ gegen „die“ („Gerettete“ vs „Verlorene“, also „Gläubige“ gegen „Ungläubige“) geht Eilenberger in keiner Weise ein: ein Aspekt, der mich während meiner eigenen christlichen Aktivität als Jugendlicher und junger Erwachsener zunehmend verstört hat und dies auch bis heute tut“!
Weitere „unmenschliche Jesuszitate“ und andere biblische Perlen der Intoleranz und Absurdität finden sich übrigens hier.
Aber möglicherweise äußert sich Haberl dazu in seinem Buch, welches ich garantiert in den kommenden Monaten als Grundlage einer Rezension für diesen Weblog heranziehen werde.
Ein milder Samstag Abend Mitte November in der Kleinstadt Mühlheim am Main unweit von Frankfurt: Das jährliche Lichterfest lockt den einen und anderen Besucher in die ansonsten verschlafene Provinz. Gemeinsam mit zwei befreundeten Kollegen bummle ich über die Bahnhofstraße: hier ein Glühwein, dort ein Cevapcici-Brötchen; die Geschäfte haben lange geöffnet, die Stände sind bunt illuminiert, eine Zwei-Mann-Kapelle intoniert beschwingt Blasmusik – ein Hauch Vorweihnachtstimmung macht sich breit.
Als meine beiden Begleiter den Wunsch äußern, den örtlichen Esoterik-Laden besuchen zu wollen – man benötige neue Räucherstäbchen und die Auswahl an Edelsteinen sei gewiss groß – willige ich leicht widerstrebend ein. Habe ich doch vor annähernd 25 Jahren meine kurze, aber intensive Esoterik-Phase überwunden und zum rationalen Skeptizismus gefunden. Esoterik: Damit verbinde ich bis heute naives Geraune von „feinstofflichen Schwingungen“, allgegenwärtiger „Energie“, „Aura“, „Chakren“ und „Reinkarnation“. Nicht zuletzt auch ein penetranter Fatalismus, geht doch der beinahe jedem esoterischen Weltbild inhärente Wiedergeburtsglaube davon aus, dass negative Ereignisse in diesem Leben Reaktionen auf karmische Schuld aus früheren Inkarnationen darstellen. Ergo: Dass Menschen, denen Leid und Unheil widerfährt, dies genauso und nicht anders verdient hätten. Ein perverser, ein menschenverachtender Gedanke, der jedem politisch engagierten oder auch nur interessierten Menschen die Fußnägel aufrollen müsste!
Wie gut, dass sich die beiden offenbar nicht wirklich tiefgehend mit solcherlei Gedankengebäuden zu beschäftigen scheinen. Offensichtlich steht wirklich in erster Linie das dort erhältliche Räucherwerk sowie die Kollektion an Kristallen und anderen mehr oder weniger kostbaren Steinen im Mittelpunkt ihres Interesses.
Die beiden Autorinnen berichten ausführlich über die oft fatalen Folgen menschlicher Leichtgläubigkeit: Vermeintliche Wunderheiler, Medien und Gurus aller Art, die ihre „Neue Germanische Medizin“ oder anderweitige magische Rituale und Produkte („Mondwasser“, „Erzengelspray“ etc.) für teures Geld an die Frau (zumeist sind Angehörige des weiblichen Geschlechts deutlich anfälliger für die als harmonisch wahrgenommene Gedankenwelt der Esoterik) zu bringen.
Dabei scheint es mir mehr als offensichtlich, dass die vermeintliche Heilwirkung all dieses Hokuspokus zumeist einfach durch den Placebo-Effekt oder simple Spontanheilung zu erklären ist. Wie so häufig verwechseln die Gläubigen dann Korrelation mit Kausalität: Nur weil zwei Ereignisse in zeitlichem Zusammenhang zueinander geschehen, heißt dies noch lange nicht, das Ereignis A ursächlich für Ereignis B wäre.
Knapp zwei Wochen später stolpere ich auch noch über einen Fernsehbeitrag des Saarländischen Rundfunks zum 25-jährigen Jubiläum der sogenannten Marienerscheinungen von Marpingen (Saarland). („Als Maria ins Dorf kam“). Drei Frauen war zwischen Mai und Oktober 1999 laut eigener Aussage die „Muttergottes“ erschienen. Zehntausende Gläubige überrannten in der Folge förmlich die kleine Ortschaft, um von ihren Leiden erlöst zu werden. Zum Teil reisten Katholiken aus den USA, Südkorea und den Philippinen nach Marpingen.
Ein umfangreicher Bericht aus rational-skeptischer Warte über die Vorkommnisse des Jahres 1999 findet sich hier.
Besonders erschütternd in dieser Fernsehdoku: Die zum Zeitpunkt der „Erscheinungen“ 9-jährige, an den Rollstuhl gefesselte Maria kommt mit ihren gegenwärtigen Erinnerungen an diese für sie und viele andere Katholiken so bewegende Zeit zu Wort. Offenbar stand sie in engem emotionalem Kontakt zu den drei Marpinger „Seherinnen“. Die „Muttergottes“ habe sich eines Tages dann zu ihr und einigen anderen anwesenden Kindern wie folgt geäußert: „Diese Kinder sollen ihr Leid noch tragen!“ Worauf die kleine, tiefreligiöse Maria antwortete: „Alles in Gottes Hand. Mir ist alles egal!“ (Doku ab Min. 13:12).
Was für ein zynischer Glaube, der diesem kleinen Mädchen und mit ihm unzähligen anderen Gläubigen, ob katholisch, evangelisch, aber auch muslimisch, jüdisch oder esoterisch eingeimpft wurde!
Oder wie es in der nicht weniger beeindruckenden Erzählung „Lenz“ des hessischen Dichters Georg Büchner (1813-1837) heißt: „Leiden sei all mein Gewinnst, Leiden sei mein Gottesdienst!“
Wer menschliches Leiden als unabwendbar, da Ausdruck einer „himmlischen“ (Glaubens-)Prüfung auffasst, stellt sich gegen jedweden Versuch, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Karl Marx) und schlägt jedem betroffenen Menschen damit erneut ins Gesicht!
Letzten Endes hat ein solch perverser Glaube – auch bekannt als Fatalismus – kapituliert vor den Zuständen in dieser Welt, in denen Mächtige rücksichtslos ihre Herrschaftsinteressen auf dem Rücken der breiten Masse durchzusetzen gedenken. Sie predigen Anpassung daran, um auch der größtmöglichen Unmenschlichkeit (wie dem Massenmord an sechs Millionen Juden unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, heute unter Putins ultranationalistischen Schlächtern oder den Todeskult-Faschisten des radikalen Islam) einen vermeintlichen Sinn abzuringen.
Jeder an Aufklärung und Humanismus orientierte Mensch sollte es sich zur Aufgabe gesetzt haben, dieser Art Glauben auf das deutlichste zu widersprechen!
„Du sollst nicht fliegen/so viel Fleisch essen/Verbrennerautos fahren/Parteien jenseits der Ampelregierung wählen“ etc. pp. Derlei mehr oder weniger offene Forderungen seitens entsprechender Parteienvertreter des links-grünen Spektrums und ihrer häufig an Hofberichterstatter erinnernden journalistischen Steigbügelhalter existieren in der Tat nicht zu knapp.
Doch lassen derartige Tendenzen der gegenwärtigen bundesdeutschen Gesellschaft den Schluss für den dafür sensiblen Beobachter zu, hier sozialistische Umtriebe wie in der untergegangenen „Deutschen Demokratischen Republik“ (DDR, 1949-90) zu wittern und Alarm zu schlagen?
Ja, sagt die 2010 in die FDP eingetretene gebürtige Ostdeutsche Katja Adler. Ihr just erschienenes Werk „Rolle rückwärts DDR? Wie unsere Freiheit in Gefahr gerät“ aus dem FBV-Verlag liefert eine Menge Anhaltspunkte, bisher allzu sorglose Zeitgenossen wachzurütteln bzw. bereits bestehende Verdachtsmomente bestätigt zu sehen.
Adler schreibt: „Freiheit gerät mehr und mehr ins Abseits und mit ihr die Menschen, die an ihre Freiheit und die Freiheit anderer erinnern. Freiheitsliebende Menschen werden im argumentativen „Rechtsaußen“ vornehmlich mit Radikalen oder Extremisten gleichgestellt, unterstützt von angstschürenden Negativmeldungen, sollte der allgemeine Ruf nach mehr Freiheit mal wieder zu laut werden.“ (S. 269)
Diese These stützt die Autorin u.a. mit dem Verweis auf die Diffamierung von EIgenverantwortung z.B. während der Corona-Zeit, als über weite Strecken geradezu ein politisch-medialer Überbietungswettbewerb an Lockdowns, Schul- und Kitaschließungen, Kontaktbeschränkungen selbst zu den Feiertagen, Impfpflicht-Forderungen bis hin zu 2G/3G-Maßnahmen tobte.
Andersdenkende, die solcherlei staatliches Vorgehen als übergriffig und überzogen kritisiert hätten, seien als „unsolidarisch“, „egoistisch“ oder gar Teil einer „Verschwörungsideologie“ bzw. „Schwurbler-Szene“, wenn nicht gleich als „Nazis“ abgekanzelt worden.
Die Klimadebatte werde insbesondere von Anhängern und Vertretern der Bündnisgrünen dafür genutzt, staatliche Lenkungsmaßnahmen wie das Aus für den Verbrennermotor oder die Einschränkung von Flugreisen und Fleischkonsum zu verlangen.
Politisch unliebsame Konkurrenz – ergo: die AfD – werde statt im politischen Wettbewerb auf sachlicher Basis entzaubert zu werden, dämonisiert, da jede kleinste Annäherung an das Abstimmungsverhalten ihrer Mitglieder als Übereinstimmung mit deren Politik im Ganzen aufgefasst und verteufelt werde – siehe die Wahl des FDP-Manns Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten 2020 mit postwendender Einmischung der Kanzlerin.
Hier würden die sich als demokratisch verstehenden Kräfte, die immer wieder zur „Rettung“ der Demokratie vor den Rechtspopulisten der AfD aufriefen, selbst zu undemokratischen Akteuren.
Adler verbindet ihre die Gegenwart betreffenden Ausführungen dabei immer wieder mit „Rückblenden“ in die Zeit des real existierenden „Arbeiter- und Bauernstaates“ DDR und zeigt die ihrer Meinung in der Tat vorhandenen Parallelen im Hinblick auf die kollektivistische Ausrichtung der Politik und Wirtschaft, ja der Gesellschaft als ganzer auf.
Ihre Mahnungen vor den verheerenden Folgen sozialistischer Planwirtschaft für den gesellschaftlichen Wohlstand sollten in der Tat an entsprechender Stelle Gehör finden, was bei von ihrer eigenen Ideologie verblendeten Aktivisten jedoch kaum der Fall sein dürfte. Geht es denen doch darum, das eigene Gutsein durch Bestätigung innerhalb der eigenen Blase gespiegelt zu bekommen und im Notfall von außen kommende Kritik als „populistisch“ oder gar „rassistisch“, „transphob“ etc. abzuschmettern.
Gleichwohl lässt das Buch an der einen und anderen Stelle ein wenig Tiefgang bzw. Differenzierungsfähigkeit vermissen. So etwa sucht die geneigte Leserin vergeblich nach Hinweisen auf die starke Vernetzung der AfD mit klar neonazistischen Strukturen oder entlarvenden Aussagen etwa eines Maximilian Krah, der SS-Mörder „nicht automatisch als Verbrecher“ zu sehen bereit ist.
Auf diese Weise entpuppt sich die AfD eben doch wiederholt als alles andere als gewöhnliche Partei, die – wenn auch nicht verboten – immer wieder durch einige ihrer Mitglieder den begründeten Verdacht erweckt, die zur Schau gestellte harmlose Bürgerlichkeit sei nichts als eine schlecht sitzende Maske und der demokratische Rechtsstaat eher Mittel zum Zweck seiner Bekämpfung.
Ebenso wünschenswert wäre eine zumindest auf ein bis zwei Seiten angerissene Darstellung der Gründe dafür, warum die von Adler zu Recht kritisierte „ökologische Transformation“ (in erster Linie ist hier wohl an die sogenannte Energiewende zu denken) zumindest in ihrer gegenwärtigen Realisierung zum Scheitern verurteilt sein dürfte. An dieser Thematik näher Interessierte seien daher auf Monografien ausschließlich zu diesem Themenkomplex wie diejenige von Morten Freidel verwiesen.
Doch von derlei Nachlässigkeiten abgesehen eignet sich Adlers Buch auch für Menschen jenseits eines Hangs zur Wahl der FDP dazu, ihre luziden Gedankengänge ernstzunehmen und im Idealfall den Wert der Freiheit für sich persönlich, aber auch den Rest der Gesellschaft als erstrebenswert anzusehen und ihm wieder mehr Gehör zu verschaffen.
Denn selbst eine – nicht unwahrscheinliche – krachende Niederlage der Ampelparteien bei der kommenden Bundestagswahl im September 2025 muss noch keine Garantie für die automatische Besserung der aktuellen anti-individualistischen gesellschaftlichen Strömung bedeuten!
In diesen Tagen jährt sich das unfassbare Massaker der islamfaschistischen Hamas-Bestien an ca. 1200 Israelis vom 07.10.2023 zum ersten Mal.
Quasi zeitgleich und bis zum heutigen Tag wird der Norden Israels permanent von Raketensalven ihrer Glaubensbrüder der nicht minder lebensunwerten Hisbollah-Miliz überzogen. Grund genug, an den Dauerskandal zu erinnern, der sich seitdem und sicher auch noch weit in der Zukunft abspielt und u.a. in der unverhohlenen Verbrüderung der „postkolonialen Linken“ und den vernichtungsantisemitischen Mörderbanden besteht und ihren legalistischen Relativierungssympathisanten besteht.
In den Worten des Chefredakteurs der „Jüdischen Allgemeinen“, Philipp Peyman Engel in dessen Buch „Deutsche Lebenslügen. Antisemitismus, wieder und immer noch“:
„Es ist eine unheilige Allianz: Die postkoloniale Linke verschwistert sich mit antisemitischen muslimischen Migranten. Völlig unverblümt teilt sie ihren Judenhass. Es ist klassischer Antisemitismus in neuen Gewändern, und er hat katastrophale Folgen. In Berlin werden Davidsterne an Häuser und Wohnungen geschmiert, in denen Jüdinnen und Juden leben. Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern bittet unsere Redaktion, die „Jüdische Allgemeine“ nur noch in neutralen Umschlägen an ihre Mitglieder zu verschicken. Die ersten – und letzten? – jüdischen Familien ziehen weg aus Neukölln: ein Sieg der Muslime, von denen manche zum bestialischen Massenmord an 1200 Menschen Baklava reichten.“ (S. 40)
Engel rechnet darin schonungslos mit den zumeist floskelhaften Lippenbekenntnissen zu Israel als „Staatsräson“ etwa aus dem Mund einer Claudia Roth oder eines Frank-Walter Steinmeier ab. Wobei er Letzterem zugute hält, im Rahmen einer Israel-Reise mit Videovorführung der Hamas-Gräueltaten ernsthaft geläutert worden zu sein. Jedoch bleibe das jahrelange Russland- und Iran-Appeasement des heutigen Bundespräsidenten und einstigen Außenministers ein schweres Manko, das ihm vor allem viele deutsche Juden nicht verziehen hätten.
Derweil erzielen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) dieser Tage zahlreiche Erfolge bei der Ausschaltung ranghoher Hamas- und Hisbollah-Kommandeure bis hin zu deren Oberteufel Hassan Nasrallah. Auch sei an dieser Stelle an die massenhaften Explosionen von Hisbollah-Pagern und Walkie Talkies erinnert: Auch wenn die Terrormiliz dadurch natürlich nicht tödlich geschwächt wird, so dürfte sie doch empfindlich geschwächt worden sein.
Umso gespenstischer, dass vielen Deutschen eine klare Parteinahme innerhalb dieses Konflikts so schwer zu fallen scheint, sei es aus Oberflächlichkeit/Desinteresse oder ressentimentgeladener Abneigung gegenüber dem jüdischen Staat.
Sie zählt zu den hellsichtigsten intellektuellen Köpfen des Landes und verfügt als Ethnologin am Frankfurter Forschungsinstitut Globaler Islam (FFGI) zudem über eine beachtliche Expertise in Bezug auf die politisch aktiven Strömungen innerhalb der Weltreligion des Islam.
Daher mahnt und warnt sie seit Jahren vor der Gefährlichkeit nicht nur der gewaltbereiten Anhänger dieser Szene in Deutschland wie andernorts. Mit Blick auf den nach wie vor stümperhaften Umgang der „großen“ Politik damit – oftmals geradezu anbiedernd bis koalierend – muss man – nicht erst seit dem Terrorakt von Solingen – konstatieren: ein Scheitern auf ganzer Linie!
Die Rede ist von Prof. Susanne Schröter – hier auf diesem Blog bereits mehrmals positiv zitiert. Zwei Tage vor dem vorerst letzten Kapitel der an Messerstechereien und Vergewaltigungen nicht gerade armen Bilanz migrantischer Täter, der Ermordung dreier Teilnehmer der 650-Jahr-Feier der „Klingenstadt“ Solingen am 23.08.2024, welcher der AfD bei den unmittelbar bevorstehenden Landtagswahlen am 01.09. in Sachsen und Thüringen erneute Stimmenzuwächse bescheren dürfte, schrieb Schröter wieder einmal absolut zutreffend in ihrer „Focus“-Kolumne:
„Dass der Kampf gegen Rechts […] keineswegs nachhaltig war, zeigte die Europawahl. Obwohl der AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah kurz vor der Wahl von seiner eigenen Partei aus dem Rennen gezogen und mit einem Auftrittsverbot belegt wurde, erzielte die AfD 16 Prozent und gelangte nach der Union auf Platz zwei.
Allen Unkenrufen zum Trotz, dass es sich bei der AfD um eine Partei alter Männer handele, gaben ihr 17 Prozent der jungen Wähler zwischen 16 und 24 Jahren die Stimme. Nur elf Prozent wählten grün, jeweils neun Prozent die SPD und die sich betont jugendlich gebende Partei Volt.
Gleichauf mit der AfD lag bei den Jungwählern lediglich die Union. Angesichts solcher beunruhigender Ergebnisse hieß es: die Anstrengungen im antifaschistischen Kampf zu verdoppeln, um das Volk in letzter Minute wachzurütteln. […]
Eine Partei [AfD], in der es zweifellos Menschen mit rechtsradikaler und menschenverachtender Einstellung sowie Verbindungen zu dumpf-faschistoiden Kreisen gibt? In der eine fundamentale USA-Feindlichkeit und eine ebenso manifeste Zuneigung zu Russland inklusive seines derzeitigen Potentaten kultiviert wird?
Es gäbe genug zu erklären, doch dafür müsste man sich einerseits inhaltlich mit ihren politischen Positionen sowie andererseits mit den Bedingungen auseinandersetzen, die sie als Alternative zu den anderen Parteien erscheinen lassen. Das geschieht allerdings nicht. Stattdessen werden von Medien, Politik und nicht-staatlichen Politakteuren Worthülsen aneinandergereiht, die niemanden überzeugen können, der nicht ohnehin der Ansicht ist, hier sei der leibhaftige Antichrist erschienen. […]
Von woke-linker Seite hat man es sich […] angewöhnt, alle, die nicht die eigene Ideologie teilen, umstandslos als rechts im Sinne von rechtsradikal zu denunzieren. Ganz besonders gilt dies für Kritik an der Gender-Ideologie, am Islamismus oder an der derzeitigen Migrationspolitik.
Dies sind aber just Themen, die große Teile der Bevölkerung umtreiben. Quer durch alle Schichten reagieren Menschen zunehmend empfindlich auf die moralinsauren Besserwisser in Medien, Bildungseinrichtungen und Politik, die ihre Ideologie für eine allein seligmachende Wahrheit halten und andere dazu nötigen wollen, verquastete Sprachregelungen zu praktizieren und über die Herkunft von Messerstechern zu schweigen, die Züge und Bahnhöfe unsicher machen.
Sie möchten sich nicht damit abfinden, dass Fußgängerzonen durch Poller vor islamistischen Anschlägen geschützt werden müssen, dass Frauen im öffentlichen Raum nicht mehr sicher sind oder dass Kinder in der Schule gemobbt werden, weil sie Deutsch sprechen. Sie halten nichts davon, dass Polizisten des Racial Profiling beschuldigt werden, wenn sie angesichts immer schwierigerer Umstände versuchen, für Sicherheit zu sorgen.“
Und auch die Abschiebung von 28 afghanischen Straftätern – die erste seit Machtergreifung der Taliban Mitte 2021 – wird nicht einmal mehr als Beruhigungspille für eine in weiten Teilen zurecht erregte Bevölkerung herhalten können – zumal diese Aktion bereits seit zwei Monaten in Planung war und daher keineswegs als aktionistische Maßnahme nach Solingen zu verstehen ist.
Nach der Tötung von zwölf Kindern und Jugendlichen eines überwiegend von Drusen besiedelten Ortes auf den Golanhöhen am 27. Juli durch die Terrororganisation Hisbollah und dem heute (30.07.) erfolgten israelischen Vergeltungsschlag auf die Unterkunft eines ihrer Anführer in Beirut wächst einmal mehr die Gefahr der Ausweitung des Konflikts.
Und da es im Kern natürlich noch immer um das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern geht – insbesondere seit dem unsäglichen Massenmord an ca. 1200 Israelis und der Verschleppung von über 200 Geiseln durch die Hamas-Barbaren am 07.10.2023 – sei an dieser Stelle auf den Kommentar von Mirna Funk in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) verwiesen. Auch wenn dieser bereits am 18.10. letzten Jahres und damit noch unter dem unmittelbaren Eindruck des Grauens verfasst wurde, hat er nichts an seiner Aktualität eingebüßt:
Funk führt darin die Doppelbödigkeit palästinensischerseits auf, zum einen die Juden in Bausch und Bogen zu verdammen und zugleich von ihnen die Belieferung mit Elektrizität, Wasser und Lebensmittel für den Gazastreifen zu fordern. Zudem hätten deren Funktionäre die Milliarden an internationalen Hilfsgeldern seit dem vollständigen Abzug der Israelis aus Gaza 2005 sinnvollerweise für den Aufbau eines „Abu Dhabi der Levante“ inklusive Ankurbelung des Tourismussektors verwenden können. Dass dem nicht so war, dürfte allgemein bekannt sein: Stattdessen scheuten die Hamas-Terrorfürsten nicht einmal vor der Zweckentfremdung gelieferter Wasserohre zu Raketenwerfern zurück!
Die dschihadistischen Erlösungsfantasien – dargelegt in Artikel 7 der bis heute gültigen „Charta“ der Hamas – glichen in erschreckender Weise denen der Nationalsozialisten von der Befreiung der Welt von den jüdisch-bolschewistischen Übeln.
Zudem sei das palästinensische Opfernarrativ mittlerweile bis „in den hinterletzten Hörsaal jeder Universität“ vorgedrungen, während niemand die Verantwortung Ägyptens thematisiere, welches ebenso wenig wie Jordanien oder Syrien an deren massenweiser Aufnahme interessiert sei.
Einmal mehr bleibt abzuwarten, welche antiisraelischen Ressentiments die deutsche Medienberichterstattung der kommenden Tage durchlaufen wird.
Und: Nein, eine Kritik der Regierung Netanjahu stellt selbstverständlich NICHT automatisch einen Ausdruck von Antisemitismus dar!
Nach dem Tötungsdelikt Ende Mai in Mannheim, bei dem ein afghanischer Islamist einen jungen Polizisten während dessen Dienstzeit umbrachte, erregt seit einigen Tagen ein weiterer brutaler Fall viele Gemüter: Die Rede ist vom 20-jährigen Philippos, der nach der Abiturfeier seiner Schwester im Kurpark von Bad Oeynhausen durch unfassbare Gewalt seitens eines 18-jährigen Syrers vom Leben zum Tode befördert wurde.
Wie nicht anders zu erwarten, schwieg sich die hohe Politik – anders als bspw. bei den „Ausländer raus!“-Grölern von Sylt – lange dazu aus. Als sich dann Innenministerin Nancy Faeser (SPD) endlich doch noch zu einigen dürren Worten durchringen konnte, gingen ihre Äußerungen in eine Richtung, der man den ganzen ideologischen Überbau anmerken konnte, der für viele links-grün tickende Politiker typisch ist: Schuld an der Tat ist nicht das sie ausführende Individuum, sondern die zur Integration unfähige/unwillige Gesellschaft!
Dazu schreibt in treffender Weise FOCUS-Redakteur Christian Döbber. Laut Faeser „müsse [man] viel mehr über ‚diese Form der nicht gelungenen sozialen Integration‘ sprechen, […] , um dann zu beklagen, dass alle ‚immer nur auf die Zahlen‘ blicken und niemand mehr über die Unterbringung von Migranten sprechen würden.
Wie bitte? Nahezu täglich ist die desaströse Flüchtlingssituation in den Kommunen Thema in diesem Land – sei es bei Markus Lanz, in Brandbriefen von Landräten oder auch hier bei FOCUS online. Unternommen hat Faeser wenig bis nichts.
Stattdessen offenbaren ihre Ausführungen zu Bad Oeynhausen nun, wie die Ministerin offenbar über Gewalttaten von Zugewanderten denkt. Wenn Migranten ein Verbrechen begehen, dann ist das in Faeser Weltbild auf die sozialen Umstände, in denen sie leben, zurückzuführen: schlechte Unterbringung, schlechte Integration. Eigenverantwortung auch für Geflüchtete? Fehlanzeige.
Hier ist sie wieder, die Lieblingserzählung der linken Multikulti-Träumer: Nicht der Migrant, der eine Gewalttat begeht, ist schuld, sondern ihr, die es nicht schafft, ihn ordentlich zu integrieren.“
Dass Faeser und andere Linke/Grüne in verantwortungsvollen Positionen offenbar unfähig zum rationalen Denken sind, wenn es um ihre ideologischen Herzensthemen Migration, Energiewende etc. geht, scheint noch immer in Stein gemeißelt zu sein. Im Grunde kann man also nur auf eine krachende Abwahl dieser unfähigen Gestalten bei der Bundestagswahl im Spätsommer 2025 hoffen – wohlwissend, dass das Virus der Realitätsverleugnung längst auch in Teilen von CDU/CSU und FDP Einzug gehalten hat…
Riesen Aufregung durchzog dieser Tage wieder einmal das ganze Land, nachdem eine Horde depperter Champus-Schnösel im Sylter „Pony Club“ offenbar der Meinung war, im Suff singe es sich ganz ungeniert „Ausländer raus!“ und „Deutschland den Deutschen!“ zum Hit „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostini.
Selbst die Tagesschau widmete dem „Skandal“ in ihrer 20-Uhr-Ausgabe vom 24.05.2024 gut zwei Minuten (ab Min. 9:00).
Mittlerweile hat der Betreiber des Clubs Strafanzeige gegen die Beteiligten gestellt (siehe obigen SWR-Link); mindestens einer der Betreffenden verlor seine berufliche Anstellung.
Schwenk nach Berlin: Hier zeigt sich derweil, dass selbst das Liken offen antisemitischer Beiträge durch Prominente wie der Präsidentin der Technischen Universität, Geraldine Rauch, im Gegensatz zum Sylter Vorfall so gut wie keine öffentlichen Empörungsreaktionen hervorrufen konnte.
Rauch hatte laut „Neuer Zürcher Zeitung“ ein Foto mit „Gefällt mir“ markiert, auf dem in der Türkei ein antiisraelischer Protestzug zu sehen ist, der u.a. ein Plakat mit Ministerpräsident Netanjahu nebst Hakenkreuzen und Blutfluss aus dessen Mund zeigt.
Dass sich die Dame noch immer in Amt und Würden befindet bzw. dienstrechtliche Konsequenzen offenbar nicht in Erwägung gezogen werden, zeigt wie so häufig das Messen mit zweierlei Maß im linken Medienmainstream und der weitgehend von dessen Hofberichterstattung profitierenden (Ampel-)Politik.
Im Kontext der Spionage-Vorwürfe gegen einen chinesischen Mitarbeiter des Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) zur Europawahl, Maximilian Krah, lässt sich seit Kurzem immer weniger leugnen, welch massiven antiwestlichen Positionen auch Krah selber vertritt.
In der Talkshow „Lanz“ vom 24.04.24 wird ein ca. drei Jahre altes Video Krahs eingespielt, in welchem er unverhohlen das autokratische System der Volksrepublik China hervorhebt (ab Min. 13:10). Eine fassungslos machende Tatsache, die in der selben Sendung vom SPIEGEL-Politikredakteur Wiedmann-Schmidt dahingehend kommentiert wurde, eine gewisse Nähe zu Russland fände sich bei vielen AfD-Vertretern, eine Nähe zu China dagegen sei ein „Alleinstellungsmerkmal“ Krahs.
Auf Tiktok erlangte Krah bereits Monate zuvor zweifelhafte Berühmtheit für ein skurriles Video („Amerika ist nicht unser Freund!“, „Schau keine Pornos!“, „Echte Männer sind rechts; dann klappt´s auch mit der Freundin!“ etc.), wobei seine Lobeshymne auf den türkischen Islamistenherrscher Erdogan hier noch nicht einmal mit dabei ist.
Wer also allen Ernstes noch immer der Meinung gewesen sein sollte, dass in führender Funktion der AfD Menschen den Ton angeben, die ehrlich und aufrichtig „für Deutschland und seine Interessen“ streiten, der sollte hier eines Besseren belehrt worden sein (ist aber in vielen Fällen eh hoffnungslos im Kaninchenbau des AfD-Opfergejammeres verloren).
Eine AfD mit derlei Gruselgestalten in Schlüsselpositionen kann mitnichten eine Option für liberal-konservativ denkende Zeitgenossen sein!
Die Frau muss Nerven wie Drahtseile haben, jedenfalls ging sie laut eigener Beschreibung durch die Hölle des Rassismusvorwurfs, knickte aber nicht vor der Niedertracht dieser Anwürfe ein und ließ ihre Erfahrungen auch noch in ein zutiefst vom Geist der Aufklärung durchdrungenes Sachbuch einfließen:
Die Rede ist von der Frankfurter Ethnologin Prof. Susanne Schröter und ihr aktuelles Werk „Der neue Kulturkampf. Wie eine woke Linke Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft bedroht“.
Ausgehend von ihren eigenen leidvollen Erfahrungen beschreibt die Autorin sehr anschaulich und ohne im akademisch-verschwurbelten Unbestimmten zu verharren eine sich selbst als „erwacht“ (engl. woke) verstehende Linke, die sich ausgehend von US-amerikanischen Elite-Universitäten zunehmend auch an höheren Bildungsstätten im deutschsprachigen Raum festsetzt und von dort aus große Teile der Kultur-, Medien- und Politikszene ideologisch auf Linie zu bringen versucht – leider viel zu oft mit mehr oder weniger großem Erfolg.
Ideologische Basis des Ganzen bildet laut Schröter die sog. „Postcolonial Theory“, d.h. die simple Kategorisierung der Menschheit in Täter- und Opfergruppen im Hinblick auf tatsächliche oder vermeintliche Rassismus- und/oder Sexismuserfahrungen. Kurz gesagt: Als Tätergruppen gelten ausnahmslos weiße, heterosexuelle und nicht-muslimische Männer, Opfer sind dem zufolge immer Frauen, häufig homo- oder bisexuell (bzw. sich im falschen Körper wähnend, also transsexuell), im Idealfall auch noch kombiniert mit der Identität als Muslime.
Differenzierende Nuancen kennt diese holzschnittartige Einteilung laut Schröter nicht. So wird die Verantwortung für den Sklavenhandel und das damit einhergehende massenhafte Leid von Millionen Menschen ausschließend den Europäern mit ihrem Transatlantikhandel zugeschrieben. Der zahlenmäßig vermutlich umfangreichere, von muslimischen Arabern betriebene Sklavenhandel fällt für die woken Akteure dagegen vollständig unter den Tisch. Wer dieser sektenartigen Zweiteilung der Welt in Täter- und Opferkollektive auch nur punktuell widerspreche, müsse mit scharfen Angriffen („Shitstorms“, in erster Linie innerhalb der Sozialen Medien), schlimmstenfalls mit Ausladungen von (akademischen) Veranstaltungen bis hin zum beruflichen Karriereende rechnen.
Anhand der von ihr selbst im April 2023 für das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) veranstalteten Konferenz „Migration steuern, Pluralität gestalten“ und der sich anschließenden Kampagne gegen sich selbst sowie das gesamte Institut zeigt die Autorin auf, mit welchem fundamentalistischen Furor viele Aktivisten der woken Szene agieren. Insbesondere das Thema Migration / Islam stehe immer wieder im Mittelpunkt woker Attacken, da aus Sicht dieser Leute Migranten stets unschuldige „Schutzsuchende“ seien, Muslime nur als Opfer einer als strukturell rassistisch dargestellten Gesellschaft wahrgenommen würden.
Besonders betroffen machen ihre Ausführungen dann, wenn sie die häufig durch Wegducken und Mitläufertum bestehenden Reaktionen universitärer Entscheidungsgremien darstellt und auch auf die zumindest partielle Unterstützung woker Anliegen durch Teile der Mainstream-Medien zu sprechen kommt.
An einigen Stellen verfällt die Autorin jedoch in eine zu sehr pauschalisierende Wortwahl (z.B. „Während die Transbewegung Menschen mit ihrem Hass verfolgt, […]“, S. 161), doch mögen derlei Termini durch die persönliche Verletztheit Schröters zustande gekommen sein, wie auch die Rezension des Humanistischen Pressedienstes betont.
Dass die Gefahr der großformatigen Durchdringung weiter gesellschaftlicher Segmente möglicherweise nicht ganz so akut sein dürfte, wie die Autorin suggeriert, lässt sich unter Umständen an der Entscheidung der Landesregierungen Bayerns und Hessens gegen die sogenannte geschlechtersensible Sprache („Gendern“) in Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen sowie an der derzeit um sich greifenden Debatte um die Selbstinszenierung des deutschen Fußballnationalspielers Antonio Rüdiger erkennen, der mit dem sogenannten, als islamistische Geste deutbaren, Tawhid-Finger anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf seinem Social-Media-Account posierte.
„Diejenigen, die den Staat verhöhnen, müssen es mit einem starken Staat zu tun bekommen!“ polterte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vor ca. zwei Wochen anlässlich einer Pressekonferenz los.
Und ihre Kabinettskollegin Lisa Paus (B`90/Die Grünen) ergänzte, „Hass im Netz“ auch unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit entschieden bekämpfen zu wollen. Was der arglose Bürger wohlmeinend als angebrachte „klare Kante“ gegen (rechts-)extremistische Umtriebe interpretieren dürfte, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als beinharte Maßnahme des Demokratieabbaus – und das seitens der Regierung!
CICERO-Herausgeber Alexander Marguier sieht hier gar den ersten Schritt in einen Überwachungsstaat. Und in ähnlicher Weise beklagt die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) die Schwammigkeit der regierungsamtlich verwendeten Begrifflichkeiten („Verhöhnen“, „Delegitimierung des Staates“ etc.). Hinzu kommt: Der deutsche Inlandsgeheimdienst in Gestalt des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) nimmt innerhalb der westlichen Demokratien eine Sonderrolle ein, indem er nicht nur straffällig gewordene und offen verfassungsfeindlich agierende Einzelpersonen und Organisationen nachrichtendienstlich überwacht, sondern eben auch immer wieder solche, die sich keiner kriminellen Handlungen bedient haben, aber eventuell eine teilweise recht ruppige Art der politischen Auseinandersetzung pflegen (z.B. „Fridays for Future“).
Der u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) schreibende Jurist Ronen Steinke nennt diese sonderbare Art des bundesdeutschen Spionageverständnisses einen „Politik-Beobachtungs-Verfassungsschutz“, der mehr oder weniger je nach politischem Gusto der jeweils Regierenden lange Zeit vor allem die radikal linke, seit dem Rauswurf Hans-Georg Maaßens (Ex-CDU, heute WerteUnion) vom Posten des BfV-Präsidenten unter dessen Nachfolger Thomas Haldenwang (CDU) hauptsächlich die extrem rechte Seite des politischen Spektrums (oder vielmehr das, was seine Vorgesetzten dazu erklären) auf dem Radar habe.
In diesem Zusammenhang muss natürlich auch das von Faeser selbst sowie zahlreichen Medien betriebene, völlig überzogene Suggerieren, beim ominösen „Potsdamer Geheimtreffen“ vom November 2023 in der „Villa Adlon“ habe es sich quasi um eine Art „Wannseekonferenz 2.0“ gehandelt. In Letzterer beschlossen führende Nazi-Funktionäre bekanntlich die millionenfache TÖTUNG von Juden, während es bei Ersterem allem Anschein eher um sich im grundgesetzlich einwandfreiem Rahmen bewegende Gedankenspiele in Richtung ABSCHIEBUNG nicht asylberechtigter Ausländer gegangen sein dürfte – von Menschen ohne jede Regierungsgewalt wohlgemerkt!
Die sich aus der hysterisierten Medienberichterstattung ergebende Kurzschluss-Formel „Potsdamer Treffen = Wannseekonferenz / AfD = neue NSDAP“ ergibt somit Wasser auf die Mühlen einer auf dem rechten Auge hyperaktiven Regierung, die im Gegenzug die Gefahren des radikalen (politischen) Islams und seiner linksradikalen Spießgesellen sträflich vernachlässigt.
Seitdem ich im Geschichtsunterricht der 9./10. Klasse erstmalig mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten konfrontiert wurde, habe ich mir geschworen, alles zu tun, um allem, was auch nur im Entferntesten auf eine Wiederholung derartiger Zustände hindeuten könnte, entschlossen entgegenzutreten. Während meines Studiums Anfang bis Mitte der 2000er-Jahre war es mir daher mehrfach ein Herzensanliegen, gegen diverse Aufmärsche der NPD bzw. sog. „freier Kameradschaften“, u.a. in Bremen, Hamburg, Hannover und Verden, mitzudemonstrieren.
Warum ich mich jedoch den gegenwärtig stattfindenden Demonstrationen, die häufig unter dem Label „gegen rechts “ oder „gegen die AfD“ laufen, nicht anschließen kann, fasse ich im Folgenden kurz zusammen:
Sprachliche Schludrigkeit: Der Terminus „gegen rechts“ verwischt bewusst oder unbewusst die sprachliche Grenze zwischen einem in einer Demokratie legitimen politischen Spektrum auf dem Boden des Grundgesetzes (liberal-konservativ/moderat rechts etc.) und eindeutig verfassungsfeindlichen Strömungen. Letztere müssen dann aber klipp und klar als „rechtsradikal“ bzw. „rechtsextrem“ bezeichnet werden. Versuche, Teile von FDP und/oder CDU/CSU oder gleich diese Parteien in ihrer Gesamtheit als „rassistisch“ oder „Nazis“ zu labeln, stellen eine nicht hinzunehmende Diffamierung des politischen Gegners vonseiten einiger Vertreter des links-grünen Parteienspektrums dar.
Zweifel anobjektiver Berichterstattung: Der Auslöser dieser Demonstrationen, der Artikel „Geheimplan gegen Deutschland“ des sich als unabhängig gerierenden Recherche-Netzwerks CORRECTIV arbeitet mit jeder Menge Vermutungen und lässt daher Zweifel an einer objektiven journalistischen Arbeit aufkommen: Der angebliche Plan der Teilnehmer des ominösen Treffens in der Potsdamer „Villa Adlon“ im November 2023 (u.a. wenige Mitglieder aus AfD und Werteunion, darunter der damalige Weidel-Referent Roland Hartwig), willkürlich und millionenfach Menschen allein aufgrund ihrer Herkunftsgeschichte und/oder Hautfarbe zu „deportieren“ (was in der Tat dem Vorgehen der Nationalsozialisten und ihres Reichssicherheitshauptamts (RSHA) unter Federführung eines Adolf Eichmann zumindest nahe käme), wird bspw. vom teilnehmenden Jura-Prof. Ulrich Vosgerau dementiert: So habe der ehemalige Chef der „Identitären Bewegung“ Österreichs, Martin Sellner, im durch CORRECTIV skandalisierten Vortrag lediglich die Abschiebung von „vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländern“ gesprochen. Die selbe Zielgruppe also, die selbst ein Bundekanzler Scholz (vgl. SPIEGEL-Ausgabe 43/2023) „in großem Stil“ aus Deutschland fortzuschaffen gedenkt.
Messen mit zweierlei Maß: Während die (angeblichen oder tatsächlichen) Ausführungen Sellners also medial zu einem Mega-Skandal aufgeblasen werden, verhält es sich mit ganz ähnlich lautenden Äußerungen vonseiten einiger Regierungsmitglieder vollkommen anders: Über diese wird i.d. Regel neutral berichtet, obwohl, wie im Falle des (zurückgezogenen) Vorschlags von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) aus dem August 2023, sehr wohl erhebliches Skandalisierungspotential darin liegt, als sie zur Debatte stellte, Angehörige ausländischer Clan-Familien rein aufgrund der Namensübereinstimmung mit ihren straffällig gewordenen Verwandten selbst dann abzuschieben, wenn Ersteren gar keine kriminellen Handlungen nachgewiesen worden seien.
Teils Dubiose Demo-Anmelder: Zumindest einige der derzeit organisierten Demonstrationen werden von Organisationen oder Einzelpersonen angemeldet, die selbst ein zumindest zweifelhaftes Verhältnis zum freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat an den Tag legen, wie dies im Falle der Anmelderin einer Münchener Demo, Lisa Poettinger, nahezuliegen scheint.
Infantiler bis antidemokratischer Zungenschlag: Viele Demo-Parolen, -Banner und -Sprüche zeichnen sich durch ihre lächerlich-naive, manchmal widersprüchliche („Ganz [Stadt XY] hasst die AfD!“ – an anderer Stelle wird dann „Hass ist keine Meinung“ gefordert), teils offen antidemokratische Stoßrichtung aus. Den Extremfall stellt ein Transparent auf einer Aachener Kundgebung dar, in dem vermeintlich wortspielerisch von „AfDler töten“ die Rede war.
Mediale und politische Hysterie: Selbst wenn die Inhalte des Austauschs auf dem Treffen in Potsdam klar menschen- und demokratiefeindlicher Art im Sinne von CORRECTIV gewesen sein sollten: Zu suggerieren, bei der AfD handle es sich um die neue NSDAP oder die Absichten der millionenfachen Willkür-Abschiebungen könnten realistisch in absehbarer Zeit von ihren Verfechtern in die Tat umgesetzt werden, muss als Verharmlosung der nationalsozialistischen Barbarei eingeordnet werden. Selbstverständlich tummeln sich in der AfD jede Menge anti-westliche Demokratiefeinde (neben dem obligatorischen Björn Höcke etwa ein Matthias Helferich aus NRW, nach Eigenaussage „das freundliche Gesicht des NS“)! Auch ich betrachte diese Partei als „in Teilen rechtsextrem“. Aber selbst, wenn die AfD nach den drei ostdeutschen Landtagswahlen im Spätsommer dieses Jahres einen eigenen Ministerpräsidenten stellen sollte, würde das noch lange nicht das demokratische System der Bundesrepublik ins Wanken bringen. Kommentare aus Politik und Medien, die das Potsdamer Treffen in die Nähe der NS-Wannseekonferenz rücken, sind hochgradig überzogen, ja infam. Der Ex-Grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer stellt wie leider viel zu wenige Politiker und Medienschaffende absolut zutreffend fest, dass die durch die Demos verstärkte Skandalisierung der AfD deren Aufstieg in der Wählergunst keineswegs bremse. Dies könne vielmehr durch eine den Sorgen der breiten Masse der Bürger zugewandte, von ideologischen Scheuklappen befreite Politik der etablierten Parteien bewirken.
Einseitige Fixierung auf Rechtsradikalismus autochthoner Deutscher: Geht es gegen die AfD und ihr Umfeld, sind erstaunlicherweise binnen weniger Tage Millionen Menschen mobilisiert. Dagegen hielt sich der Zuspruch zu den Israel-Solidaritäts-Kundgebungen im Gefolge des Hamas-Terrors vom 07.10.2023 nach nur wenigen Tagen seeeeeehr in Grenzen. Vielmehr waren sogar Palästina-Aktivisten (mit Sicherheit zu annähernd 100 % klare Antisemiten!) mit den entsprechenden Flaggen und Sprechchören „gegen rechts“ unterwegs – ohne dass sie dafür nennenswerten Widerspruch erfuhren oder gar aus den Demos herausgedrängt wurden. Generell nehmen viele Deutsche die Gefahr des (legalistischen, also gewaltfreien) radikalen Islam nicht oder nur am Rande wahr. Natürlich verfügt diese ebenso rechtsradikale Strömung hierzulande nicht über eine Partei als Agitationsbasis. Das ist auch gar nicht nötig, wenn man sich vor Augen hält, in welch unvorstellbarem Ausmaß die etablierte Politik immer und immer wieder den Steigbügelhalter für die entsprechenden freiheitsfeindlichen Islamverbände gibt!
Politische Selbstbestätigung und Entlastung von Schuld der Vorfahren: Ich werde das Gefühl nicht los, dass es vielen Demo-Teilnehmern „gegen rechts“ in erster Linie darum geht, nachträglich zu beweisen, dass sie 1933 auf der „richtigen Seite der Geschichte“ gestanden hätten und sich somit von der Schuld der eigenen Familienangehörigen reinzuwaschen. Selbstverständlich kann ich dazu keine validen Belege heranziehen, doch ein starker Verdacht bleibt.
Regelmäßige Leser meines Blogs dürften sicher nicht gerade selten das Gefühl erhalten, dass der (gegenwärtige radikale) Islam nicht unbedingt meine Lieblingsreligion sei. Da ist sicher mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit dran, wenngleich es selbstverständlich für mich als eingefleischten Religionskritiker so etwas wie eine bevorzugte Religion überhaupt nicht geben kann!
Wie dem auch sei, spätestens mit dem barbarischen Massaker der Hamas vom 7. Oktober dieses Jahres und den darauf einsetzenden weltweiten Jubelstürmen mehr oder weniger offen antisemitischer Muslime (und Linksradikaler!) ist vor aller Welt Augen mehr als sichtbar zu Tage getreten, was für ein immenses Gewaltproblem die Religion Mohammeds in ihrer Mitte mit sich herumschleppt.
Als geschichtsaffiner Mensch genügt mir jedoch kein alleiniger Blick in die Gegenwart, zumal die Vergangenheit und deren Interpretation reichlich Stoff für verblüffende Erkenntnisse bietet.
Eine solche (Dauer-)Verblüffung stellt sich mir aktuell immer wieder während der Lektüre des ausgezeichneten Werkes „Gottes Schatten. Sultan Selim und die Geburt der modernen Welt“ aus der Feder des US-Historikers Alan Mikhail ein.
Der Autor widmet sich darin der expansionsfreudigen Phase des Osmanischen Reichs um das Jahr 1500 unter Sultan Selim (dem Enkel des Konstantinopel-Erobereres Mehmed von 1453). Nicht nur die ständigen Intrigen zwischen den Halbbrüdern Selim, Ahmed und Korkud um die Nachfolge ihres Vaters Bayezid auf den Sultansthron von Istanbul nehmen breiten Raum in dem 510-seitigen Werk ein. Überraschend ausführlich widmet sich Mikhail ebenfalls dem genuesischen Entdecker Christoph Kolumbus und dessen Motivation sowie Folgen seines verhängnisvollen Segelabenteuers Richtung Westen, womit er 1492 durch seine Anlandung auf den Bahamas Weltgeschichte schrieb.
Kolumbus habe sich weniger als Entdecker, sondern vielmehr als Soldat Gottes im Dienste der spanischen Krone verstanden. (Königin Isabella von Kastilien finanzierte sein Unternehmen.) Sein Soldatentum habe er in erster Linie auf seine glühende Gegnerschaft gegenüber dem Islam (insbesondere osmanischer Prägung) verstanden: Durch die zunehmende Vorherrschaft der Osmanen über große Teile des Mittelmeers (u.a. Einnahme des italienischen Otranto 1480, wenngleich nur für ein Jahr!) habe sich Kolumbus erst dazu gedrängt gesehen, den Seeweg nach Westen anzutreten. Jedoch sei es ihm weniger um die lukrative Welt der Gewürze Indiens gegangen, sondern darum, auf westlicher Route die Osmanen einzukesseln und sich mit dem laut Marco Polo dem Christentum aufgeschlossenen mongolischen Großkhan gegen diese zu verbünden.
Mikhail benennt in diesem Zusammenhang das neunte Kapitel seines Buches mit „Christlicher Dschihad“.
Ebenfalls nicht unerwähnt bleibt die relative Toleranz des osmanischen Islams in Anbetracht der gnadenlosen Muslim- und Judenverfolgung nach dem Abschluss der Reconquista (christliche Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Muslimen 1492). Zehntausende vertriebener Sepharden (spanischer Juden) seien in Städten aufgenommen worden, die zum Herrschaftsgebiet der Osmanen gehörten. Auf diese Weise sei das (heute griechische) Thessaloniki zur größten jüdischen Stadt der damaligen Zeit avanciert.
Generell habe der Islam der Sultane und Kalifen der Umbruchszeit zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit eher auf Integration nicht-muslimischer Reichsbürger gesetzt, zumal Muslime noch eine Minderheitsreligion ausgemacht hätten. Größeres Konfliktpotential habe für Selim (in seiner Zeit als Gouverneur von Trabzon, also noch vor der Thronbesteigung als Sultan) die aufkommende innermuslimische Konkurrenz seitens des schiitischen Safawidenreichs im Osten der osmanischen Einflusssphäre (= Persien/Iran) innegehabt.
Alles in allem ein für Geschichtsfans immer wieder Aha-Momente bereithaltendes Werk, das u.a. zeigt, wie sich das Verhältnis zu Toleranz und Gewalt religiöser Herrschaftssysteme im Laufe der Jahrhunderte wandeln kann.
Ein Gespenst geht um in Deutschland – nur leider ist diese Feststellung – anders als weiland diejenige Marxens bezogen auf den real existierenden Kommunismus – mitnichten etwas, das auch nur ansatzweise so etwas wie Emanzipation gegenüber den herrschenden Machtverhältnissen bedeuten könnte!
Kurz und gut: Es geht um den besorgniserregenden Anstieg der Zahlen migrantischer Tatverdächtiger, vorgestellt im Bundeslagebild „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ des Bundekriminalamtes (BKA): Gegenüber dem Vorjahr 2021 stieg diese nämlich um enorme 11,9 % oder in absoluten Zahlen von 127.489 (2021) auf 142.721 (2022) – die Dunkelziffer dabei freilich nicht mitgerechnet. Demnach entfallen bei einem Bevölkerungsanteil von 3,4 % Zuwanderer satte 7,4 % aller Tatverdächtigen auf diese Bevölkerungsgruppe. Noch sehr viel drastischer entwickelten sich die Zahlen hinsichtlich der Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag sowie die jeweiligen Versuche), denen Zugewanderte verdächtigt werden, nämlich um unglaubliche 84,3 %. Eine genauere Kommentierung findet sich bspw. hier.
Der unfassbare Tsunami antisemitischer Parolen und Plakate anlässlich diverser „Pro-Palästina-Demos“ der letzten Wochen tut sicherlich sein Übriges – auch wenn der Anteil „länger hier lebender“ Menschen mit Migrationsgeschichte auch nicht unterschätzt werden dürfte.
Doch all dies hindert die unerschrockenen Weltretter*innen der Grünen Jugend selbstverständlich nicht daran, ihre gebetsmühlenartige Mär vom furchtbaren „Rechtsruck“ und den ach so untragbaren „Asylrechtsverschärfungen“, die (in den Worten der neuen Bundesvorsitzenden Svenja Appuhn) „das Leben von Menschen härter mach[en]“.
Natürlich geht Kriminalität immer noch von einer Minderheit unter den Geflüchteten aus – allerdings einer nun auch wieder nicht unmaßgeblich kleinen Minderheit. Welcher Staat kann es sich und seiner Bevölkerung langfristig zumuten, dass ein signifikanter Anteil von Menschen, die nach eigenen Angaben ihre Heimat verlassen haben, um in einer völlig fremden Umgebung und Kultur anzukommen, das Gastrecht missbraucht und Polizei wie Justiz belastet?
Aber die Grüne Jugend wäre nicht die Grüne Jugend, wenn sie nicht in typisch öko-romantischer Manier den Mythos des sanften Exoten oder in den Worten des französischen Aufklärungsphilosophen Rousseau: des „edlen Wilden“ hochhalten würde! Wie Studien jedoch nachweisen, lebt es sich selbst in aktuellen Gewalt-Hotspots wie der New Yorker South Bronx ungefährlicher als unter so manchem Wildbeuter-Stamm.
Auch wenn es zynisch klingt: Die Realität wird auch in diesem (Pflege-)Fall früher oder später dafür sorgen, dass die Grüne Jugend respektive ihre Mutterpartei in absehbarer Zeit ihrer Regierungsverantwortung ledig sein dürfte! Wie soll es der sowjetische Staats- und Parteichef Gorbatschow gegenüber seinem dogmatisch-verbohrten „Genossen“ Honecker Ende 1989 ausgedrückt haben: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ Oder bezogen auf heute: „Wer sich zu lange in traumtänzerischen Weltrettungs-Eskapismus flüchtet, den bestraft der Wähler – äääähh, das Wählende!“
Mit dem unfassbar bestialischen Terrorangriff der Hamas-Schlächter auf jüdische Frauen, Männer, Kinder und Senioren am 7.Oktober mit ca. 1500 Ermordeten und über 200 Entführten ist in mir eine rote Linie überschritten. Was das konkret heißt, wird die Zukunft weisen…
Doch die an Grausamkeit nicht zu überbietenden Taten der islamfaschistischen Monster allein sind es nicht; zu einem „guten“ Teil dazu beigetragen haben auch die internationalen Reaktionen palästinensischer Demonstranten und ihrer oft linksradikalen Unterstützer, die sich immer noch nicht entblöden, die Hamas nicht als Wurzel allen Übels hinsichtlich der erbärmlichen humanitären Lage der Zivilisten im Gazastreifen anzuerkennen, sondern Israel die alleinige Schuld geben.
Ganz abgesehen von der Angst zahlreicher Juden hierzulande und anderswo, ihre Kinder weiter unbeschadet in die Schule schicken zu können bzw. selbst auf der Straße oder sogar in den eigenen vier Wänden sicher zu sein.
Im Grunde genommen handelt es sich um eine perverse Variante von „Und täglich grüßt das Murmeltier“, erlebt die Welt doch immer und immer wieder die Eskalation palästinensischen Terrors, in erster Linie in Form von Raketenbeschuss – man denke an die besonders heftigen Auseinandersetzungen zum Jahreswechsel 2008/09, 2012, 2014 und 2021.
Allein meine Hoffnung auf einen überfälligen Lerneffekt der hiesigen Medien ist noch nicht ganz erloschen: die Hoffnung darauf, endlich die Lügen der Islamfaschisten und deren menschenverachtendes Verhalten zu benennen, ganz bewusst aus unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und Moscheen ihre Waffenlager und Raketenabschussrampen zu positionieren, um die nach israelischen Gegenschlägen nicht zu vermeidenden toten Zivilisten (und hier natürlich vor allem die zahlreichen Kinder der fortpflanzungsfreudigen Palästinenser) in die Kameras der Weltöffentlichkeit zu halten („Kindermörder Israel“).
In erfreulich allergrößter Deutlichkeit geht Beatrice Frasl von der „Wiener Zeitung“ mit den heuchlerischen, sich selbst als „progressiv“ wahrnehmenden linken Sympathisanten palästinensischen Terrors in dieser neuen, wohl im Vergleich zu den Vorjahren ungleich heftigeren Runde der Gewalt in Nahost ins Gericht:
„Was sagt man, wenn junge Frauen inmitten der Leichen ihrer Freundi:nnen vergewaltigt werden? Und wenn andere junge Frauen in Harvard und Stanford, in Berlin oder in Wien diese Form der sexualisierten Folter an Frauen, die sie selbst hätten sein können, feiern, in offenen Briefen, in Instagram-Posts und auf den Straßen europäischer Städte. Als dekolonialistischen Befreiungskampf.
Wenn Menschen sich unter Leichen von Freundinnen und Freunden totstellen, um nicht getötet zu werden?
Was soll man überhaupt sagen und in welchen Worten, wenn Menschen, die sich selbst als „progressiv“ oder als ‚links‘ bezeichnen, wenn Menschen, die sich selbst als Antifaschist:innen verstehen (was lustig wäre, wäre es nicht so unfassbar tragisch), dieses Massaker, dieses Pogrom, diesen unbeschreiblichen Ausbruch an Unmenschlichkeit, nicht verurteilen, sondern gutheißen. Was sagt man, wenn antisemitischer Hass wieder losbricht, ungezügelt? Auf Social Media, auf amerikanischen Campi, in den Straßen Europas?
Wenn jüdische Freund:innen in europäischen Städten (wieder) Angst haben, wenn Synagogen angegriffen und ihre Wohnungen mit Davidsternen markiert werden? „
Die rote Linie in mir – sie ist unwiederruflich überschritten. Die Mörder vollzogen ihre Taten am 7. Oktober wie bei allen anderen Schlächtereien zuvor im Namen ihrer Religion, dem Islam. Es ist ein zum barbarischen Massenmord- und Todeskult übersteigerter Islam, aber seine Wurzeln liegen nicht zuletzt auch in Koran und Hadithen (Überlieferungen über das Leben des Propheten Mohammed) und dem Tabu historisch-kritischer Schriftauslegung.
Mit der Entwicklung einer nennenswerten Anzahl (streng-religiöser) Muslime hierzulande hin zu so etwas wie Selbstkritik (sprich: Religionskritik) und der Anerkenntnis, dass all diese Grausamkeiten eben doch mit ihrer Religion zu tun haben, darf wohl nicht wirklich gerechnet werden. Hier zeigt sich in aller Deutlichkeit, was mangelnder Integrationsdruck seitens fahrlässig agierender Regierungen spätestens seit Merkel an Verheerungen angerichtet haben!
Zudem fehlt in vielen Fällen wohl schlicht und ergreifend der geistige Horizont und/oder der Wille, sich mit kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen wie derjenigen des Freiburger Religionspädagogen Abdelhakim Ourghi auseinanderzusetzen, der bereits nach der Pariser Anschlagsserie von 2015 auf die gewalttätige Tradition der islamischen Frühzeit verwiesen hat.
Auf jeden Fall stehen global betrachtet schlimme Jahre bevor, da der katastrophale Zustand von weiten Teilen der islamischen Welt – und hier vor allem das nach wie vor quicklebendige Treiben des Terrorregimes von Teheran – auf absehbare Zeit nicht aufzuhalten sein dürfte.
Hoffen wir wenigstens, dass die deutschen Wähler mehr und mehr zu der Erkenntnis kommen, dass durch rot-grün-merkelianische Traumtänzer-Politik der Karren erst richtig in den Dreck gezogen worden ist und ein „Weiter so“ die sicher schlechteste Option darstellt…
Außer Geburtstags- und Hochzeitsfeiern gibt es bekanntlich wenige Anlässe, um im mehr oder weniger öffentlichen Raum mit süßem Zuckerbäckernaschwerk – ergo: Torten – in Berührung zu kommen.
Der Journalist und „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber musste sich unfreiwillig einer solchen Begegnung unterziehen: Anlässlich seiner am 29. August an der Universität Jena stattfindenden Lesung aus seinem aktuellen Werk „Glück im Unglück. Wie ich trotz schlechter Nachrichten optimistisch bleibe“ wurde er von einem sich als „progressiv“ verstehenden „Aktivisten“ (besser: Vollhonk) mit einer Torte beworfen. Motiv der Tat war der Protest einer linksradikalen Gruppierung („Undogmatische Radikale Linke“) gegen seine Art der Islamkritik, die er in Büchern wie „Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird“ oder „Kinder des Koran. Was muslimische Schüler lernen“ einem breiteren Publikum präsentiert hat. Der Angriff stand also in keinerlei sachlichem Zusammenhang mit der anstehenden Lesung.
Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 14. September ging Schreiber auf das zögerliche Verhalten der Uni-Leitung hinsichtlich dieses Vorfalls ein. Diese habe anschließend zwar eine Erklärung gegen „tätliche Angriffe“ abgegeben, jedoch nicht ihm gegenüber und auch erst dann, als bereits erste Presseanfragen eingegangen seien. Ein Armutszeugnis in Sachen Zivilcourage also – wieder einmal!
Zwar gesteht Schreiber in diesem Interview, dass sein Entschluss, sich zu islambezogenen Themen in Zukunft in keiner Weise mehr öffentlich äußern zu wollen, schon vor der Tortenattacke von Jena erfolgt sei, dennoch kann aus religionskritischer und Aufklärungsperspektive nur von einem weiteren herben Rückschlag gesprochen werden – schließlich häufen sich mittlerweile die Beispiele für das versuchte Mundtotmachen wichtiger Stimmen in diversen Polit-Debatten („Canceln“) – erinnert sei bspw. an die Kabarettisten Dieter Nuhr und Lisa Eckhart!
Die perfide Bedrohung, der viele unbequeme „Mahner und Warner“ (nicht nur zum Thema Islam/Migration) ausgesetzt sind, zeigt sich darin, dass immer wieder selbst das private Wohnumfeld ausgekundschaftet wird oder – wieder im Fall Constantin Schreiber – er die unmissverständliche Drohung eines offenbar streng-muslimischen Taxifahrers ertragen musste, die auch dem „Zeit“-Interview zu seinen Titel verhalf: „Jetzt weiß ich, wo du wohnst“.
Doch von einer Politik, die sich – teilweise selbst außerhalb des linken Kernspektrums aus SPD, Linkspartei und den Grünen – mit (legalistischen) Islamisten zum Gruppenkuscheln trifft, kann wohl keine Schützenhilfe für Schreiber und andere kritische Geister wie die Frankfurter Ethnologin Prof. Susanne Schröter, den Psychologen Ahmad Mansour oder den Politologen Hamed Abdel-Samad erwartet werden. Wer den Finger zurecht öffentlich in die Wunde problematischer Entwicklungen innerhalb deutscher Islam-Communitys legt, der lebt gefährlich. Ein unfassbarer Skandal, über den die regierungsnahen Medien nicht annähernd – wenn überhaupt – mit solcher Intensität wie über derartige Stürme im Wasserglas wie den „Fall Aiwanger“ berichten!
Böse Zungen nennen die „Süddeutsche Zeitung“ aus München schon seit geraumer Zeit die „Alpen-Prawda“, in Anlehnung an das (beinahe) gleichnamige zentrale Presseorgan sowjetrussischer Provenienz, welches in Zeiten des Kalten Krieges regelmäßig gegen den „Imperialistischen Westen“ , ergo „Klassenfeind“, austeilte.
Mit ihrem jüngsten Kampagnen-Artikel („Das Auschwitz-Pamphlet“) haben es die Münchner Mainstream-Schmerkelianer* nun fertiggebracht, in unnachahmlicher Weise mittels anonymer Verdächtigungen pünktlich zur heißen Phase des bayerischen Landtagswahlkampfes gegen den Chef der Freien Wähler (FW) und Vizeministerpräsidenten Hubert Aiwanger zu agitieren.
Basis dieser Kampagne bildet ein ca. 35 Jahre altes, maschinegeschriebenes Flugblatt, welches der Frage „Wer ist der größte Vaterlandsverräter?“ nachgeht, in es auf in der Tat widerwärtige Weise eine Preisstaffelung vornimmt, deren Krönung ein „Freiflug durch den Schornstein in Auschwitz“ bildet. Die „Süddeutsche“ legt durch Andeutungen anonymer möglicher Zeitzeugen nun also nahe, dass der damals 16-jährige Gymnasiast Hubert Aiwanger der Verfasser dieses üblen Machwerks gewesen sei; mittlerweile hat sich jedoch dessen Bruder als Urheber bekannt. Dennoch findet dieser „Skandal“ munter seine Fortsetzung, etwa durch die Berichterstattung im „Bayerischen Rundfunk“ in Gestalt des Politikmagazins „Report München“ vom 29. August 2023, in dem ein gewisser Mario Bauer, ein ehemaliger Schulkamerad Aiwangers, darauf beharrt, dieser sei in der Klasse durch das Zeigen von Hitlergrüßen, Nachsprechen von Hitler-Reden und das Verfassen besagten Flugblattes in Erscheinung getreten (ab Min. 7:20).
Doch selbst, wenn sich tatsächlich Aiwanger und doch nicht sein Bruder als Urheber der Schmähschrift erweisen sollte, bleibt ähnlich wie im Kommentar Alexander Kisslers in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) anzumerken:
Moralisch verwerfliches, selbst den Nationalsozialismus verharmlosendes, Gedankengut aus der Feder eines Minderjährigen (!) sollte nicht überdramatisiert dargestellt werden! In einem Alter, in dem viele Jugendliche nach der größtmöglichen Provokation um der Provokation willen, so gut wie alles tun, um die empörte Aufmerksamkeit ihrer Eltern, Lehrer und anderer Autoritäten auf sich zu ziehen, benötigen wir eine genauere Einordnung der Tat bzw. der gefallenen Worte:
Ist derjenige bereits öfter in ähnlicher Weise aufgefallen? Wie wahrscheinlich ist es, dass er das Gesagte wirklich ernst meint, vielleicht sogar eine gefestigte weltanschauliche Position vertritt?
Und vor allem: Was spricht dafür, dass die betreffende Person AUCH HEUTE noch so denkt bzw. handelt oder die damaligen Handlungen rechtfertigt? Und hier wäre wirklich der Hauptkritikpunkt an der skandalisierenden Medienberichterstattung anzusetzen: Schließlich hatten weite Teile der Wählerschaft selbst dann keine Probleme mit dem grünen Außenminister Joschka Fischer, als der SPIEGEL Anfang 2001 dessen militante Vergangenheit (Steinwürfe gegen Polizisten) zu seiner „Sponti-„Zeit in den 1970er-Jahren enthüllte.
Auf all diese Punkte geht der SZ-Artikel jedoch in keiner Weise ein.
Alexander Kissler spricht in der „NZZ“ deshalb gar von einem „publizistischen Offenbarungseid“ in Bezug auf „Das Auschwitz-Pamphlet“: Auffallend häufig seien relativierende Formulierungen anzutreffen; vieles deute darauf hin, dass ein politischer Gegner von Rot-Grün hingerichtet werden solle; der aktivistische Drang und die Weltanschauung der Autoren verneble ihnen die Sinne.
An dieser Stelle sei auch noch einmal an das „Ihr da in Berlin, ihr habt´s wohl den Oarsch offen!“ Aiwangers im Rahmen der Erdinger Demo vom 14.06.2023 gegen das Gebäudeenergiegesetz erinnert, welches die polit-mediale Kaste ihm mit Sicherheit noch nachträgt.
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Schmerkel = Scholz und Merkel (Anspielung auf die Fortsetzung der Merkel´schen „Alternativlos“-Politik durch Kanzler Olaf Scholz)
Was hatte Bundeskanzler Scholz doch unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 22. Februar 2022 nicht alles angekündigt: Die berühmte „Zeitenwende“ sollte erfolgen, die Bundeswehr mal eben mit (überfälligen) 100 Milliarden Euro auf Vordermänn*in gebracht werden. Die Solidarität mit dem angegriffenen Staat nahm in der Folgezeit Gott sei Dank über die phänomenalen 5000 Stahlhelme hinaus Fahrt auf, welche Herrn Selenskyj von der GröVaZ (Größte Verteidigungsministerin aller Zeiten) Christine Lambrecht anfangs versprochen worden waren.
Doch in Sachen Waffenlieferungen an die Ukraine – insbesondere hinsichtlich der Leopard2-Panzer – handelte die Regierung lange allenfalls zögerlich – mit der fatalen Konsequenz, dass die russischen Invasoren in aller Seelenruhe ihre Stellungen befestigen und ausbauen konnten, so dass die aktuelle ukrainische Gegenoffensive nur äußerst dürftige Geländegewinne zu verzeichnen hat.
Nach über 500 Tagen Krieg erscheint das forsche Sprechen von einer „Zeitenwende“ im Sinne Scholz‘ somit vollmundig, um nicht zu sagen verfehlt. Wie die Bewertung nach dem Krieg in einigen Jahren ausfallen wird, vermag natürlich niemand zu wissen. Fest steht aber: Das Jahr, welches in der Tat den Begriff „Zeitenwende“ verdient – und dies nicht nur als hohle Phrase aktueller Politik ohne jegliche Visionen – ist das Jahr 1979. Ein Grund also für den Historiker Frank Bösch, diesem Zeitabschnitt ein komplettes Buch zu widmen – ein Werk, das es in sich hat. Wir erinnern uns (sofern wir damals bereits geboren bzw. in einem Alter waren, in dem man sich für Politik/Zeitgeschehen interessierte; der Autor dieser Zeilen war 1979 gerade einmal im zarten Kindergartenalter):
Mit Khomeinis Rückkehr aus dem Pariser Exil begann 1979 die „Islamische Revolution“ in Iran mit ihren mehr als unheilvollen Auswirkungen auf die Region, ja die ganze Welt bis zum heutigen Tag. Im selben Jahr ließ sich jedoch auch mit dem Besuch des frisch gewählten Papstes Johannes Paul II. in seiner Heimat Polen bereits der Anfang vom Ende des Staatssozialismus erhaschen. Etwa zeitgleich stürzte im fernen Nicaragua der von den USA protegierte Diktator Somoza zugunsten einer sandinistischen (ergo: linken) Regierung, was die romantischen Träume eines soften Sozialismus jenseits von Mauer und Schießbefehl in zahlreiche (nicht zuletzt) bundesdeutsche Wohngemeinschaften trug.
Am anderen Ende der Welt ereignete sich mit den sog. „Boat people“ vor der Küste Vietnams eine weitere Tragödie, die jedoch durch die engagierte Hilfe von Rupert Neudeck und „seinem“ Rettungsschiff, der „Cap Anamur“, ein glimpfliches Ende fand: Viele Tausend Vietnamesen konnten so vor dem Zugriff des kommunistischen Regimes in ihrer Heimat entfliehen und insbesondere in der Bundesrepublik ein neues Zuhause finde.
Ebenfalls 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein, während die neue chinesische Führung unter Deng Xiaoping nach dem Tod Maos drei Jahre zuvor die wirtschaftlichen und kulturelle Öffnung des Landes in Angriff nahm.
Allein die Fülle obiger Ereignisse mit ihren Jahre bis Jahrzehnte nachhallenden Spätwirkungen lässt erahnen, dass die leichtfertige Rede von einer „Zeitenwende“ à la Scholz höchstwahrscheinlich unangemessen ist, suggeriert sie doch weltpolitisch nachhaltige Strahlkraft deutscher Politik weit jenseits des Tagesgeschehens.
Aber der kritische Beobachter des politischen Geschehens ist dies mittlerweile hinlänglich gewohnt: Wurschtelt die Politik sich wieder mal durch bzw. betreibt hauptsächlich Symbolpolitik (siehe Regenbogenfahnen vor Regierungsgebäuden etc.), darf das zugehörige Neusprech nicht fehlen. Da hat Herr Scholz von seiner Vorgängerin („Wir schaffen das!“) lange genug Gelegenheit gehabt, ordentlich Nachhilfestunden zu nehmen.
Nur machen wohlklingende Worte aus einem Regierungs-Esel eben noch lange kein Rennpferd! Wohl dem Esel, wenn er als willkommene Projektionsfläche für seine Lahmarschigkeit das „Maultier auf Speed“ (ergo: die AfD) ausmachen kann, dem sämtliche Fehlleistungen des eigenen Regierungshandelns in die Schuhe geschoben werden können. Das Leben kann so einfach sein…
Ein Gespenst geht wieder mal um in (Linksgrün-)Deutschland: das Umfragehoch der AfD erreicht aktuell mit 18,19, bisweilen gar 20 Prozent + x ungeahnte Ausmaße – während sich die regierenden Ampel-Koalitionäre plus Unions-Opposition gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe schieben.
Bildunterschrift:*) solange, bis demokratiesichernde Parteiverbote in Kraft sind.
Selbst der linke Politikwissenschaftler Johannes Hillje zeigt sich im taz-Interview „entsetzt über die mangelnde Selbstkritik in der Debatte über den AfD-Anstieg“. Doch irgendwie scheinen die Damen und Herren Regierenden nach wie vor weitgehend blind dafür, den eigenen Anteil an dieser unguten Entwicklung wahrzunehmen, geschweige denn rational gegenzusteuern.
So obliegt es wieder einmal einem liberal-konservativen Beobachter, dem für die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) schreibenden Politanalysten Alexander Kissler, in aller Klarheit die Stümperei der Ampel in Sachen Gebäudeenergiegesetz (undifferenzierte Förderung von Wärmepumpen zulasten von Öl- und Gasheizungen) und die permanente „Macht hoch die Tür“-Politik in punkto Migration als wichtige Mitursachen dafür aufzuzeigen, dass die AfD derzeit vor Kraft kaum laufen kann. Ein Aufwind also (fast) ganz ohne eigenes Zutun der Deutsch-Alternativen.
Doch halt: Johannes Hillje weist zurecht darauf hin, dass die AfD auf ihren Social-Media-Kanälen bis zu sechsstellige Reichweiten mit ihren Reels und Mems generieren kann und über eine mit ca. 10 Prozent erstaunlich feste Stammwählerbasis verfügt. Diese Wähler werden sich so gut wie nie für eine andere Partei gewinnen lassen, schon gar keine mit Regierungsverantwortung auf Bundesebene innerhalb der letzten 15 – 20 Jahre!
Und auch viele Medien leisten wieder einmal kräftig ungewollte Schützenhilfe für Chrupalla, Weidel & Co. Wenn ein sich als Satiriker missverstehender Dummschwätzer wie Christian Ehring von „Extra 3“ (Ausgabe vom 22.06.23, Minute 21:22 – 23:25) wie zahlreiche seiner Kollegen sich nicht entblödet, die Äußerungen Claudia Pechsteins beim CDU-Konvent („öffentlich-rechtliche (sic!) Verkehrsmittel nutzen zu können, ohne ängstliche Blicke nach links und rechts werfen zu müssen“) als „sehr schlecht verbrämten Rassismus“ verunglimpft, ist das ins Endlose reichende Sammelsurium medialer Realitätsverweigerung um eine Episode bereichert! Der weiße Elefant im Raum, ergo der prototypisch aggressiv auftretende junge Mann aus dem islamischem Kulturkreis – wenn auch nach wie vor eine Minderheit unter den „Schutzsuchenden“ hierzulande! – darf auf Teufel komm raus nicht einmal andeutungsweise erwähnt werden!
Und so wird es wohl auf unabsehbare Zeit weiter heißen: „Fly, A(f)dler, fly!“ Offenbar kommen linksgrüne Zwangsneurotiker nicht mehr umhin, den verhassten politischen Kombattanten selbst zu immer schwindelerregenderen Höhenflügen zu treiben! Die Spirale des Irrsinns, sie dreht sich wie das Fähnchen im Wind des politischen Opportunisten!
Die mediale Schlacht um Boris Palmers Äußerungen am Rande der Frankfurter Konferenz „Migration steuern, Pluralität gestalten“ zeigt einmal mehr: Ein kleiner, aber umso lauterer links-woker Cancel-Mob schafft es beinahe nach Belieben, die mediale Lufthoheit zu erlangen. Doch das größere Problem sind feige Institutionen (hier: die Leitung der Goethe-Universität), die aus Feigheit vor dem Krakeele der Autoritären einknicken, anstatt sich schützend vor ihre Mitarbeiter zu stellen – in diesem Fall die Organisatorin der Konferenz, Prof. Susanne Schröter, die schnell in die Schusslinie geriet.
Was war geschehen? Der (nunmehr ex-grüne) Tübinger Oberbürgermeister hatte sich vor dem Tagungsgebäude zunächst von eben jenem Mob an moralisch verkommenen Studenten als „Nazi“ beleidigen lassen, um daraufhin den von vornherein sinnlosen Versuch zu starten, diesen Sektierern mit Argumenten zu kommen, indem er darzulegen versuchte, dass der verwendete Kontext darüber entscheide, ob „Regen rückwärts gesprochen“ eine rassistische Stoßrichtung habe. Zu allem Überfluss verglich Palmer seine von diversen Canclern gerade auch aus den eigenen strammgrünen Reihen ja bekanntlich seit Längerem skandalisierte Situation mit dem Judenstern – für mich der einzige Vorwurf, den man ihm machen kann.
Auf die Vorfälle angesprochen, benutze Palmer auch während der Tagung mehrfach obiges Volde-Wort, was das Faß endgültig zum Überlaufen brachte, den Moderator zum Verlassen der Konferenz veranlasste und ihm nachträglich selbst von der Veranstalterin Prof. Schröter eine scharfe Distanzierung einbrachte.
Wie nicht anders zu erwarten, echauffierten sich zahlreiche Medien in den nächsten Tagen – aber nicht etwa über die studentischen Pöbler, sondern lediglich über Palmers Verwendung des (anderen) „N-Wortes“, wie es in woken Kreisen ja seit einiger Zeit politisch korrekt umschrieben wird.
Als besonders abscheuliches Zeugnis journalistischen Versagens sei hier auf das Interview des Bayerischen Rundfunks mit der „Rassismus-Expertin“ Katharina Warda hingewiesen. Hier hakt der Interviewer an keiner Stelle kritisch nach, so dass Warda einzelne Referenten der Frankfurter Migrationskonferenz problemlos in diverse Schubladen („rechter Populismus“, „verschwörungstheoretisch“, „islamophob“) einsortieren kann.
In all dem Hochamt journalistischer Arbeitsverweigerung bildete wie so oft das Magazin CICERO eine rühmliche Ausnahme, da die komplette Redaktion Palmer vor den idiotischen Rassismus- und Holocaust-Relativierer-Vorwürfen in Schutz nahm und in diesem Kontext sogar von „Massenpsychose“ schrieb.
Doch damit nicht genug: Schnell fand sich eine Petition, initiiert von Dozenten der Universität Bayreuth, Exzellenzcluster „Africa Multiple“, in der dann nicht mehr gegen Palmer, sondern die Veranstalterin Prof. Schröter und die Finanzierung des von ihr geleiteten Instituts, des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), geschossen wurde.
Auf der anderen Seite gelang es Gott sei Dank, mehr als 800 Unterstützer zu mobilisieren, die FÜR das FFGI und Susanne Schröter einen Offenen Solidaritätsbrief unterzeichneten.
Doch das größere Problem als der obligatorische Cancel-Mob und einseitig-unkritische Medienberichterstattung liegt in der Feigheit der etablierten Institutionen, hier der Präsident der Frankfurter Goethe-Universität. Wo eine zügige Verurteilung der beleidigenden Anwürfe gegen Palmer seitens einiger Studenten das Mindeste gewesen wäre, liest sich das Statement von Prof. Enrico Schleiff wie folgt:
“ Auch die Veranstalterin müsse […] Verantwortung übernehmen und klar öffentlich Stellung zu den Vorfällen beziehen, um die Glaubwürdigkeit des Ziels des wissenschaftlichen Diskurses, mögliche Wege für eine integrative Migrationspolitik zu diskutieren, wiederherzustellen.“
Mit anderen Worten: Zerknirscht in sich gehen soll immer nur die (politisch unkorrekte) Konferenzleitung, die angeblich den einwandfreien Ruf der Uni gefährdet. Der studentische Pöbel darf nach Lust und Laune beleidigen, irgendwas wird schon dran sein an diesen Anwürfen…
Ähnlichkeiten mit den Gepflogenheiten während der chinesischen „Kulturrevolution“ Mitte der 1970er-Jahre unter Mao Zedong drängen sich auf!
Ein endloser Schwall Erbrochenes in Regenbogenfarben ziert am linken Rand des Artikels die Ausführungen der beiden Soziologen Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (Nr. 18 vom 27.04.2023). Unter der Überschrift „Würg!“ formulieren sie im Teaser ihr journalistisches Anliegen: die Rettung der Linksliberalen vor allzu heftiger Kritik.
Doch gleich zu Beginn ihrer Argumentation warten sie mit einer derart klischeehaft-überzeichneten Dichotomie auf, dass ihre Prämisse windschief wie ein verlassenes Hexenhaus wirkt: Demnach kennzeichnet sich die typischen Anhänger des Linksliberalismus wie folgt:
Ihre Mitglieder fahren Lastenfahrräder, bei ihnen kommt nur „bio und fair gehandelt“ in den Jutebeutel, sie tragen gerne Funktionsjacken, quälen ihre Kinder mit Holzspielzeug und wollen allen anderen den Spaß am Leben verderben.
Ihre politischen Gegner dagegen lehnten sich auf:
…gegen Gendern, Klimaproteste, Transrechte, Fleischverzicht in der Kantine und Einschränkung des individuellen Pkw-Verkehrs.
Natürlich verfüge ich über keine repräsentative Studie, was die Einstellung der „Anti-Linksliberalen“ zu obigen Punkten betrifft. Für meinen Teil kann ich jedoch feststellen: Weder habe ich grundsätzliche Einwände gegen Klimaschutzforderungen oder die rechtliche Gleichstellung von Menschen, die im „falschen“ Körper geboren wurden. Auch der ausufernde Individualverkehr mit seinen demnächst wohl 50 Mio. (!) Pkw in Deutschland nervt mich ein ums andere Mal.
Trotzdem komme ich nicht auf die Idee, die sog. „Klimakleber“ argumentativ zu verteidigen oder ein fixes Datum für das Verbot von Verbrennermotoren gutzuheißen. Oder gar die inflationäre Verwendung des Kampfbegriffs „transphob“, der in Teilen der Queer-Szene gegen all diejenigen geschleudert wird, die auf biologische Fakten bestehen und darauf hinweisen, dass Transfrauen immer noch biologische Männer sind und das idiotische „Selbstbestimmungsgesetz“ der Ampel-Regierung in seiner geplanten Form zurückweisen!
Es sind also vielmehr die überzogenen Methoden bzw. Forderungen aus Teilen des links(il)liberalen Milieus, die mir (wie vielen anderen Menschen auch) Magenschmerzen bereiten, NICHT die Anliegen selbst – OK, mal abgesehen vom Gendern, aber dieses Thema stellt für mich eher einen „Nebenkriegsschauplatz“ dar. Ich würde z.B. meinen Schülern auch keine Fehler ankreiden, sollten sie in einer Klausur der vermeintlich geschlechtergerechten Schreibung Ausdruck verleihen!
Auch bei folgenden Themen, die Nachtwey/Amlinger nennen, fühle ich mich in meiner politischen Haltung nicht korrekt wiedergegeben:
…Kritik an einer „kosmopolitischen“ und „globalistischen“ Klasse mitsamt ihrem migrationsfreundlichen und nachhaltigen Lebensstil; […] eine diffuse Skepsis gegenüber den Regierungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie; eine negative Haltung gegenüber Impfungen […]
Gegen eine rational gesteuerte Migration, die vor allem auf die Rekrutierung von Fachkräften abzielte, wäre nun wirklich nichts einzuwenden. Das Problem der derzeitigen UNGELENKTEN Migration besteht aber doch darin, dass ohne Prüfung auf mögliche kriminelle Vorstrafen und unter Verkennung weitverbreiteter islamistischer Haltungen insbesondere bei Menschen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Syrien und Irak sowie deren überwiegend kaum vorhandenen Bildungsstandards alles hereingewunken wird, was die Grenze überschreitet und im richtigen Moment „Asyl“ zu sagen im Stande ist!
Und die rational sehr gut begründete Kritik an den freiheitsfeindlichen und völlig überzogenen Lockdown-, Berufsverbots- und Impfzwang-Regeln der Corona-Zeit hat ebenso NICHTS mit der von den beiden Soziologen unterstellten „diffusen“, ergo: aus dem Bauch heraus ohne rationale Argumente geäußerten Kritik zu tun wie die behauptete generelle Ablehnung des Impfens! Hier würde ich klar zwischen der signifikant mehr Impfschäden nach sich ziehenden sog. Covid-Impfung und den nachweislich wirksamen Vorsorge-Impfungen bspw. gegen Masern oder Röteln differenzieren wollen.
Den Autoren sei wohlwollend zugestanden, dass sie durchaus die Existenz von „Linksliberale[n], die mit der Selbstgewissheit einer moralischen Avantgarde untere Klassen pädagogisch maßregeln“ – einräumen und auch die Kritik an Sahra Wagenknechts ablehnender Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine wird sachlich korrekt als das bezeichnet, was es ist:
Kunstvoll bringt sie [Wagenknecht, Anmerkung M. Haß] legitime gesellschaftliche Beschwerden mit Vorurteilen zusammen.
Mit ihrer Position zum Krieg Russlands kann sie etwa die aus dem Kalten Krieg stammende Bündnisorientierung mit der Sowjetunion und die prorussischen Einstellungen in der ostdeutschen AfD-Wählerschaft verknüpfen.
Die Tatsache, dass es sich insbesondere in Medien, Politik und Kulturbetrieb um gesellschaftliche Schlüsselstellen handelt, die ganz überwiegend von links(il)liberalen Akteuren besetzt sind, können Nachtwey/Amlinger dagegen nicht widerlegen. Hier bleiben sie konkrete Gegenargumente schuldig und ziehen sich auf rein konjunktivischen Sprachgebrauch zurück:
Die identitätspolitische Linke habe „Schlüsselpositionen“ in den Medien inne, so etwa das Gründungsmitglied des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit Sandra Kostner schon 2019 in der FAZ. Der linksliberale, regierungstreue Mainstream bestimme die zentralen Organe der Meinungsbildung.
Der Anti-Linksliberalismus lebt von der Rolle der Renegaten. Die ehemaligen im weiten Sinne Linken inszenieren sich als Bekehrte und Erwachte: Sie sprechen die unangenehmeren Wahrheiten über den „Mainstream“ aus, der dissidente Stimmen mundtot mache.
Dabei belegt ironischerweise ein weiterer Beitrag der selben ZEIT-Ausgabe nur eine Seite hinter Nachtwey/Amlingers bemühter Rettung des Links(il)liberalismus eben jene von ihnen in Abrede gestellte Cancel-Unkultur, die in Teilen dieser politischen Strömung um sich greift: Wird hier doch das Beispiel der engagierten Journalistin Sylvia Eigenrauch („Ostthüringer Zeitung“) ausgebreitet, die sich in Folge moderater (!) Kritik an den überharten Corona-Maßnahmen flugs mit ihrer fristlosen Kündigung konfrontiert sah („Falsch geschrieben“)!
Sicher mag es die von Nachtwey/Amlinger kritisierte pauschale Abwehr obiger Themen in (liberal-)konservativen Kreisen geben, für dominant halte ich sie aber nicht. Vermögen die meisten Menschen aus gebildeten Schichten mit einer politischen Haltung jenseits von SPD, den Grünen und Linken doch sehr wohl zu unterscheiden zwischen der Sinnhaftigkeit politischer Anliegen und einer übertriebenen, ins Religiöse abdriftenden Entwicklung, wie sie bspw. bei der „Letzten Generation“, aber auch vielen ihrer medialen und politischen Kumpanen mittlerweile zu finden ist.
Wer heute noch gegen die rechtliche Gleichstellung von transidenten Personen, pauschal gegen Klimaschutz und umsichtige Aufnahme von Migranten an sich eingestellt sein sollte, hat das (liberal-)konservative Ufer eh in Richtung offener See reaktionärer Unbelehrbarkeit hinter sich gelassen und sollte von daher auch nicht für politische (Zweck-)Bündnisse in Frage kommen.
Die von Nachtwey/Amlinger unterstellten Ressentiments aber vermögen ebenso wenig eine rationale Grundierung in den emotionalisierten, ja teils extrem vergifteten Gesellschaftsdiskurs zu bringen: Chance vertan – „Würg!“
Der Blick auf die nackten Zahlen erschreckt: 5,6 Millionen Mal wurde im Jahr 2022 die Polizei aufgrund einer Straftat alarmiert – ein Zuwachs von stattlichen 11,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch ein Schwenk auf das letzte Vor-Corona-Jahr 2019 lässt die Angelegenheit nicht in milderem Licht erscheinen: Immer noch beträgt die Zunahme 3,5 %.
In den Bereichen Gewaltkriminalität und Sexualstraftaten haben wir es mit rund 20 % mehr Taten zu tun, während es gefährliche und schwere Körperverletzungen ca. 18 % häufiger verübt wurden als im Jahr zuvor.
Und entgegen allen linken Tabus zum Trotz darf auch nicht verschwiegen werden, dass der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in all diesen Kategorien überproportional gewachsen ist – auch wenn der Anteil tatverdächtiger Flüchtlinge einen leichten Rückgang verzeichnen konnte.
Alexander Kissler zitiert dazu in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) den Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, in ungewohnt deutlichen Worten: „‚Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen haben wir seit 2019 einen Anstieg von 14,8 Prozent, bei den deutschen Tatverdächtigen einen Rückgang von 0,7 Prozent.‘ Er fügte hinzu: ‚Hier ist eine Auffälligkeit.'“
Das offene Ansprechen dieses keineswegs neuen Phänomens gilt jedoch unter hartnäckigen Merkelianern („Wir schaffen das!“) und Wokeisten, für die Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis ausschließlich als Angehörige eines Opferkollektivs gelten dürfen, als zumindest tendenziell rassistisch, wenn nicht gleich als rechtsradikal.
Dennoch muss mit den Worten des liberalen Muslims und Islamismusexperten Ahmad Mansour dagegengehalten werden, der bereits vor mehr als einem Jahr dazu bemerkte:
Gewiss ist die Beschäftigung mit dem Thema schwierig. Es klingt wie eine perfekte Steilvorlage für rechtsradikale Gruppen, um jeden Flüchtling als potenziellen, gewaltbereiten, nicht integrierbaren Terroristen darzustellen und der Gesellschaft vor dieser Gruppe Angst zu machen. Deshalb will ich in aller Deutlichkeit betonen: Verallgemeinerung und Generalverdacht ist unangebracht!
Ich persönlich kenne viele, viele Flüchtlinge, die zu der überwiegenden Mehrheit gehören, die sich über solche Phänomene aufregen, harte Konsequenzen für den Täter fordern und Angst haben, wegen Pauschalisierungen (zu Unrecht) zur Rechenschaft gezogen zu werden. Und vielleicht ist genau dies der Grund, warum die meisten etablierten Medien die Recherche der „Welt“ ignorieren. Denn viele folgen dem Motto: Die Aussage, dass Menschen mit einem gewissen kulturellen, religiösen und nationalen Hintergrund stärker zu Gewalt neigen als andere, ist vollkommen falsch, genauso wie die Debatte darüber.
Doch genau solche sensiblen Themen sollten in der Mitte der Gesellschaft diskutiert werden. Es sind Realitäten, die eine deutliche Sprache sprechen. Durch Ignoranz, Relativierung und verharmlosende Erklärungen kommen wir den Ursachen nicht näher, genau so wenig ist es die Aufgabe der Medien, aus erzieherischen und politischen Gründen Informationen von öffentlichem Interesse zu ignorieren.
Gut wäre es in diesem Fall, eine Diskussion über die Ursachen solcher Phänomene zu ermöglichen. Diese sind vielfältig. Weltweit beobachten wir einen Anstieg an häuslicher Gewalt während des ersten und zweiten Lockdowns im Jahre 2020. Einen großen Teil des Tages fast eingesperrt auf engem Raum Zuhause zu sein, hat in vielen Haushalten Gewalt hervorgebracht. Die Leittragenden sind vor allem Frauen und Kinder, herkunftsübergreifend in fast allen sozio-ökonomischen Schichten, bei Deutschen sowohl ohne als auch mit Migrationshintergrund. […]
Was aber meiner Meinung nach immer wieder ausgeblendet wird, sind die kulturellen, ideologischen und soziologischen Aspekte. Denn um die überproportionale Vertretung von Migranten und Zuwanderern in den Statistiken zu erklären, führt kein Weg daran vorbei, sich tabufrei mit den Ursachen innerhalb dieser Gruppe auseinander zu setzen.
Auch hier sind die Ursachen sehr heterogen: Die patriarchalischen Erziehungsmethoden in manchen Familien. Die Gewalt Zuhause, vor allem von Vätern, die bei den Opfern oft psychologisch zu einer Art Identifikation mit dem Aggressor führt. Die Normen von Männlichkeit, bei denen junge Männer keine Schwäche zeigen dürfen und kaum Regeln in den Familien erfahren. Die mangelnde emotionale Kommunikation, die oft zu einer Beeinträchtigung der Empathie-Entwicklung führt. All dies spielt eine massive Rolle. Genauso führt Gewalt in der Erziehung oft zur Entwicklung von massiven Minderwertigkeitskomplexen, die oft versucht werden, durch eigene Gewalttätigkeit zu kompensieren.
Um so wichtiger, Vorbehalte innerhalb der „alteingesessenen“ deutschen Bevölkerung ernstzunehmen, insbesondere in Regionen, in denen eine Flüchtlingsunterkunft mit bis zu mehreren Hundert jungen Männern aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und ähnlichen Ländern untergebracht werden sollen. Längst nicht jeder, der dagegen Vorbehalte äußert, ist deswegen rechtsradikal. Eigentlich eine Binsenweisheit, aber im Ampel-Buntland des Jahres 2023 kann man diese Kindergartenweisheit nicht oft genug wiederholen. Es wäre zu wünschen, dass Ahmad Mansour und die wenigen anderen Mahner und Warner – häufig selber mit Migrationsgeschichte – endlich in den „Chefetagen“ der Politik nicht nur Gehör, sondern auch praktische Umsetzung hinsichtlich ihrer Bewältigungsvorschläge finden würden!
Ohne Zweifel: Die deutsche „Friedens“-Bewegung hat sich mit dem Wagenknecht-Schwarzer-Manifest wieder einmal selbst unterboten. Kein Grund jedoch, hysterisch über sie herzufallen, sondern beharrlich die sich aufdrängenden Konsequenzen ihres geforderten Stopps westlicher Waffenlieferungen für die überfallene Ukraine aufzuzeigen!
Ja, besagtes „Friedensmanifest“ lässt mir in weiten Teilen die Haare zu Bergen stehen: Etwa, wenn dort der Verursacher des bestialischen Blutvergießens – Russlands Präsident Putin und seine ultranationalistischen Schergen – weitgehend verschleiert wird und es ohne kausale Zuschreibung heißt:
„Frauen wurden vergewaltigt, Kinder verängstigt, ein ganzes Volk traumatisiert. Wenn die Kämpfe so weitergehen, ist die Ukraine bald ein entvölkertes, zerstörtes Land.“
Ja, es ist bestenfalls himmelschreiend naiv, zu glauben, mit Putin könne zum jetzigen Zeitpunkt verhandelt werden, ohne ca. 20 % des Territoriums eines souveränen Staates – der Ukraine – aufzugeben. Wo sind denn bitteschön die Anzeichen dafür, dass der Massenmörder aus dem Kreml auch nur einen Quadratzentimeter eroberten Gebietes zurückzugeben gedenkt?
Und auch die Ausweitung der Aggression auf die baltischen Staaten, Moldau, Polen oder gar Ostdeutschland scheint nicht völlig abwegig zu sein – ein Blick in die Geschichtsbücher täte Wagenknecht, Schwarzer und ihren friedensbewegten Jüngern gut zu Gesicht (Stichwort: Münchner Abkommen 1938). Stattdessen wird von ihnen eine Täter-Opfer-Umkehr zumindest angedeutet (ausführlich Albrecht von Lucke zum „Irrweg der Wagenknecht-Lafontaine-Linken“ siehe hier).
Aber nein, deswegen die „Linken“-Politikerin und die altgediente Frauenrechtlerin leichtfertig als von Putin bezahlt hinzustellen oder gar vulgär anzupöbeln, finde ich überzogen und gibt Wagenknechts – bereits in ihrem Bestseller „Die Selbstgerechten“ geäußerter – Kritik recht, die gesellschaftlich-mediale Debattenkultur hierzulande befinde sich auf schäbigem Niveau.
Und selbstverständlich hat Wagenknecht mit ihrer Kritik an der Verehrung des ehemaligen ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrej Melnyk, für den antisemitischen Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera, recht!
Gleichwohl wird man fragen dürfen, warum sich die Gattin Oskar Lafontaines bei ihrer zumindest teilweise berechtigten Kritik an den Anwürfen diverser Presseorgane in den letzten Tagen und Wochen gegen sie sich umgekehrt herausnimmt, ihre Kritiker als „kriegsbesoffen“ und „Kriegstrommler“ (z.B. in Min. 53:13 und 55:44 in unten eigebettetem Video) zu diffamieren.
Handelt es sich doch vielmehr um Menschen, die zähneknirschend die bittere Realität zur Kenntnis genommen haben, dass Aufrüstung und Waffeneinsatz die Mittel der Stunde sind, um imperialem Größenwahn angemessen und deutlich zu begegnen, um Schlimmeres zu verhindern – von einer Kriegseuphorie à la Sommer 1914 und dergleichen sehe ich die allermeisten Befürworter weiterer Waffenlieferungen für die Ukraine jedenfalls weit entfernt.
Aber mit der Realität stehen weite Teile der „Friedens“-Bewegung nicht erst seit dem 24. Februar 2022 – dem Beginn des russischen Terror-Überfalls auf die Ukraine – auf Kriegsfuß.
Hier sei an die allösterlichen Gruselaufmärsche des organisierten Pazifismus erinnert, die uns jahrein, jahraus (insbesondere seit 2001) die Mär, die Wurzel allen Übels sei in Gestalt von USA und NATO vorzufinden, aufzutischen meinen, dass es den Eindruck erweckt, in Bezug auf den Bundeswehreinsatz in Afghanistan 2002 – 2021 werde bewusste Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Hätten die westlichen Verbündeten schließlich ihre Truppen wie von pazifistischer Seite gefordert aus dem Land am Hindukusch zurückgezogen, stünden die menschenfeindlichen Talibankrieger nicht erst seit August 2021 in Kabul und im ganzen Land!
Aber derlei nüchterne Einsichten waren den meisten „Friedens“-Freunden offenbar schon lange intellektuell zu hoch!
Silvester-Randale in Berlin und anderswo, Messerterror in einem Regionalzug in Schleswig-Holstein: Es sind Vorfälle dieser Art, die seit einigen Jahren in unschöner Regelmäßigkeit geschehen. Die sich daran anschließende mediale Debatte ist in erschreckender Weise vorhersehbar, ebenso wie die weitgehende Tatenlosigkeit der Politik – von hektischem Aktionismus einmal abgesehen.
Wer gedacht hatte, dass der Erkenntnisprozess in Politik und medialen Zuarbeitsbetrieben seit der berüchtigten Kölner Silvesternacht 2015/16 vorangeschritten sei, sieht sich eines Besseren belehrt. Der Verdacht drängt sich auf, dass diejenigen, die die immer gleichen Abwehr-Reflexe und hohlen „Rassismus“-Vorwürfe abspulen, wenn wieder einmal junge Männer mit Zuwanderungsgeschichte aus dem islamischen Kulturkreis Silvesterböller oder Messer gegen die körperliche Unversehrtheit Unschuldiger, bisweilen sogar von Rettungskräften, richten, nicht wahrhaben WOLLEN, was jeder mittelmäßig begabte Grundschüler dieses Landes sich an den fünf Fingern einer Hand abzählen kann: die Tatsache nämlich, dass – neben vielen unauffällig hier lebenden und/oder arbeitenden Migranten – ein nicht zu unterschätzender gesellschaftlicher Bodensatz existiert, der für die Werte von Freiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, sexuelle Vielfalt etc. aus kulturell-traditionellen Gründen nur Verachtung übrig hat.
Der Vorwurf, hier würde ein „Generalverdacht“ gegen Migranten jedweder Couleur geäußert, kann nur als billiger Strohmann derjenigen betrachtet werden, die den Scherbenhaufen der – häufig auch noch selbst zu verantwortenden – Migrationspolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte meinen zum Dagobert´schen Geldspeicher umlügen zu können. Ein Blick in auch nur eines der einschlägigenWerke zum Thema würde reichen, um die linksgrüne Realitätsverweigerung als niemals enden wollende Inszenierung des Andersen-Märchens „Des Kaisers neue Kleider“ zu entlarven.
Den Gipfel des dreisten Aktivisten-Journalismus erklimmt dabei der Norddeutsche Rundfunk: Anlässlich der Forderung, in Bezug auf den Amoktäter von Brokstedt die Herkunft des Tatverdächtigen zu benennen, weist man hier dieses Ansinnen mit der hanebüchenen Erklärung zurück, „Rassismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“ verhindern zu wollen und daher keine „Zensur“ zu betreiben, sondern zum „Erhalt der Demokratie“ beizutragen. Die Dystopie eines George Orwell („1984“) mit ihrem „Wahrheitsministerium“ hätte perfider nicht agieren können. Hier ist Ex-BILD-Chefredakteur Julian Reichelt zu danken für seine unablässige Widerstandskraft gegen die Zersetzungsenergie eines „Journalismus“, der diesen Namen nicht länger verdient!
Erinnern Sie sich eigentlich noch an jene lustigen Plakate mit den Gruselmais-Fratzen, die Greenpeace & Co. vor etlichen Jahren meinten der deutschen Bevölkerung als einprägsames Bild der vermeintlich untragbaren Gefahren der Pflanzengentechnik vorsetzen zu müssen?
Nun, die Öko-Fanatiker dieses moralisch verwahrlosten Spendensammelvereins haben es gemeinsam mit Ihresgleichen und einem gerüttelt Maß medialen Flankenschutzes geschafft, gentechnisch veränderte (gv) Anwendungen von den hiesigen Äckern wegzumobben – die ganz fanatischen Jünger der Öko-Ersatzreligion rupften Ende der Nullerjahre sogar immer mal wieder die ach so pösen „Genpflanzen“ aus, sobald sie der entsprechenden Standorte habhaft werden konnten.
Bis heute ist „gentechnikfrei“ gar zum (zweifelhaften) Qualitätskriterium diverser Lebensmittelkonzerne avanciert.
Dass gesellschaftliche Erzählungen (neudeutsch „Narrative“) jedoch nicht für immer und alle Zeiten in Stein gemeißelt sein müssen, könnte sich momentan zumindest zaghaft andeuten:
So positionierte sich – man höre und staune – die ZDF-heute show – wahrlich kein Flaggschiff evidenzbasierter Medienarbeit, daher ausgesprochen politisch links-grün verortet – vom 02.12.2022 deutlich für die Anwendung der Pflanzengentechnik auf dem Acker (ab Min. 22:00)!
Und in der Ausgabe Nr. 52/2022 des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL vom 23.12.2022 durfte die Biologin und Medizinnobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard gleich auf zwei Seiten („Wovor haben wir Angst?“) längst bekannte Fakten referieren, die jedoch dem Durchschnittsdeutschen bis dahin unbekannt gewesen sein dürften:
In Nord- und Südamerika, in Australien, Indien und China werden wegen ihrer Wirtschaftlichkeit seit den Neunzigerjahren überwiegend […] „GMOs“ (genetically modified organisms) angebaut, Kulturpflanzen wie Bt-Mais und -Baumwolle. Der Einsatz von Insektiziden konnte dadurch stark reduziert werden. Trotz riesiger Anbauflächen sind bislang keinerlei schädliche Auswirkungen von GMOs auf Mensch oder Umwelt nachgewiesen worden. […]
Im ökologischen Landbau werden die Bt-Bakterien oder ihre Sporen zur Bekämpfung von Insekten direkt auf die Pflanzen gesprüht. So trifft man allerdings nicht nur die Raupen der Zünsler, die direkt von der Pflanze leben, sondern auch andere Insekten. Gegen Kartoffelfäule und Pilzkrankheiten wird im Biolandbau Kupfersulfat gespritzt, das sich unvermeidlich im Boden anreichert.
Vor etwa zehn Jahren wurde die Crispr-Cas9-Methode entwickelt – und 2020 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Sie erlaubt es, einzelne bekannte Gene in der Zelle eines Organismus gezielt und präzise zu inaktivieren oder zu verändern. Die Mutationen lassen sich nicht unterscheiden von solchen, die durch konventionelle Züchtung entstehen. Mit Crispr-Cas9 kann man Forschungsziele sicherer, präziser und vor allem schneller erreichen. Pflanzenzüchter suchen nach Resistenzen gegen Pathogene, aber auch gegen Stress – Hitze, Dürre, Salz –, und besonderen Inhaltsstoffen.
Außerdem beklagt Nüsslein-Volhard in ihrem Gastbeitrag zu recht die Zuständigkeit der „strengen Zulassungsregeln des Gentechnikrechts“, welches laut deutscher Rechtsprechung auf die Produkte eben jener Crispr-Cas9-Methode Anwendung finde.
Es ist der Autorin wie all den anderen Forscherinnen und Forschern auf diesem Gebiet zu gönnen, dass durch ihre unermüdliche Arbeit die jahrelange Desinformation von Umweltverbänden und -Parteien ein Ende findet und die klaren Vorteile der Pflanzengentechnik zum Segen gerade auch für die vom Klimawandel am härtesten Betroffenen in den Ländern des Globalen Südens allgemeine Anerkennung finden.
Dass auch die Tagesschau mittlerweile die Ergüsse der indischen „Umweltaktivistin“ (sprich: Anti-Gentechnik-Propagandistin) Vandana Shiva kritisch kommentiert, lässt ebenso hoffen wie Folgendes:
Der mit ca. zwanzig Jahren Verspätung ENDLICH in den kommerziellen Anbau gelangte „Goldene Reis“ – eine gv-Anwendung mit angereicherter Vitamin-A-Vorstufe zur Vermeidung von Erblindung – auf den Philippinen wird hoffentlich weiter dazu beitragen, die zynische Angst-Propaganda der Öko-Fanatiker als diese zu entlarven!
Wenn es die Johannes-Apokalypse am Ende des Neuen Testaments der Bibel nicht gäbe – ich bin mir sicher, der deutsche Journalismus in all seinem gesinnungsethisch-oberlehrerhaften Volkserziehungsfuror würde sie als Fortsetzungskolumne ganz vorne auf Seite 1 der reichweitenstärksten Blätter herausbringen!
Aber Moment mal: Da lesen wir ja schon in regelmäßigen Abständen vom Klimawandel, ach was: der Klimakatastrophe, über die schon die BILD-Zeitung vor 14 Jahren schrieb, „wir“ hätten nur noch 13 Jahre, um „die Welt zu retten“! Eine Nummer kleiner haben es unsere links-grünen Schauer-Schreiberlinge bekanntlich nicht!
Kein Wunder also, dass derlei apokalyptische Panikmache in Endlosschleife, angereichert durch eine nicht wesentlich gelassenere Pandemie-, Kriegs- und Energiepreis-Berichterstattung, ihre psychischen Schäden in Hunderttausenden, wenn nicht Millionen Kinderherzen hinterlässt. Und in Extremfällen junge Menschen dazu motiviert, sich auf vielbefahrenen Straßen, Rollfeldern oder an Kunstwerken festzukleben, um die herrschende Politik mit ihren klimapolitischen Forderungen zu erpressen…
Eines der anschaulichsten Beispiele dafür, was diese Art verzerrter Berichterstattung beim Nachwuchs anrichtet, der dann natürlich auch genau die Gedanken zurückspiegelt, die ihm das eigene Elternhaus und die dort sowie von der Lehrerschaft konsumierten Medien vorkauen, liefert das MDR-Interviewformat „Was Kinder über XY denken“. Wobei der Platzhalter in den vier jeweils knapp halbstündigen Folgen für die Themen Gerechtigkeit, Pandemie, Krieg und eben in der letzten Folge für die Umwelt steht.
Und eben dort äußern sich einige der befragten Kinder in einer beängstigenden Hilflosigkeit, insbesondere zu den Folgen des Klimawandels für ihr eigenes Leben befragt.
So etwa Janus (10 Jahre, ab Min. 1:35), der für sich, seine Kinder oder spätestens eventuelle Enkel „keine Zukunft“ zu sehen in der Lage ist oder dass „durch die jetzigen Geschehnisse“ „die Erde irgendwann nicht mehr da ist“ (sic!).
Wie in einer anderen Welt fühlt sich der seines nüchternen Verstandes noch halbwegs befähigte Leser, wenn er dagegen das gewissermaßen als „Gegengift“ zu solcherlei Kindesmissbrauch zu rechnende Buch „Lichtblick statt Blackout“ aus der Feder des Physikers und Kabarettisten Vince Ebert aufschlägt.
Dieser leugnet den überwiegend anthropogen verursachten Anteil des Klimawandels keineswegs, weist aber immer wieder darauf hin, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Weltklimarates IPCC sich keinesfalls als derart panisch erweisen, wie es viele Medien in ihrer unverantwortlich-überdramatisierenden Weise nahelegen, da sie stets die Worst-Case-Szenarien für die Realität betrachten würden (und selbst Letztere verwendeten keine Untergangsrhetorik).
Dazu geht Ebert u.a. auf Gespräche mit Prof. Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (Hamburg) ein (Ebert S. 26/27), betont auch, dass selbst der IPCC für die Zukunft trotz weiter steigender Temperaturen anhaltendes Wirtschaftswachstum und damit eine Zunahme des Wohlstands in vielen Ländern des globalen Südens annimmt.
Lange in umweltbewegten Kreisen nachgebetete Untergangsszenarien wie „Die Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome, 1972) oder Paul Ehrlichs Bestseller „Die Bevölkerungsbombe“ ebenfalls aus dieser Zeit seien längst von der Wirklichkeit widerlegt worden, erführen aber nach wie vor hohen Zuspruch im links-grünen Akademikermilieu (S. 36).
Dagegen stellt Ebert die Geschichte der Wissenschaft als phänomenale Erfolgsstory, dennoch nicht naiv-fortschrittsgläubig, aber mit dem notwendigen Nachdruck, der statt typisch-deutscher Verbotsrhetorik die Offenheit einer zu technischen Innovationen anregenden säkularen und demokratischen Gesellschaft in den Fokus rückt.
Beispiele für technische Neuerungen, die zum Teil Millionen von Menschenleben gerettet haben wie die Entwicklung von Hochertragsweizen durch den US-Amerikaner Norman Borlaug im Zuge der „Grünen Revolution“ der 1960er- und 1970er-Jahre sorgen für reichlich konkrete Überzeugungskraft.
Und auch das deutsche Bildungssystem bekommt seine wohlverdiente Watsch’n: Ebert zitiert zustimmend den (jungen) Deutsch- und Politiklehrer Robert Benkens, der auch bereits in der Wochenzeitung „Die Zeit“ seine Kritik an der reinen Negativberichterstattung vieler Medienhäuser geäußert habe (S. 187-189):
In der Schule dominiert genau das statische und in Teilen sogar pseudowissenschaftliche und technikfeindliche Nachhaltigkeitsdenken, das du [V. Ebert, Anmerkung M. Haß] in deinen Shows und Büchern gerne auf die Schippe nimmst, Vince! (S. 188).
Allerdings sind meine Zweifel doch erheblich, ob sich solch reflektierte Außenseiterpositionen gegen die „Kakophonie des Wahnsinns“ durchsetzen werden. Zu sehr wohnt der „deutschen Seele“ anscheinend das Bedürfnis nach religiös überhöhter Selbstkasteiung und Untergangssehnsucht inne (auch diesen Aspekt sieht Ebert, luzide wie er nun mal ist, sehr klar!).
Um folgerichtig die zivile Nutzung der Kernkraft als Mittel gegen den Klimawandel zu vertreten. Ohne freilich dabei in dichotomes Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen und die Erneuerbaren Energien in Bausch und Bogen abzulehnen. Wie es für einen verschmitzten Kabarettisten üblich ist, mit erheiternder (Selbst-)Ironie statt moralinsaurer Griesgrämigkeit! Unbedingte Leseempfehlung!
Viel zu selten kommt es einmal vor, dass an „meiner“ Schule eine Autorenlesung stattfindet. Und so war ich erfreut, als ich mitbekam, dass sich eine Kollegin dafür engagierte, um allen acht neuen elften Klassen unseres Beruflichen Gymnasiums Mitte Oktober die bosnischstämmige Schriftstellerin Safeta Obhodjas präsentieren zu können.
Die Autorin lebt seit 1992 in Deutschland, nachdem sie vor der Gewalt des Krieges in ihrer Heimat Bosnien geflohen war. In ihren Texten nimmt sie erfreulicherweise kein Blatt vor den Mund und kritisiert – angereichert durch biografische Erlebnisse – ein patriarchalisch-orthodoxes Islamverständnis, wie es sich bekanntlich auch dank weitgehender politischer Untätigkeit – um nicht zu sagen: engagierter Förderung – auch hierzulande munter entfalten konnte; diverse ultrakonservative bis reaktionäre Moscheeverbände wie die türkische DITIB zeugen davon.
Obhodjas las an der Schule u.a. aus ihrer Novelle „Funken aus einem toten Meer“ sowie ihre Kurzgeschichte „Alles gute Muslime“ (scrollen bis zum Eintrag vom 31.03.2021), die ich mit zwei elften Klassen auch zuvor im Deutschunterricht behandelt hatte und die den Aspekt der religiösen Heuchelei im bosnisch-muslimischen Kontext ihrer eigenen Kindheit und Jugend thematisiert.
Die Reaktionen einiger muslimischer Schülerinnen und Schüler waren dann doch erschreckend.
So sah sich die Autorin dem Vorwurf ausgesetzt, sie würde „gegen den Islam hetzen“. Eine andere Fragerin hakte nach, ob die Autorin in ihren Texten aussagen wolle, dass „die (islamische) Religion perfekt sei, nur die Menschen, die sie lebten, nicht“ – ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Aussage der Kurzgeschichte von der Fragestellerin nicht erfasst wurde.
Leider vermittelte Obhodjas trotz ihrer expliziten Aufforderung dazu, im Anschluss an die Lesung Fragen zu stellen, eher den Eindruck, dass sie mit den dann einsetzenden Statements nicht sehr souverän umgehen konnte und einige Fragen eher abwimmeln wollte.
Möglicherweise spielte hier allerdings auch die deutsche Sprache eine etwas hinderliche Rolle – die Autorin spricht mit vernehmlichem Akzent.
Für mich war das Verhalten einiger Schüler nach der Lesung einmal mehr ein Beleg dafür waren, in welch fundamentalistischer Abkapselung viele muslimische Eltern ihren Kindern ein Religionsverständnis überstülpen, das als wirklich problematisch bezeichnet werden muss, da gerade die häufig zu Recht kritisierten Punkte wie die Stellung des Propheten Mohammed zur Gewalt oder das religiös begründete Verhältnis der Geschlechter in der religiösen Erziehung vieler Kinder muslimischer Eltern ausgeklammert bzw. ideologisch glorifiziert zu werden scheinen.
Das Problem des Extremismus wird jedenfalls nicht gelöst, wenn man behauptet, dass es nicht zum Islam gehört. Muslime, gerade auch hier bei uns in Europa und in den anderen westlichen Kulturen weichen diesen Problemen zu schnell aus. Sie wollen nur ungern darüber sprechen und betonen stattdessen nur den ethischen Aspekt des Islam. Das ist im Prinzip natürlich richtig. Mit Blick auf den Koran reicht es aber nicht aus, über Toleranz, Barmherzigkeit und Liebe im Koran zu sprechen, auch wenn sie dort ganz wichtig und fundamental sind. Wir müssen auch die unangenehmen Aspekte in den kanonischen Quellen kritisieren, um das Klima für eine angemessene Interpretation des Islam zu schaffen. Es geht darum, den Koran als Text zu historisieren, ihn in der damaligen Situation zu verstehen, dann aber auch mit Blick auf heute mit diesem Wissen kritisch umzugehen. Man muss die Koranpassagen, die zur Gewalt aufrufen, erst einmal geschichtlich verorten, sie reflektieren und sich mit der Frage beschäftigen, wie man die daraus erwachsenden Schwierigkeiten lösen kann. Es ist eine zentrale Aufgabe, in einer Kultur des Dialoges auch über sich selbst und seine eigene Geschichte nachzudenken. Das ist dann gerade nicht gegen den Islam gerichtet, sondern eine unabdingbare Vorrausetzung für eine zeitgenössische Reformlektüre jenseits politischer Interessen.
Es mutet in der Tat alles andere als beruhigend an, wenn jetzt sogar das doch eher staatstragende Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) in seiner Doku „Blackout in Deutschland – Horrorszenario oder reale Gefahr?“ (Sendung WISO, 01.08.2022) mit dem Satz schließt, die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen, länger anhaltenden Stromausfalls – eben eines Blackouts – in den kommenden Wintermonaten steige – „mit verheerenden Folgen für Deutschland“.
Und auch Vince Ebert, seines Zeichens Physiker und Comedian, geht mit der nicht erst seit gestern zu beobachtenden, hierzulande weit verbreiteten Einstellung der Politik ins Gericht, zugleich technologiefeindlich und moralisierend mit dem Habitus des Klima-, wenn nicht gleich Weltenretters aufzutreten.
Deutschland hat sich seit Jahren selbst mit einer unheilvollen Kombination aus Technologiefeindlichkeit, energiepolitischem Tunnelblick und moralischem Größenwahn in diese Situation gebracht.
Seit 2011 schalten wir sukzessive unsere Kernkraftwerke ab und wollen so bald wie möglich auch auf Kohlestrom verzichten. Wir träumen davon, mit Elektroautos und Wärmepumpen den Planeten zu retten und setzen wie kein anderes Land der Welt auf erneuerbare Energien. Wir schwärmen von Energie- und Mobilitätswenden, von »Green Deals« und »großen Transformationen« – und gleichzeitig haben wir Schwierigkeiten, einen simplen Flughafen zu bauen oder ein Mautsystem einzuführen.
In unserem Drang, die Welt retten zu wollen, haben wir fundamentale ökonomische und physikalische Grundprinzipen ersetzt durch Wunschdenken und Bauchgefühl. Allein die Tatsache, dass es noch keine Energiespeichersysteme in großem Maßstab gibt, ohne die eine Umstellung auf schwankenden Wind- und Sonnenstrom überhaupt erst möglich wird, zeigt, wie sehr sich dieses Land in die eigene Tasche lügt.
Im anderen Zusammenhang, nämlich der Frage der (Un-)Gefährlichkeit der Corona-Impfung, geht der Arzt Dr. Gunter Frank (Autor des Buches „Der Staatsvirus. Ein Arzt erklärt, wie die Vernunft im Lockdown starb“) noch einen Schritt weiter und attestiert bei Bild TV dem deutschen Gesundheitssystem das Niveau eines „Bananenstaates“, spricht gar von einem „medizinischen Zivilisationsbruch“.
Auf breiter Front hätten medizinische Kontrollinstanzen wie das Paul-Ehrlich-Institut versagt, was die Anzahl schwerer Nebenwirkungen dieser Impfung anbelange; die Zulassungsstudie des Pfizer-Konzerns weise grobe Fehler auf.
Dem aufmerksamen Medienrezipienten werden die insbesondere im letzten Herbst und Winter ausgesprochenen Diffamierungen von Menschen, die sich gegen eine Corona-Impfung entschieden hatten, noch schrill in den Ohren klingen. Nicht das sachlich beste Argument zählt – die moralische Diskreditierung des Gegners war ausdrücklich erwünscht.
Bereits vor fünf Jahren beklagte der Philosoph und CICERO-Kolumnist Alexander Grau (Autor des Buches „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“) in diesem Zusammenhang:
Es gibt kaum einen Lebensbereich, der inzwischen ja nicht moralisiert wird. Das fängt im Privatleben an. Denken wir an Fragen der Ernährung, des allgemeinen Lebensstils, des Rauchens. Der Konsum hat nachhaltig zu sein. Die Produkte haben fair gehandelt zu sein. Das sind alles Beispiele aus unserem ganz privaten, alltäglichen Leben.
Aber auch der politische Diskurs ist ja inzwischen hochgradig moralisiert. Denken Sie an den Atomausstieg, die Energiewende, viele Fragen der Außenpolitik. Von sozialpolitischen Fragen brauchen wir gar nicht erst zu reden. Vieles wird häufig im Tonfall hochgeschraubter Moralität behandelt. Sachfragen werden tendenziell ausgeklammert.
Vielleicht benötigt ein Land, in dem die sachliche Debatte und der innovative (Unternehmer-)Geist derart schlecht gelitten ist, wirklich einen möglichst krachenden Schockmoment, um aufzuwachen – Explosion der Energiekosten und drohender Blackout lassen womöglich ein wohlstandsverwahrlostes und grün-tagträumendes Land endlich auf dem Boden der Tatsachen ankommen – wenn auch auf die denkbar schmerzhafteste Weise!
Als vor gut einer Woche der Ravensburger-Verlag bekannt gab, die beiden Begleitbände zum aktuellen Kinofilm „Der junge Häuptling Winnetou“ nicht auszuliefern, war die Empörung groß – zu Recht! Die Begründung der Verlagsverantwortlichen: Beide Werke zeichneten ein „romantisierendes Bild mit vielen Klischees“ der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.
Potzblitz – wer hätte gedacht, dass Karl May anno dunnemals tatsächlich für seine Winnetou-Romane, in deren Tradition sich der Film stellt, den Anspruch einer faktenbasierten Dokumentation erhoben hätte! [Ironie off]
Die Thematik, um die es hier geht, lässt sich mit den Stichworten „kulturelle Aneignung“, „Wokeness“, Critical Race Theory“ und „Cancel Culture“ grob umreißen – einem Phänomen, das sich wie ein wucherndes Geschwür offenbar immer weiter in die kulturelle Haut des (ehemals?) liberal gesinnten, aufklärerischen Westens hineinfrisst.
Mittlerweile reicht es also bereits, dass kulturelle Protagonisten und ihre extra angestellten „Sensitivity Reader“ auch nur die leise Ahnung äußern, irgendjemand könne ich in seinen Gefühlen verletzt fühlen – der Shitstorm ist also keinesfalls immer schon eingetreten, wird aber in vorauseilendem Gehorsam antizipiert und soll um jeden Preis vermieden werden.
Im Grunde handelt es sich bei Cancel-Culture-Aktivisten um eine infantile Bewegung. Ehrlicherweise müssen wir diesen Aktivisten sagen: Unwohlsein gehört zum Leben, ein gewisses Unwohlsein muss man auch aushalten können. Die Vorstellung, dass wir uns gegenseitig ständig gute Gefühle geben, entspricht nicht dem Dasein. […]
Die meisten Menschen möchten bei anderen keine schlechten Gefühle auslösen, und viele möchten sich auch nicht exponieren. Wer heute mit Rastas herumläuft, steht nach all den Diskussionen im Schaufenster. Wer sein Kind als Indianer an die Fasnacht schickt, setzt es womöglich den Anfeindungen anderer Kinder oder Eltern aus. Also vermeidet man es lieber, man weicht aus und schickt die Tochter als Baum an den Kinderumzug.
So entfalten die Fanatiker mit ihren Gefühlen eine Macht. Hinzu kommt ein breites linkes Milieu, das das Unwohlsein angesichts kultureller Aneignung in dieser Rigorosität zwar nicht teilt, aber der Diskussion ausweicht. Das Hauptproblem seien demnach nicht die Zensur-Vorfälle, sondern ihre Skandalisierung durch die Medien. Diese Relativisten sind die Komplizen der Zensur-Aktivisten.
„Die „progressiven“ Anliegen werden oft als Wiedergutmachung historischen Unrechts gegen Frauen, Minderheiten, kolonisierte Völker usw. dargestellt. Wer könnte schon dagegen sein? Selbst Menschen, die einige Aspekte des „progressiven“ Zeitgeists albern oder übertrieben finden, warnen oft vor rechtem Alarmismus. Von ein paar Gender-Sternchen oder der Umbenennung der Zigeunersauce werde das Abendland schon nicht untergehen.
Es stimmt, davon, per se, wird das Abendland nicht untergehen. Wir sollten hier aber sehr klar sein: Die noch namenlose Ideologie, in deren Namen westliche Gesellschaften aktuell umgekrempelt werde, weicht in vielerlei Hinsicht von Grundannahmen und Werten der modernen „liberalen“ Ordnung ab, die aus der europäischen Aufklärung hervorgegangen ist. Der amerikanische Autor Wesley Yang spricht daher auch von der „Nachfolger-Ideologie“ (successor ideology) – Nachfolger im Sinne von „Nachfolger des Liberalismus“.
Irgendwann wird die Melange, die die Nachfolger-Ideologie ausmacht – u.a. Postmodernismus, Postkolonialismus, Identitätspolitik, (Pseudo-)Marxismus, Critical Race heory, „Intersektionalität“ und ein therapeutisch-paternalistisches Staatsverständnis, das die Bürger ständig umerziehen will – hoffentlich von Gelehrten gründlich analysiert werden. Fürs Erste sind einige Gedanken hilfreich, die die […] amerikanische Journalistin Bari Weiss skizziert hat. Der „Liberalismus“, den die Nachfolger-Ideologie überwinden wolle, schreibt Weiss im amerikanischen Tablet Magazine, sei nicht der Liberalismus im parteipolitischen Sinne, sondern ein viel breiterer moralischer Konsens:
„Die Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind, da alle nach dem Bild Gottes geschaffen sind. Der Glaube an die Heiligkeit des Individuums, die über der Gruppe oder dem Stamm steht. Die Überzeugung, dass Rechtsstaatlichkeit – und Gleichheit vor dem Gesetz – das Fundament einer freien Gesellschaft ist. Die Überzeugung, dass ordnungsgemäße Gerichtsverfahren und die Unschuldsvermutung gut sind, und wütende Mobs schlecht. Der Glaube, dass Pluralismus eine Quelle unserer Stärke ist; dass Toleranz ein Grund zum Stolz ist, und dass Gewissens-, Glaubens- und Meinungsfreiheit die Grundlagen der Demokratie sind.“
[…] Die Prämisse der neuen Ideologie umreißt sie hingegen wie folgt:
„Wir befinden uns in einem Krieg, in dem die Kräfte der Gerechtigkeit und des Fortschritts und die Kräfte der Rückständigkeit und der Unterdrückung einander gegenüberstehen. Und in einem Krieg müssen die normalen Spielregeln – ordnungsgemäße Verfahren, politische Kompromisse, die Unschuldsvermutung, Meinungsfreiheit, sogar die Vernunft selbst – aufgehoben werden. Tatsächlich waren diese Regeln selbst von Anfang an korrumpiert, da sie von toten, weißen Männern entworfen wurden, um ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten.“ (S. 143-146)
Es geht also um weit mehr als Winnetou-Filme und -bücher, es geht – pathetisch gesagt – ums Ganze, d.h. die in langen Jahrhunderten erkämpften Grundlagen von Rechtsstaat, Freiheit und Demokratie.
„Wehret den Anfängen!“ ist wahrscheinlich schon eine hoffnungslos veralterte, naive Parole angesichts des Tempos, mit dem beinahe im Wochentakt neue Pseudo-Skandale vom Zaun gebrochen werden und kulturelle Pissnelken in gewohnter Hasenfüßigkeit einknicken.
Wer meint, damit den jakobinischen Fanatikern den Wind aus den Segeln nehmen zu können, indem er vor ihnen kapituliert, der glaubt auch, dass Wladimir Putin ohne Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine und die sich daran anknüpfende Gegenwehr gegen die imperiale russische Invasion zu einem fairen „Friedensschluss“ bereit wäre!
Hinweis (31.08.22):
Der an dieser Stelle zunächst behauptete kausale Zusammenhang zwischen der Entscheidung des Ravensburger-Verlags und der ARD, zukünftig keine Winnetou-Filme mehr auszustrahlen, existiert nicht! Vielmehr begründet der Senderverbund seine Entscheidung mit dem Auslaufen entsprechender Lizenzen, während das ZDF noch über diese verfüge und auch weiterhin Filme der Winnetou-Reihe auszustrahlen gedenke.
In Zeiten, in denen Fragen nach der Zukunft der Energieversorgung Deutschlands (mit oder ohne russisches Gas, mit oder ohne Kernkraft etc.) dringender denn je einer verlässlichen Antwort harren, kommt ein Buch gerade recht:
Verfasst hat „Atomkraft? Ja bitte! Klimawandel und Energiekrise: Wie Kernkraft uns jetzt retten kann“ die ehemalige Grüne und AKW-Gegnerin Anna Veronika Wendland. Als eine der ganz wenigen Ökofundamentalisten beschloss sie tatsächlich, sich nicht nur mit der Kampfpropaganda aus der eigenen Filter Bubble zu begnügen, sondern sozusagen das „Herz der Bestie“ zu erkunden. Kurz: Wendland wurde Osteuropa- und Technikhistorikerin und arbeitete insbesondere in den beiden AKWs Privne (Ukraine) und Grohnde (Deutschland), was sie gewissermaßen vom Paulus (der Anti-Atom-Kirche) zum Saulus werden ließ.
Und wie auch in religiösen Belangen zeigt sie auch hier, wie relevant die Kluft zwischen Wissen und Nichtwissen (sprich: Propaganda) häufig ausfällt. Wendland schreibt:
Ich lernte in den Kernkraftwerken zweierlei Dinge: Erstens begann ich zu ermessen, wie riesig der Raum meines Nichtwissens als Atomgegnerin gewesen war. Ich hatte diesen Raum größtenteils mit der kritischen Literatur und den Broschüren der Atomgegner gefüllt – zu den Unterlagen der Gegenseite hatte ich als Schülerin und Studentin keinen Zugang. Es gab aber auch ganze Wissenskontinente, von denen ich gar nichts hatte wissen können, selbst wenn ich gewollt hätte – weil die Betreiber unserer Anlagen nicht sehr viel unternahmen, um es den Menschen zu vermitteln. Ich vermute, dass viel von der Atomangst in unserem Lande auf diesen blockierten Wissenspfad zurückzuführen ist. (S. 54)
Mehrfach beklagt Wendland in ihrem Buch das eklatante Versäumnis von Anlagenbetreibern und kernphysikalischen Fakultäten, die Öffentlichkeitsarbeit sträflich vernachlässigt zu haben. Das freie Vakuum wurde – und das seit Jahrzehnten! – bereitwillig von Öko-Ideologen wie Bündnis 90/Die Grünen, Greenpeace & Co. gefüllt – nicht zuletzt dank willfähriger Steigbügelhalter in den tendenziell linksgrün ausgerichteten Massenmedien.
Erfrischend unideologisch sieht Wendland übrigens das Thema „Erneuerbare Energien“. Statt hier in typisch-westlicher Manier eine unversöhnliche Dichotomie aufzumachen („entweder – oder“), plädiert sie für ein versöhnliches Nebeneinander von Kernkraft, Wind, Wasser und Sonne.
Nicht ohne jedoch auf den immensen Ressourcenfraß Letztgenannter hinzuweisen. Und hier zeigt sich einmal mehr, in welcher illusorischen Traumtänzerwelt wir durch interessierte linksgrüne Kreise jahrzehntelang gehalten wurden – von Wegen „Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung“ (sinngemäß nach Franz Alt).
Oder wussten Sie, liebe Leser, dass die Turbine einer Offshore-Windkraftanlage sage und schreibe 67 Tonnen (!) Kupfer enthält?
Wendland verweist hier auf einen hervorragend recherchierten SPIEGEL-Artikel („Raubbau im Namen der Umwelt“, Ausgabe 44 vom 30.10. 2021 – online hinter Bezahlschranke, liegt dem Verfasser jedoch im Printformat vor), ergänzt dessen Fakten mit weiteren selbst zusammengetragenen.
So schreibt sie etwa, dass als Äquivalent der 12 Milliarden (!) kwh Strom, die das hiesige AKW Isar-2 pro Jahr ins Netz speist, stattliche 1095 Onshore-Windräder errichtet werden müssten (deren Arbeitsverfügbarkeit sie mit 25 %, d.h. ein Viertel des Tages ansetzt).
Selbstverständlich geht die Autorin auch auf immer wiederkehrende Aspekte wie der Frage nach der ewigen Endlagersuche sowie den beiden „großen“ Störfällen Tschernobyl und Fukushima ein, macht glaubwürdig deutlich, dass deutsche kerntechnische Anlagen inhärent deutlich sicherer seien und dank der sog. vierten Generation AKWs (Natrium-, Flüssigsalz- und Dual-Fluid-Reaktoren) ein zusätzliches Plus an Sicherheit zu erwarten sei.
Allerdings kommen die Hintergründe des Unfalls von Tschernobyl doch ein wenig kurz – verglichen mit der Darstellung von Krämer/Mackenthun in „Die Panik-Macher“, wo der experimentelle Charakter der Geschehnisse des 28. April 1986 herausgearbeitet wird und der fundamentale Unterschied zu deutschen AKWs noch etwas klarer zum Ausdruck kommt.
Doch sei´s drum: Wendlands Buch kommt nach der russichen Invasion der Ukraine und der dadurch verschärft zu Tage getretenen gesellschaftlichen Debatte um die Zukunft der Energieversorgung genau zum richtigen Zeitpunkt.
Bleibt noch, abschließend auf die dankenswerterweise vom Magazin CICERO zusammengestellte Übersicht zu diversen Fragen der Laufzeitverlängerung der verbleibenden drei deutschen AKWs hinzuweisen.
Möge diese sowie Wendlands Buch unsere hochverehrten Damen und Herren Politik Betreibenden 😉 dazu bewegen, ausnahmsweise einmal qualitativ hochwertiges Schriftgut statt ideologisch „verstrahlter“ Agit Prop in die Hand zu nehmen!
Nachtrag 07.08.22:
Wer sich nicht gleich Wendlands Buch zulegen möchte, kann eine Kurzfassung ihrer Positionen auch im aktuellen CICERO-Podcast nachhören!
Um dem Aufgalopp anschwellender Corona-Sirenengesänge während des gerade begonnenen Sommers zu entfliehen, habe ich mich einem Mann und seinen Ansichten zugewandt, der von 2002 bis 2010 nichts Geringeres als das Bundesverfassungsgericht (BVG) in Karlsruhe geleitet hat – Hans-Jürgen Papier.
Auch wenn er medial während der zurückliegenden 2 ½ Jahre Pandemie medial nie in der ersten Reihe stand (das Schicksal ruhig-besonnener Charaktere eben!), so bekam er in den letzten Monaten immerhin ein Fünkchen öffentlicher Aufmerksamkeit.
So beklagt Papier die im Zuge zahlreicher Pandemie-Maßnahmen zugenommene Politikverdrossenheit großer Teile der Bevölkerung:
Das mag auch damit zusammenhängen, auf welche Art und Weise die Entscheidungen zur Bekämpfung des Coronavirus zustande gekommen sind.
Erst die sog. „Bundesnotbremse“ vom Frühjahr 2021 habe aus einem Wust von länderspezifisch unterschiedlichen Verordnungen juristisch mehr Einheitlichkeit geschaffen, was er begrüßt. Allerdings, nicht ohne zu kritisieren, dass sich das parlamentarische Gremium der Bundesrepublik schlechthin, der Deutsche Bundstag, viel zu lange aus der Pandemiebekämpfung herausghalten habe:
Die gewählten Volksvertreter wurden damals zu Zuschauern degradiert.Das war nicht gut.
Die Lage der Freiheitsrechte hierzulande sieht Papier schon vor Corona-Zeiten kritisch:
Staatliche Eingriffe in Freiheitsrechte der Bürger gibt es ja nicht erst, seit das Coronavirus bei uns angekommen ist“ stellt der Staatsrechtler heraus. In Deutschland werde überdies die Exekutive immer stärker, während die Parlamente an Bedeutung verloren haben, zeigt sich Hans-Jürgen Papier durchaus besorgt. Das liege sicher auch an den großen Koalitionen, die wir lange Jahre im Bund hatten. Ein Parlament brauche aber eine starke Opposition. Mit der neuen Regierung und der neuen Opposition (die nun von der Union angeführt wird) könnte das nun vielleicht endlich wieder besser gelingen.“
Mittlerweile liegt auch ein aktuelles Buch Papiers („Freiheit in Gefahr. Warum unsere Freiheitsrechte bedroht sind und wie wir sie schützen können“) vor. Der Umgang mit Corona macht zwar nur ein Kapitel aus, aber auch auf diesem vergleichsweise knappem Raum redet de Ex-Verfassungsrichter erfreulich viel Klartext und mahnt die verantwortliche Politik zu einer evidenzbasierten Vorgehensweise – moderat im Ton, versteht sich, und ohne die allgemeine Gefährlichkeit des Virus infragezustellen:
In den Herbstferien 2020 traten in verschiedenen Bundesländern Regelungen in Kraft, die, gelinde gesagt, äußerst verwirrend waren und nicht gerade dazu angetan schienen, das Vertrauen in die Stimmigkeit der Entscheidungen der Politik zu stärken. So war es in manchen Ländern Reisenden aus sogenannten Corona-Hotspots eines anderen Bundeslandes verboten, in den Hotels zu übernachten. In Bayern zum Beispiel durften Reisende aus Berlin nicht in Hotels übernachten, Reisende aus einem bayerischen Hotspot dagegen sich im Freistaat ungehindert bewegen und die Nacht in Hotels verbringen. (S. 32)
Auch wenn der Gesetzgeber letztendlich bei den Verfahren und Formen wieder eine zu begrüßende Richtung eingeschlagen hat, bestehen gegen mach eine diskutierte Maßnahme berechtigte Vorbehalte: Wie lässt sich etwa begründen, dass eine immer wieder geforderte nächtliche Ausgangssperre tatsächlich einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben wird? Geht es hier nicht viel eher darum, die Menschen wirkungsvoller zu kontrollieren?“ (S. 50)
Anfang Juni hat der Topjurist anlässlich eines Vortrags in Wiesbaden offenbar nachgelegt (Beitrag des „Wiesbadener Kuriers“ leider hinter Bezahlschranke, daher Zitat aus der „Jungen Freiheit“):
Papier bemängelte vor allem die insgesamt 38 Wochen dauernden Schulschließungen. Das „Supergrundrecht“ auf Sicherheit und Gesundheitsschutz, auf das sich die Regierung berufen habe, gebe es nicht. Und schon gar nicht hätten sich diesem die anderen Grundrechte pauschal unterzuordnen.
Für den kommenden Herbst und Winter steht jedoch zu befürchten, dass auch dann rational gefestigte geistige Schwergewichte wieder opportunistischen Machtgeiern (Söderisten) und autistischen Politverbrechern (Lauterbachisten) von der medialen Präsenz her deutlich unterlegen sein werden.
Die Panikfestspiele, sie werden aller Wahrscheinlichkeit weiter fröhlich Urständ‘ feiern – ad nauseam („bis zum Erbrechen“)!