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Das schleichende Gift des linken Islam-Appeasement

März 31, 2017

Dass sich fundamentalistisches Schwarz-Weiß-Denken beileibe nicht nur in streng-religiösen (Endzeit-)Gruppierungen wie der Neuapostolischen Kirche (NAK), meiner „Heimat-Sekte“, findet, ist mir ja schon länger bewusst. Die Parallelen zwischen diesen Möchtegern-„Auserwählten“ und jenen überwiegend völlig weltlich denkenden Menschen, die sich blind einer Umweltorganisation oder säkularen Weltanschauung wie dem Veganismus etc. angeschlossen haben, liegen einfach deutlich auf der Hand.

Ganz schnell synchronisiert sich das Denken in Kategorien wie „Wahrheit vs. Lüge“, „gute eigene Denkweise vs. böser Staat/Konzern/politischer oder religiöser Kontrahent“ etc. Und wer einmal zum weltanschaulichen Feind erkoren wurde, muss zwanghaft immer und in wirklich 110 % aller seiner Aussagen und Ansichten Unrecht haben. Oder wie es der Geschäftsführer der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS), Michael Schmidt-Salomon im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ ausdrückt:

„Demagogen feiern mit halben Wahrheiten ganze Erfolge. Wenn man sie stoppen will, dann muss man ihnen ihre halben Wahrheiten entziehen, indem man ihnen recht gibt, wo sie recht haben. Eben das ist aber nicht passiert. Das war nicht nur politisch fatal, sondern auch intellektuell unredlich. Schließlich wird eine Wahrheit nicht zur Lüge, bloß weil sie von Frauke Petry oder Beatrix von Storch geäußert wird.

Was wäre denn ein Beispiel für so eine Wahrheit?

Nehmen wir die bekannte Aussage von Beatrix von Storch, dass der politische Islam mit der deutschen Verfassung unvereinbar sei. Das ist zweifellos ein treffendes Argument, das leicht zu untermauern ist, wenn man die Prinzipien des politischen Islam – also einer bestimmten Lesart der muslimischen Religion – mit den Prinzipien der offenen Gesellschaft abgleicht. In der politischen und medialen Auseinandersetzung mit von Storch wurde jedoch behauptet, ein solcher Satz sei eine ‚Schande für Deutschland‘.“

Szenenwechsel: Einen anderen Beleg für die unsägliche (nicht nur) deutsche Debatten(un-)kultur im Zusammenhang mit der allgemein so entspannt daher kommenden Reaktion auf die jüngeren islamistischen Terroranschläge in Europa bringt die Publizistin Cora Stephan auf den Punkt:

„Was da so entspannt daherkommt, ist die reine Verlogenheit. Waren wir nicht einst das Land der ständigen Betroffenheit? Der Lichterketten? Wo sind sie jetzt? Schon drei Tage nach dem Terroranschlag in London ist das Thema in Deutschland aus den Schlagzeilen und man beschäftigt sich wieder mit den üblichen Aufregern – stets gern mit Donald Trump, zur Not auch mit den Wahlen in einem Land mit 800.000 Stimmberechtigten. […]
Wieder steht ein Elefant im Raum, den alle zu übersehen trachten. Er heißt, ein schlichter Zweisilber: Islam. […] Nein, es gibt keinen ‚Generalverdacht‘ gegen Muslime, wie einige jetzt wieder furchtsam wähnen. Es gibt allerdings den durch viele Untersuchungen begründeten Verdacht, dass der Islam eine Weltsicht befördert, derzufolge diejenigen, die nicht zu den Rechtgläubigen gehört, nicht verdienen, am Leben zu sein.“

…jene vermeintlich „Rechtgläubigen“, mit deren Hardcore-Variante (dem stinkkonservativen Islam der Verbände) so mancher verträumte linke/linksliberale Zeitgenosse seinen moralisch-ethischen Dornröschenschlaf zubringt.
Was bei dem einen oder der anderen durchaus zu der hirnamputierten Äußerung einer Judith Butler führen kann, die islamfaschistischen Terrorgruppen Hamas und Hisbollah als „fortschrittliche Kräfte“ anzusehen. Typen, deren anti-aufklärererische Frauen-, Juden-, Homo- und Atheistenverachtung diese „Liberalen“ bei Ihresgleichen niemals dulden würden!

Natürlich ist mir klar, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Wohlgemerkt im Verhältnis 1:1 nicht…
Deutschland wird nicht über Nacht schwuppdiwupp von einer neuen Nazi-Diktatur heimgesucht werden, nur weil die AfD in Umfragen um die 10 % Wählerzustimmung einheimsen konnte. Ebenso wenig stehen wir unmittelbar vor der Ausrufung des islamischen Kalifats à la IS.
Aber wer als aufmerksamer Zeitgenosse die Entwicklungen innerhalb dieser Gesellschaft über die letzten zehn, fünfzehn Jahre verfolgt hat, der wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit den Verdacht nicht los, dass sich die weltanschaulichen Gräben mehr und mehr vertiefen: Völkisch angehauchte „Abendlandretter“ einerseits und koranversessene Glaubens-Heißblüter sammeln ihre „Truppen“, ihre Propaganda sickert als schleichendes Gift in die weltanschaulichen Ritzen mancher Community.

Wer irgend etwas aus der deutschen Geschichte gelernt hat, sollte hier extrem hellhörig werden: Die Lehre des unseligen „Münchner Abkommens“ von 1938 muss lauten: Nehmt die Extremisten ernst statt euch in Appeasement-Manier vor ihnen zu ducken oder gar mit ihnen zu paktieren! Sonst instrumentalisieren sie die Demokratie schneller für ihre Zwecke, als ihr „Fake News“ sagen könnt!