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Von Gröhlemeyer über Geifer-Greta bis zur „Grünen Armee-Fraktion“? Warum Klima- und „Antirassismus“-Exorzisten wirklich zum Fürchten sind

September 24, 2019

Es gab nur zwei kurze Phasen in meinem Leben, in denen ich mich annähernd für Autos interessiert habe: als vielleicht Acht- bis Elfjähriger für mein Kettcar und später mit 14 Jahren für mein Formel-1-Quartett. Ansonsten gingen mir die „Blechkisten“ immer schon gepflegt sonstwo vorbei. Zwar habe ich mit 20 Jahren und einigem Ach und Krach den PKW-Führerschein erworben, aber gefahren bin ich selten, ein eigenes PS-Vehikel habe ich nie besessen – bis heute mit 45 nicht!

Stattdessen entdeckte ich mit Beginn meiner Ausbildung zum Industriekaufmann das Fahrrad als für mich ideales Fortbewegungsmittel – so ist es bis heute geblieben.
Als Student setzte ich dann noch einen drauf und engagierte mich in der Bremer Ortsgruppe von Greenpeace vier Jahre lang für eine lebenswerte Umwelt, bis ich mich mit dem fundamentalistischen Schwarz-Weiß-Denken dieser Organisation insbesondere bezüglich deren schroff ablehnenden Position zur Pflanzengentechnik 2005 aus der Ökobewegung zurückzog.

Mein Interesse an Umweltthemen allerdings blieb erhalten. Und so verfolge ich die aktuelle Klimadebatte weiterhin aufmerksam, finde es auch prinzipiell begrüßenswert, dass so viele junge Leute als Teil der „Fridays For Future“-Bewegung ihr Herz für die Umwelt entdeckt zu haben scheinen und regelmäßig dafür auf die Straße gehen. Doch die Sache hat mehr als nur einen ganz gewaltigen Haken:

Nach mittlerweile jahrzehntelanger medialer Berichterstattung haben sich lange schon genau diejenigen Mechanismen der Skandalisierung etabliert, die Medienwissenschaftler wie Prof. Hans Mathias Kepplinger bereits vor etlichen Jahren z.B. hier analysiert haben:
Ist erst einmal im Zuge medialer Berichterstattung ein plausibles, am besten auch noch weitestgehend eindimensional-dichotomes Narrativ (moralisch „gut“ vs. „böse“, „schuldig“ vs. „unschuldig“ etc.) installiert, verselbständigt sich dieses immer mehr und führt dazu, dass immer weniger Menschen überhaupt noch auf den Gedanken kommen, die Sache könne sich zumindest in Teilen auch anders verhalten – will der Einzelne doch die Anerkennung der Gesellschaft und nicht von ihr als Außenseiter ins moralische Abseits gestellt werden!

Genau so verhält es sich beim Thema „Klimawandel“: Der (technisch-industrielle Annehmlichkeiten wie motorisierte Fahr- und Flugzeuge nutzende) Mensch gilt als allein oder ganz überwiegend „Schuldiger“ am Ausstoß von Treibhausgasen und damit der – natürlich katastrophalen oder in naher Zukunft völlig fatalen – Erderwärmung. Differenzierende Stimmen werden gar nicht erst gefragt, da die meisten Medien ohnehin nur eine Handvoll ewig gleicher „Experten“ zu Rate ziehen – in diesem Fall die Herren Latif, Rahmstorf, Edenhofer etc.
Wer sich „todesmutig“ dennoch mit nonkonformistischen Ansichten vorwagt, wird zumeist als wissenschaftlicher Outcast, wenn nicht gar als „rechter Klimaleugner“ weggebissen – auch wenn dieses Etikett in vielen Fällen völlig fahrlässig, da willkürlich vergeben wird. Dass Albert Einstein (Relativitätstheorie) und Alfred Wegener (Theorie der Plattentektonik, siehe hier) ebenfalls durch das wissenschaftliche Establishment ihrer Zeit zunächst belächelt wurden – who cares!

Apropos „rechts“: Zu welchen emotionalen Ausfällen es führen kann, bewies unlängst der Sänger Herbert Grönemeyer bei seinem Auftritt in Wien: Meinte er doch klarstellen zu müssen, „wir“ (gemeint sind wohl alle, die permanent ihre Anti-AfD-Gesinnung wie eine Monstranz vor sich her tragen) müssten „diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat. […] Keinen Millimeter nach rechts!“. Die Tonalität seiner offensichtlich spontanen politischen Brandrede erinnert vielleicht nicht unbedingt an Joseph Goebbels, wie Kritiker ihm daraufhin vorhielten, aber eine sachliche und scharfe Analyse der derzeitigen Spaltung des Landes und ihrer Ursachen sieht wahrlich anders aus!

Wenige Tage später dann ein emotional ähnlich aufgeheiztes Klima… und zwar anlässlich des sog. weltweiten „Klimastreiks“ am 20. September, ausgerufen von besagter „Fridays For Future“-Bewegung:
In Hanau, wo sich meine Dienststelle (Schule) befindet, wurde dabei auf dem Transparent am Beginn des Demozuges mit der Aufforderung „Burn the SUVs, not the trees“ auf selten dämliche Art zu einer Straftat aufgefordert.

Generell muss leider festgestellt werden: Die von Greta Thunberg vor gut einem Jahr initiierten Klimaproteste sind mittlerweile durch linksextreme Antikapitalisten („System change not climate change“) und Öko-Apokalyptiker gekapert worden. Als derzeit wohl umtriebigste Sekte von „Klima-Exorzisten“ tut sich dabei die aus Großbritannien stammende Gruppe „Extinction Rebellion“ hervor, die bereits in der Wahl ihres Namens offenbart, dass es für sie nur die Alternative zwischen radikaler CO2-Reduktion und massenhaftem Artensterben gibt. Um den herbeifantasierten Untergang zu verhindern, soll am 7. Oktober auch noch ganz Berlin „blockiert“ werden.
Derweil haben andere das Stadium des aktivistischen Bußpredigertums bereits hinter sich gelassen und den Weg zur offenen Öko-Diktatur beschritten: Wenige Tage vor Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main bekannte sich eine Gruppe namens „Steine ins Getriebe“ zur Zerstörung von mehr als 40 Luxuskarossen eines Autohändlers im Frankfurter Umland.
Und erst vor wenigen Tagen wurden in Berlin Kabelschächte der dortigen S-Bahn „pyrotechnisch behandelt“ – verursacht durch eine linksradikale Gruppierung („Vulkangruppe Ok“) unter Berufung auf die derzeitigen Klimaproteste.
Wer dann auch noch am 23. September per TV-Nachrichtensendung ins wutverzerrte Antlitz der „Klimaprophetin“ Greta Thunberg während ihrer geifernden Rede („How dare you!“) vor der UN-Klimakonferenz geblickt hat, der ahnt vielleicht, womit wir es hier zu tun haben: mit der völligen Enthemmung eines durch Massenpsychologie und politisch-ideologisch aufgeladener „Wissenschaft“ bestimmten gesellschaftlichen Diskurses.
Glaubt irgendein „Klimaaktivist“ allen Ernstes, ohne menschliche Kohlendioxid-Emissionen würde das Klima für immer und alle Zeiten statisch bleiben? Nicht nur Dirk Maxeiner, seit über 1 1/2 Jahrzehnten gestandener Ökologismus-Kritiker, mag da schier verzweifeln.
Doch die Gesetze der medialen Skandalisierung erscheinen auch hier gnadenlos: Ist ein bestimmter „Kipppunkt“ des gesellschaftlichen Diskurses erst einmal überschritten, werden auch relativierende Stimmen nicht oder kaum noch gehört – sie gehen schlicht unter im medialen Orkan freiwilliger Selbstgleichschaltung!
Und so wird kaum einer der zumeist jungen „Klima-Krieger“ die nüchternen Worte des Meteorologen Hans von Storch über sich „ergehen“ lassen müssen, wenn dieser mahnt:

„Selbst, wenn wir Europäer unsere Lebensgewohnheiten völlig umstellen würden, hätte das keinen wesentlichen Einfluss auf den Klimawandel.“
(Hans von Storch: Das Reizklima. In: CICERO Nr. 7/2019, S. 15ff.)

Wahrscheinlicher ist es da, dass sich Teile der Ökobewegung weiter radikalisieren werden und eines Tages eine ausgewachsene „Grüne Armee-Fraktion“ (GAF) aus dem Untergrund heraus für die angebliche Befreiung der Menschheit von den ach so teuflischen Treibhausemissionen zur Waffe greifen wird! So waren sie bekanntlich schon immer, die (romantischen) Deutschen: Was sie tun, tun sie absolut gründlich!