Archive for November 2014

Misereor: kirchliches Hilfswerk auf Abwegen

November 30, 2014

Weihnachtszeit ist bekanntlich Spendenzeit, liebe Leserinnen und Leser. Aberhunderte von großen und kleinen Hilfsorganisationen (oder solchen, die sich dafür halten) appellieren in teils rührseligen Aufrufen an die vorweihnachtliche Großherzigkeit der Bundesbürger. (Merkmale seriöser Spendensammler und Ausführungen zu einzelnen Organisationen liefert das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, der sog. „Spenden-TÜV“).

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Zu den ganz Großen im Geschäft gehört dabei das katholische Hilfswerk Misereor mit Hauptsitz in Aachen sowie einem Finanzvolumen von gut 179 Mio. Euro in 2013 (davon gut 56 Mio. an Spenden- und Kollektengeldern). Und obwohl dieser Blog sich ausdrücklich der Religionskritik verschrieben hat, soll es an dieser Stelle nicht um die Frage gehen, ob und inwiefern Misereor (oder auch andere kirchliche Hilfswerke wie z.B. Brot für die Welt) verkappte Missionsarbeit qua Bibelverteilung etc. betreiben.
Nein, im Fokus meiner Betrachtung steht vielmehr die unselige Allianz zwischen Misereor und fundamentalistischen Gentechnikgegnern in Indien. Trotz immer wieder erwiesener Nutzeneffekte dieser Technologie führen bekanntlich nicht nur Umweltorganisationen wie Greenpeace, sondern zunehmend auch kirchliche Stellen einen regelrechten Glaubenskrieg gegen die Anwendungen der Pflanzengentechnik. (Übrigens der Hauptgrund für mich, 2005 meine Mitarbeit bei der Bremer Greenpeace-Ortsgruppe zu beenden.)

Zur Causa Misereor liefert das von mir geschätzte Querdenker-Magazin „NovoArgumente“ folgende Informationen:

Unter dem Mantel der Nächstenliebe betreiben Organisationen wie Misereor politische Kampagnen in Entwicklungsländern, die dort dem wirtschaftlichen Wohlergehen schaden. […]
Im Sommer dieses Jahres meldete Radio Vatikan: ‚Indien: Staat setzt deutsche Hilfswerke auf rote Liste‘. Mit betroffen war das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor. […]

Nach Erkenntnissen des indischen Geheimdienstes unterstützen die westlichen ‚Helfer‘ mit ihren Spendengeldern Aktionsgruppen, die gegen zahlreiche Infrastrukturprojekte kämpfen. Gleichzeitig finanzieren sie den Glaubenskampf verbündeter Organisationen gegen die Grüne Gentechnik in Indien mit. Der von außen in das Land getragene Skeptizismus koste den indischen Staat zwei bis drei Prozent jährliches Wirtschaftswachstum, berechnete der Geheimdienst. Zugleich schade er Indiens Ansehen als Demokratie und Wissensnation.
Dass Misereor Gentechnikgegner unterstützt, ist bekannt. Radio Vatikan hat das einmal so formuliert: ‚Hilfswerke wie Misereor engagieren sich unter anderem in Indien gegen Kinderarbeit in Steinbrüchen und gegen den Anbau genmanipulierter Nahrungsmittel.‘ Gentechnik wird in einem Satz mit Kinderarbeit im Steinbruch genannt, als ob beides gleich böse wäre und der Kampf dagegen gleich gut. Aber nicht wegen ihres Einsatzes für die Kinder, sondern wegen der Unterstützung des dogmatischen Kampfes gegen die Gentechnik kamen die kirchlichen Organisationen auf die rote Liste. Der Geheimdienst benannte neben fünf indischen Organisationen sechs ausländische NGOs als federführend in der Agitation gegen Grüne Gentechnik. Dazu gehören unter anderen Greenpeace International, der Evangelische Entwicklungsdienst, Brot für die Welt und Misereor.“

Natürlich bleibt es ganz Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, überlassen, ob und wem Sie in der nun angebrochenen Vorweihnachtszeit (oder auch sonst) Ihr Spendengeld anvertrauen. Aber wenn ich mit diesem Beitrag ein klein wenig zu mehr Sensibilität in Sachen „Öko-Industrie“ beisteuern konnte, dann ist schon viel erreicht. Denn bitte bedenken Sie: Auch diejenigen, die sich permanent lauthals (und überwiegend zu Recht) über den negativen Einfluss diverser Lobbygruppen auf die Politik beschweren, bilden selbst eine – nicht wenig einflussreiche – Lobby! Und dass auch Greenpeace & Co. keine Übermenschen sind, sollte spätestens seit den überzogenen Angaben zu den Giftrückständen auf der seinerzeit zur Versenkung anstehenden Ölplattform „Brent Spar“ bekannt sein.

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