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Sommerliche Freibad-„Jugendstreiche“: der WDDR und die „edlen Wilden“

August 11, 2019

Ich verabscheue das unselige Wort von der „Lügenpresse“, unterstellt es doch eine dauerhafte und womöglich „von oben“ vorgegebene Berichterstattung, die an den Realitäten nicht nur vorbeigeht, sondern diese bewusst ins Gegenteil verkehrt.

Aber nach dem neuesten Beitrag des WDR-Politikmagazins „Monitor“ vom 8. August unter dem Titel „Aufruhr im Freibad: Vom Jugendstreich zum Terrorakt“ beginne ich langsam zu verstehen, wie politische Agitation à la DDR („Schwarzer Kanal“ mit Karl-Eduard von Schnitzler) funktioniert.
Der Beitrag fokussiert sich stark auf die Vorfälle im Düsseldorfer Rheinbad, welches aufgrund jugendlichen Fehlverhaltens innerhalb dieses Sommers bereits dreimal vorzeitig schließen musste. Tenor des Berichts: alles halb so wild, Politik (die AfD spricht von Migranten, die andere Badegäste „terrorisieren“ würden) und Medien übertreiben heillos!
Als „Monitor“-Hauptaugenzeuge kommt dabei der Polizist Tim Fliegel zu Wort. Während sich der Düsseldorfer OB Thomas Geisel (SPD) in einer Pressekonferenz zu den Vorgängen gar dahingehend äußerte, es habe lediglich „lebendiger Badebetrieb“ geherrscht und einige Jugendliche hätten halt ein wenig „Quatsch“ gemacht!

Es soll hier gar nicht weiter um die Vorfälle in Düsseldorf gehen: Möglicherweise wurde hier tatsächlich von verschiedener Seite aufgebauscht, was jedoch sehr verwunderlich wäre, zumal das Rheinbad in diesem Sommer wie gesagt ganze dreimal geräumt wurde.
Was aber viel wichtiger ist: Die gehäuften Berichte von Übergriffen durch Jugendliche, häufig mit Migrationshintergrund, welche aus anderen Bädern quer durch die Republik gemeldet wurden, spielen im „Monitor“-Bericht so gut wie keine Rolle. Man habe Badbetreiber in den zwanzig größten deutschen Städten angeschrieben, ob es dort zu „Randale“ oder Badräumungen gekommen sei. Später ist dann nur noch von Letzteren die Rede (Warum?). Ergebnis: Außer in Düsseldorf habe es in den letzten Jahren nur in Berlin einen vorzeitigen Abbruch des Badebetriebs gegeben. Dabei muss es doch gar nicht erst zum Äußersten kommen, um von einer Besorgnis erregenden Entwicklung hinsichtlich gehäuften jugendlichen Fehlverhaltens auszugehen. Zudem: Mit welcher Begründung beschränkt sich „Monitor“ auf Freibäder in lediglich zwanzig Städten? Und warum kommen anderweitig dokumentierte Fälle von „Randale“ wie in Kehl (bei Straßburg), Nürnberg und München im Bericht mit keinem Wort vor?
Anders als der offenbar rot-grün ideologisierte WDR zeigen Berichte anderer ARD-Mitgliedsanstalten (z.B. SWR und BR) sehr wohl, dass es ernsthafte Probleme mit überwiegend migrantischen Jugendlichen gibt. Auch wenn die Rolle der Herkunft der Täter im BR-Beitrag durch Prof. Wolfgang Kaschuba relativiert wird, so erkennt man doch, dass die im Beitrag behandelten Verursacher der „Jugendstreiche“ durchweg nicht-deutsche Wurzeln haben dürften.

Abschließend resümiert Georg Restle, Programmleiter bei „Monitor“ wortwörtlich:

„Wann endlich lernen auch wir Journalisten abzuwarten, bis die Fakten auf dem Tisch liegen? Nicht alles zu glauben, was einem die Polizei erzählt? Und mal darüber nachzudenken, welche Auswirkungen eine solche Berichterstattung auf eine Gesellschaft hat, deren Debatten zum Thema Flüchtlinge sowieso schon völlig überhitzt sind.“

Erstens unterstellt er hier der Polizei pauschal, die Unwahrheit zu sagen (wobei wie erwähnt im Bericht nur ein einziger Polizist als Augenzeuge herangezogen wurde). Und zweitens beklagt Restle eine „Überhitzung“ der Debatte, die AUCH sein ideologisierter Scheuklappen-Gesinnungsjournalismus erst so richtig (und berechtigt!) zum Kochen bringt!
Man muss sich nicht gleich auf die Seite der AfD schlagen, die ja bekannt dafür ist, Fehlverhalten auf migrantischer Seite genüsslich hochzustilisieren (während rechtsextreme Morde wie an Walter Lübcke höchstens pflichtschuldig bedauert und tendenziell eher kleingeredet werden), aber auch im linksliberalen Spektrum existieren zahlreiche Anhänger einer undifferenzierten Pro-Migrationssicht, die erst einmal ihre Hausaufgaben erledigen sollten, bevor sie sich über „Populismus“ (natürlich nur den der anderen!) aufregen…

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