Archive for the ‘Grüne Gentechnik & Ökologismus-Religion’ Category

Die Leiden der jungen Greta. Über die bizarren Auswüchse des Klimaaktivismus

März 30, 2019

An die 20.000 Gläubige sollen es gewesen sein, die gestern anlässlich des Besuchs ihrer Prophetin nach Berlin gepilgert sind. Moment mal, werden Sie jetzt vielleicht einwenden: Ist denn schon wieder Kirchentag? Oder feiert Uriella putzmunter ihre leibhaftige Wiederauferstehung? Natürlich weder das eine noch das andere!

Denn bei der neuen „Uriella“ – wenn man so will – handelt es sich selbstverständlich um die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit nun schon über einem halben Jahr mit ihrem „Schulstreik für das Klima“ die weltweiten Fridays-For-Future-Proteste ins Rollen gebracht hat, um die Generation der Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft an deren Pflicht zur klimatischen „Weltrettung“ zu erinnern. `Ne Nummer kleiner geht halt nicht im Denken der frommen Öko-Empörialisten…
Und dass das so kindlich wirkende Mädchen in der Tat von vielen Anhängern eines öko-alternativen Lifestyles mit so etwas wie religiöser Inbrunst verehrt wird, hat nicht zuletzt Jan Fleischhauer in seiner Kolumne auf SPIEGEL online („Das erste Buch Greta“) eindrucksvoll belegt.
Was bei dem medialen Hype um die Klima-Ikone Greta dabei etwas ins Hintertreffen gelangte, war die Tatsache, dass sich die Prophetin zu einer zumindest zarten Öffnung gegenüber der zivilen Nutzung der Atomkraft als Waffe gegen die Erderwärmung ausgesprochen haben soll – was von Fleischhauer als einem der prominentesten Ketzer der Ökologismus-Religion natürlich der Bionade-Schickeria in obiger Kolumne genüsslich unter die Nase gerieben wird!
Einer Schickeria, die durch ihren häufig immer schrilleren Moralismus auffällt, jedoch nicht selten das Fahrrad predigt, selbst aber auf große Kreuzfahrt geht, wie jüngst über Ex-Umweltministerin Barbara Hendricks bekannt wurde.
Es ist schon eine bizarre Welt, die sich viele Klimaaktivisten mittlerweile da zusammengebastelt haben. Als Mittvierziger fühle ich mich unwillkürlich an die schrillen Töne im Zusammenhang mit dem Waldsterben und der Atomkatastrophe von Tschernobyl in den 1980er-Jahren erinnert. Wie oft hätte die Welt spätestens bis zum Jahr 2000 nicht untergehen sollen?
Jüngster Auswuchs dieser an Bizarrem wie gesagt nicht armen Bewegung stellt die Forderung der Gymnasiallehrerin Verena Brunschweiger dar: Fordert diese doch in ihrer kürzlich erschienenen Streitschrift „Kinderfrei statt kinderlos“ den Verzicht auf jedweden Nachwuchs zum Schutz des Weltklimas! Ganze 58,6 Tonnen Kohlendioxid spare demnach jeder Mensch pro Jahr an Emissionen ein, sofern er/sie alle Zeugungsplanungen für immer fahren lasse…
Ein derartig idiotischer, da menschenverachtender Blödsinn, dass selbst die linksliberale ZEIT – ansonsten selbstverständlich ganz vorne dabei beim Klimahype – es sich nicht verkneifen konnte, um die von Brunschweiger in die Welt gesetzte Mengenangabe in einem ganzseitigen Artikel als Legende zu entlarven. Denn die von Brunschweiger herangezogene Studie „The Climate Mitigation Gap“ verfahre laut ZEIT-Autor Gregor Walter-Drop unseriös, übernehme sie doch einfach die Klimwawirkung einzelner Verzichtsentscheidungen wie Flugreisen, Fleischkonsum etc. aus diversen Quellen mit voneinander abweichender Berechnungsmethodik und lege die Gesamtemissionen der untersuchten Länder auf jeden einzelnen Bewohner um. Wer also nach Belegen für ideologisierte Wissenschaft sucht, dürfte hier fündig geworden sein!
Und auch wenn es im allzeit hysterischen deutschen Diskursklima des „verkrampftesten Volks der Erde“ (Kramp-Karrenbauer über die Deutschen) kaum durchdringen dürfte: Wir sollten schleunigst zu einer von Rationalität geprägten Debatte zurückkehren (falls es die hier jemals gab):
Nüchterne Aktivisten wie der dänische Politologe und Statistiker Björn Lomborg haben bereits vor zwölf Jahren darauf hingewiesen, dass eine kühle Abwägung von Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels vonnöten sind, und selbstverständlich auch die Vorteile einer auf breite Bevölkerungsschichten der Länder des Südens ausgeweiteten Verbrennung fossiler Brennstoffe kein Tabu darstellen darf:

„In der Dritten Welt ist der Zugang zu fossilen Brennstoffen sogar von entscheidender Bedeutung. Rund 1,6 Milliarden Menschen haben keinen Anschluss an ein Stromnetz, was die Entwicklung der betroffenen Regionen erheblich behindert. Zweieinhalb Milliarden Menschen benutzen Biomasse in Form von Holz, Abfall und Dung als Energiequelle für das Kochen und Heizen. […] Diese Lebensweise ist auch eine Ursache für die massive Entwaldung […]. Rund 1,3 Millionen Menschen – zumeist Frauen und Kinder – sterben jährlich infolge der enormen Schadstoffbelastung in Wohnräumen. Eine Umstellung von Biomasse auf fossile Brennstoffe würde die Lebensqualität von 2,5 Milliarden Menschen erheblich verbessern; die jährlichen Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar würden von Nutzeffekten in der Größenordnung von rund 90 Milliarden Dollar bei Weitem übertreffen. Eine Welt ohne fossile Brennstoffe dagegen würde in den Insustrie- wie auch in den Entwicklungsländern zumindest kurz- oder mittelfristig mittelalterliche Zustände wiederherstellen.“
Quelle: Björn Lomborg: Cool it! Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten. München 2008, S. 186f.

Zurück zu den enthusiastischen Pilgern (pardon: „Followern“) der eingangs erwähnten Prophetin: Mit wie unterschiedlichen Wertmaßstäben im deutschen Erregungsjournalismus unserer Tage häufig operiert wird, macht ein kleines Gedankenexperiment deutlich: Angenommen, ein Redakteur würde einem jugendlichen „Fridays-For-Future“-Demonstranten vorhalten: „Wieso geht ihr eigentlich für das Klima auf die Straße? Man kommt doch trockenen Fußes durch die Innenstadt!“ Das allgemeine Kopfschütteln, ja der obligatorische mediale Shitstorm wäre vorprogrammiert. Nach dem selben Muster agierten jedoch viele Medienvertreter anlässlich der Ende 2014 aufkommenden PEGIDA-Proteste: „In Dresden gibt es doch kaum Ausländer/Muslime. Wozu also demonstrieren Sie hier?“
Es bleibt mit dem von jedweder Sympathie für rechtspopulistische Positionen abholden Medienwissenscftler Michsel Haller zu konstatieren:

„Die tagesaktuellen Medien sind dazu da, uns über das Geschehen ins Bild zu setzen. Nicht über die Vorurteile der Journalisten, sondern über das, was sich in der Welt ereignet hat, soweit es für uns, die Bürger dieser Gesellschaft, wissenswert ist. Das ist so trivial, dass ich mir blöd vorkomme, dies zu erwähnen.“
Quelle: Michael Haller: Fehler im System. In: CICERO 1/2018, S. 17

In der Hoffnung, dass sich die Erregungsschraube um den Klimawandel nicht noch bis zum letzten Denkbaren weiterdreht: dem Suizid einzelner Aktivisten aus Angst vor der „Klimapokalypse“. Ein bekannter Briefroman Goethes aus dem Jahr 1774 legt beredtes Zeugnis davon ab, wohin einen ein Übermaß an Gefühlsaufwallung in Kombination mit dem Zugang zu Waffen tragen kann…

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Deutsche Debattenkultur von Stickoxid vernebelt: Empörialistisches Drehen an der Ökoschraube feiert Hochkonjunktur

Dezember 30, 2018

Ich gebe es unumwunden zu: Ja, ich gehöre zu denjenigen, die man mit Fug und Recht als passionierte Radler bezeichnen kann. Bis auf den heutigen Tag bin ich mit meinen mittlerweile auch schon 44 Jahren noch nie im Besitz eines automobilen fahrbaren Untersatzes gewesen.

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Abgesehen von einem leider verunglückten mehrmonatigen Versuch mit einer Uralt-Vespa vor mehr als 20 Jahren hatte ich eben kein Bedürfnis nach Erwerb eines motorisierten Fortbewegungsmittels. Mehr noch: Beim Anblick eines protzigen SUVs („Möchtegernpanzer“) oder eines anderen PS-starken Gefährts überkommt mich der schiere Brechreiz ob der vermuteten saturierten Lebensweise des jeweiligen Fahrers!

Mit anderen Worten: Ich bin ein fundamentalistischer Öko, Vollblut-Grünen-Wähler und womöglich auch noch Greenpeace-Spender… könnte man meinen. Doch nichts von alldem trifft wirklich zu! Bereits während meines Studiums vor über zehn Jahren wurde mir durch die aufklärerischen Bücher des Autorengespanns Dirk Maxeiner und Michael Miersch sowie durch Walter Krämers und Gerald Mackenthuns „Die Panik Macher“ klar, wie hochgradig ideologisiert die Weltanschauung zahlloser Umweltbewegter (nicht nur) in diesem Land aussieht.

Und so habe ich es mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen, als sich nach „anschwellendem Bocksgesang“ im Zuge des sogenannten Diesel-Skandals und diverser per Gerichtsbeschluss anberaumter Dieselfahrverbote in mehreren deutschen Städten mit dem Lungenfacharzt Dieter Köhler eine Stimme der Vernunft erhob: Zumindest scheint es mir als Laie plausibel, wenn Köhler die entsprechenden Studien zur Stickoxidbelastung für mindestens einseitig interpretiert erklärt, da zahlreiche maßgebliche Einflussfaktoren auf die Lebensdauer der Anwohner belasteter Stadtviertel wie Tabak- und Alkoholkonsum sowie Bewegungsmangel nicht hinreichend berücksichtigt worden seien. (Ein längeres SWR-Interview mit Köhler findet sich übrigens hier.)

Ein Thema, dem sich neben anderen Prachtexemplaren aus dem Jutebeutel berufsökologistischen Irrsinns übrigens auch der Großmeister des politischen Kabaretts, Dieter Nuhr, in seinem aktuellen Jahresrückblick annimmt.
Aufklärung kann ja so wunderbar zwerchfellerschütternd wirken – wenn einem nicht das Lachen ob der realen Idiotie in Gesellschaft und Politik oft im Halse stecken bleiben würde…

In einen größeren Zusammenhang stellt das Debattenmagazin „Cicero“ die Thematik, wenn Wolfgang Bok dort die Attacken gegen die deutsche Automobilindustrie, die Stromkonzerne, Banken etc. mit ihren ökonomisch desaströsen Auswirkungen für das bundesdeutsche Wohlstandsniveau konfrontiert.

Der Autor schreibt vermutlich wohl vergeblich gegen das hierzulande schon länger zu beobachtende „Überdrehen der Ökoschraube“ an – man denke an die jahrelangen Hetzkampagnen gegen die zivile Nutzung der Kernenergie oder die Pflanzengentechnik.

Und auch für emanzipatorische Kritiker eines politischen Islams sowie der real existierenden Migrationspolitk (die häufig völlig naiv auf zur religiösen Intoleranz indoktrinierte Muslime reagiert) lässt 2019 wohl keine wirkliche Hoffnung grünen. Spricht doch vieles dafür, dass das inflationäre, da völlig undifferenzierte In-die-rechte-Ecke-Stellen als neuer Volkssport seine unrühmliche Fortsetzung finden dürfte…

Glyphosat: Ökologisch-industrieller Weltrettungskomplex in Hochform

November 29, 2017

Dieser Tage fühle ich mich einmal mehr wie in der berühmten Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“:

Oekokokken_Oekologismus_Ideologie
Da wagt es doch tatsächlich ein Minister (und auch noch von der CSU!), dem wissenschaftlichen Mainstream zu folgen und dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat seinen EU-weiten Segen zu geben – ohne Absprache mit der Hohepriesterin der Öko-Apokalypse, der heiligen Barbara). Schon bricht ein empörialistischer Shitstorm erster Güte über ihn herein, der zu trotzigen Gegenreaktionen bar jeder Fachkenntnis à la Martin Schulz oder Toni Hofreiter führt – nach dem Motto: „Jetzt erst recht! Dann machen wir eben hierzulande den Landwirten das herbizidale Leben so schwer wie möglich!“ bzw. „Weg mit (Minister) Schmidt!“

Wer sich dagegen auch nur oberflächlich in die Glyphosat-Thematik eingelesen hat (OK, vielleicht nicht unbedingt auf den Websites der öko-fundamentalistischen GRÜNEN und anderen üblichen Verdächtigen des „ökologisch-industriellen Weltrettungskomplexes“ (Dirk Maxeiner)), der kann sich nur an den Kopf greifen, angesichts der massiven politischen Wellen, die die Debatte um dieses Pflanzenschutzmittel derzeit schlägt.

Meine Zeit ist mir wirklich zu schade, daher lasse ich einfach weitgehend unkommentiert nachfolgende Stimmen der Vernunft für sich sprechen – Stimmen von Menschen, die allem Anschein nach etwas davon verstehen, worüber sie schreiben und nicht ressentimentbehaftet irgendeinem Nullrisiko-Beißreflex folgen.
(Anmerkung: Ein Gutteil der emotionalen Energie, mit der die Ökologismus-Religioten über Glyphosat herfallen, dürfte darin bestehen, dass es im Zuge herbizidtoleranter Pflanzengentechnik-Anwendungen („Round Up“ aus dem Hause Monsanto) weltweite Berühmtheit erlangt hat.)

Wer meine Blogeinträge regelmäßig liest, wird sich möglicherweise auch erinnern, dass ich bereits vor über zwei Jahren ein wenig über meine Zeit bei den Öko-Fundamentalisten von Greenpeace und meiner Beschäftigung mit der von ihnen seit Anfang der 2000er Jahre sturmreif geschossenen Pflanzengentechnik berichtet habe.

Und hier ein unvollständiger Einblick in fachlich versierte Beiträge; wohlwissend, dass die Möchtegern-Ökomessiasse in Deutschland eine beinahe unangefochtene Deutungshoheit über Medien und Politik an sich gerissen haben, dass ich mir die Mühe eigentlich sparen könnte:

Uli Kulkes Blog „Donner und Doria“

Dirk Maxeiner in der „Achse der Guten“

Nils Wischmeyer in der „ZEIT“

Pressemitteilung der Skeptiker-Organisation GWUP

Susanne Günther für „NovoArgumente“

Abschließend ein Link zu einem älteren Beitrag aus dem Jahr 2004 über die hinsichtlich der Malaria-Bekämpfung fatalen Folgen des totalen DDT-Verbots – erschreckende Parallelen zum aktuellen Glyphosat-Bashing:

Dirk Maxeiner und Michael Miersch in der WELT

„Unser täglich Bio gib uns heute!“ – Ökologismus als Religionsersatz

Juli 23, 2015

Endlich komme ich dazu, mich einem Thema zu widmen, das mir schon lange am Herzen liegt und seit meinem Engagement bei der Bremer Ortsgruppe der Umweltorganisation Greenpeace (2001 – 2005) darauf drängt, nach außen getragen zu werden.
Ich widmete mich also als (nicht mehr ganz so junger) Student von Ende zwanzig mit dem Schutz unserer Umwelt einer Aufgabe, die für mich – seitdem ich nicht mehr aktiv in der Neuapostolischen Kirche tätig war – zunehmend an persönlicher Relevanz gewonnen hatte:

karikatur Ausgelöst durch meine Abscheu gegenüber den französischen Atombombentests vor dem Pazifikatoll Moruroa 1995 war ich zunächst Fördermitglied, sechs Jahre später dann aktives Mitglied geworden. Nein, ich habe nicht Kopf und Kragen in waghalsigen Schlauchboot- oder Kletteraktionen riskiert, dafür hätte es selbstverständlich eines eingehenden Trainings bedurft, auf das ich nicht sehr erpicht war. Dennoch war mir sehr daran gelegen, als „stinknormaler“ kleiner Greenpeacer die Belange der „Regenbogenkrieger“ anlässlich von Infoständen, Messen und ähnlichen Aktionen zu vertreten.
Ein für mich damals neues Thema stellte die sog. Grüne Gentechnik dar, also der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen zum Zwecke der Herbizidtoleranz („RoundupReady“-Soja) oder der Abwehr von Fraßfeinden per gentechnisch eingeschleustem pflanzeneigenem Insektizid (hauptsächlich in Mais als sog. Bt-Mais).
Wie zu allen weiteren Umweltthemen hatte Greenpeace auch hier eine klare Position: Nein, nein und nochmals nein! Die Grüne Gentechnik führe nur zur Ausbildung von Superunkräutern, Antibiotika-Resistenzen und möglicherweise noch viel schlimmeren Folgen, wer wusste das schon so genau? An einen Beitrag im Kampf gegen den Welthunger durfte nicht einmal im Traum gedacht werden! Der gentechnisch veränderte sog. Goldene Reis (bis heute von fanatischen „Umwelt“-Organisationen immer wieder im Anbau verzögert!) hatte als Trojanisches Pferd der bösen Agrarindustrie verteufelt zu werden! War doch die Technik eine sog. „Risikotechnologie“ und von daher viel zu unerforscht, ergo zum Einsatz im Rahmen menschlicher Lebensmittelerzeugung rundum abzulehnen!

Doch neugierig wie ich nun einmal war (und heute noch bin), waren mir die Greenpeace-Verlautbarungen zum Thema nicht genug, so dass ich mich im Internet und vor allem mittels der Zeitschrift „NOVO“ (heute: „NovoArgumente“), die ich damals gerade kennengelernt hatte, eingehender mit dem Thema zu beschäftigen begann.
Und oh Wunder: Es offenbarte sich mir eine gänzlich andere Sichtweise auf die Grüne Gentechnik! So erfuhr ich z.B., dass gentechnisch veränderter Mais sehr viel seltener Schimmelpilzgifte ausbildete als herkömmlicher oder dass der Goldene Reis durch weitere Forschung deutlich mehr Beta Carotin enthalten würde als der Prototyp und zudem Kleinbauern in den Entwicklungsländern kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte.

Vor allem aber lernte ich, mir ein differenziertes Urteil zu bilden, anstatt kritiklos die von Greenpeace vorgegebenen Parolen nachzuplappern. Mochte es durchaus bedenkliche Praktiken z.B. durch den Gentechnik-Multi Monsanto geben, so war dies doch lange kein Grund dafür, die komplette Technik in Bausch und Bogen zu bekämpfen – zumal in einigen Entwicklungsländern staatliche Forschungsprogramme z.B. an Vitamin-A-angereicherte Kochbananen (Uganda) durchgeführt wurden.
Von wiederholten Pro-Gentechnik-Stellungnahmen seitens namhafter wissenschaftlicher Organisation ganz zu schweigen!

Je länger ich mich mit der Thematik auseinandersetzte, umso deutlicher wurde mir, dass es Greenpeace (und leider auch zahllosen weiteren vermeintlich im Dienste der Umwelt agierenden Gruppen) nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um reine Angsterzeugung ging! Dass letzten Endes Teile der Öko-Szene munter dabei waren, einer Art Religionsersatz zu huldigen, in dem es nur Gut und Böse, Schwarz und Weiß, „heilige“ Biolandwirtschaft und „teuflische“ Gentechnik geben durfte – als Fundamentalismusgeschädigter hatte ich wohl einen siebten Sinn für so etwas!

Heute, zehn Jahre nach meinem dementsprechend nur konsequenten Abschied von Greenpeace bin ich mir noch mehr bewusst, welche Ausmaße diese selbstgefällige und gegenüber den Menschen in der Dritten Welt paternalistische Abwehrhaltung angenommen hat, betrifft sie doch bei Weitem nicht allein die Grüne Gentechnik, sondern bspw. auch die Total-Opposition gegenüber der Chemikalie DDT (die früher in der Landwirtschaft massenhaft versprüht wurde, jedoch maßvoll eingesetzt ein Segen gegen die Anophelesmücke, Überträgerin der Malaria, sein kann) oder die simplifizierende Unterteilung in „gute“ regenerative (Sonne, Wind, Wasser, Biogas etc.) und „böse“ fossile Energien (Kohle, Atom).
Wer sich einen ersten Überblick über Ökologismus (im Unterschied zur wissenschaftlichen Disziplin Ökologie) verschaffen möchte, dem seien folgende Lektüren empfohlen:
Alexander Neubacher: Ökofimmel – Wie wir versuchen die Welt zu retten – und was wir damit anrichten

Dirk Maxeiner / Michael Miersch: Alles grün und gut? Eine Bilanz des ökologischen Denkens

Juni 12, 2014

Der Mythos der indischen gv-Baumwollbauern-Suizide

Genfraß für die Dritte Welt!

Juli 2, 2009


Informationen gegen das Meinungsmonopol der Panikmacher!

Was Sie schon immer über Grüne Gentechnik wissen wollten, aber bei Greenpeace und den Grünen nie erfahren würden…

Witzenhäuser Weltrevolution

April 18, 2008

Wenn es um Gentechnologie in der Pflanzenzucht geht, brennen bei nicht wenigen Zeitgenossen dank jahrelanger medialer  Angstpropaganda  Investigativberichterstattung regelmäßig die Sicherungen durch. Nicht anders ist es zu erklären, dass die sogenannten „Ökoaktivisten“, die derzeit durch vielbeachtete Besetzungsaktionen von Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen auf sich aufmerksam machen, sich auch noch regen Zuspruchs von Seiten zahlreicher aufgehetzter  aufgeklärter Mitbürgerinnen und Mitbürger erfreuen.

Der Leiter des betroffenen gv-Mais-Versuchsanbaus von Oberboihingen (bei Stuttgart), Prof. Dr. Andreas Schier, sah sich u.a. durch persönliche Drohungen und mangelnder Rückendeckung seitens der Leitung der verantwortlichen FH Nürtingen-Geislingen gezwungen, den Abbruch der Versuche hinzunehmen.

Währenddessen bleibt der Ausgang der Besetzungsaktionen von Gießen (gv-Gerste, dieses Jahr allerdings nicht ausgesät) und Northeim (herbizidresistente gv-Zuckerrüben) weiter offen. Mit einem Nachgeben der „spätpubertierenden Autisten“ ist freilich nicht zu rechnen, wie die Erfahrung jahrzehntelanger Anti-AKW-Proteste lehrt.

Und während Jahr für Jahr hierzulande an die 5000 Menschen dem automobilen Wahnsinn geopfert werden, ohne dass auch nur ein anarcho-syndikalistischer Berufsstudent auf die Idee käme, seinen Broterwerb mit dem Verkauf von „Autos: Nein danke!“-Buttons zu verdienen, wächst die Anbaufläche gentechnisch veränderter Saaten ungebrochen auf aktuell 114 Millionen Hektar.

Um an dieser Stelle ein wenig Schärfe aus der emotionalen Debatte zu nehmen, sei hier gesagt: In zumindest einem Punkt haben die fundamentalen Gegner gentechnologischer Pflanzenzucht völlig recht: Der Löwenanteil dieser Saaten (gv-Soja und -Mais) kommt mitnichten den Hungernden dieser Welt zugute, sondern einzig und allein den Fleischkonsumenten der reichen Industrie- und Schwellenländer mit ihrem immensen Viehfutterbedarf. Warum daraus jedoch ein Strick gegen die Gentechnik an sich gedreht wird und nicht gegen den Fleischgenuss, bleibt nun wirklich schleierhaft! Kommt wohl nicht so gut an beim potentiellen Spender auf der Straße…

Doch zurück zu unseren Gentechnik-Guerilleros: Was immer mal wieder ins Auge fällt, ist ihre ideologische Nähe zu Vertretern der Fakultät für Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel-Witzenhausen. Über diesen illustren Zirkel, insbesondere deren biologisch-dynamische Fraktion, wusste das „NOVO-Magazin“ bereits vor knapp zwei Jahren zu berichten:  

„Es ist lohnenswert, sich mit der esoterischen Lehre Steiners (der Anthroposophie) näher zu befassen […] Doch auch ohne tiefschürfende Kenntnis dieser wissenschaftsfeindlichen Ideologie kann man sich nur verwundert die Augen reiben, wenn man sich die Witzenhausener ‚Forschungsprojekte‘ anschaut. So behandelt eines die ‚Mondrhythmen im Pflanzenwachstum‘, ein anderes ‚die pflanzenbauliche Wirksamkeit von Baldrianextrakt‘. Ingesamt soll ‚die innere Qualität von biologisch-dynamischen Lebensmitteln durch die Forschung besser verstanden und weiter verbessert werden‘. Eine Doktorandin des Fachgebietes beschäftigt sich zu diesem Zweck mit ‚Bildekräfteforschung (auch Lebens- oder Ätherkräfte genannt) mit übersinnlichen Methoden nach Dorian Schmidt‘. Über Schmidt, einen Anhänger der Steinerschen Lehre, erfährt man in einem Essay zum Thema ‚Biogas‘ in einer anthroposophischen Hauspostille (Lebendige Erde, 4/06), er habe ‚mit übersinnlichen Erkenntnismethoden‘ gezeigt, ‚dass die astralischen Kräfte des Rindermistes bei der Vergärung aus dem Mist herausgetrieben werden‘. Zur ‚biologisch-dynamischen Landwirtschaft‘ nach Steiner zählt auch das Vergraben von Kuhhörnern mit Dünger im Acker – bei Vollmond versteht sich.“
 

Ein Blick auf die Aktivitäten der wackeren Northeimer Streiter wider die wildgewordene turbo-kapitalistische Saatgutindustrie – vertreten durch die Kleinwanzlebener Saatzucht (KWS) – verrät auch diesmal das Involviertsein einer Witzenhäuser Geistesgröße:
Prof. Stefan Seuring und dessen angekündigter Beitrag zum schönen Thema „Nachhaltigkeit“:

Und weil gemäß eines ungeschriebenen Gesetzes der Öko-Ideologen Umweltschützer neue Züchtungstechniken fast immer pfui, alte Pflanzensorten aber – klaro – voll gut sind, fordern unsere Northeimer Nerds die KWS auf, ihre Gentechnik-Forschung einzustellen und ihr gewiss vorhandenes Potential zur Erforschung und Erhaltung alter und angepasster Nutzpflanzensorten einzusetzen.“

Und als hätte die böse Springer-Presse einen ihrer gefürchteten Schmierfinken umgehend zu einer Retourkutsche aufgefordert, lesen wir bezüglich des aktuellen Preisanstiegs bei Grundnahrungsmitteln in vielen südlichen Ländern ebendort:

„Die schweren Überschwemmungen in Bangladesch im vergangenen November haben gezeigt, wie wichtig die Entwicklung neuer Reissorten ist. Damals standen die Reisfelder tagelang völlig unter Wasser. Die Reispflanzen versuchen dann, durch schnelles Wachstum aus dem Wasser herauszukommen – und verbrauchen dabei ihre gesamten Energiereserven. Nach drei bis vier Tagen sterben die Pflanzen ab: Die Ernte ist verloren. Es gibt aber überflutungsresistente Reissorten. Sie stellen bei Überschwemmung ihr Wachstum ein und können so bis zu zwei Wochen völlig unter Wasser stehen. Den IRRI-Forschern ist es nun gelungen, die Gene für diese besondere Fähigkeit zu identifizieren. „Dabei kam uns zur Hilfe, dass inzwischen das Genom der Reispflanze entschlüsselt wurde“, sagt Heuer. Mit gentechnischen Methoden wurden die Gene im Erbgut identifiziert, mit konventionellen Züchtungsmethoden werden sie nun in verschiedene Reissorten eingekreuzt. Deren Eigenschaften bleiben dabei unverändert.“

Aber wie sagte Marie Antoinette dereinst so treffend: „Die Menschen haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!“ In diesem Sinne, liebe Öko-Imperialisten Weltretter von Oberboihingen, Gießen, Northeim und sonstwoher: Kämpft nur munter weiter gegen die finstere Gentechnik-Mafia, auch euer holzschnittartiges Schwarz-Weiß-Weltbild wird eines schönen Tages auf dem Müllhaufen menschenverachtender Ideologien landen!