Alle reden von Nazis auf (ost-)deutschen Straßen, keiner von denen im Schloss Bellevue!

Langsam klingt der mediale Empörialismus um die Vorgänge in Chemnitz und Köthen ab – Zeit, ein wenig Licht in die Nebelschwaden bundesdeutscher Diskurstabus zu bringen:

Anstatt sich in Detaildiskussionen darüber zu verlieren, ob in Chemnitz anlässlich einer AUCH von Rechtsradikalen besuchten Demo von einer „Hetzjagd“ auf Migranten gesprochen werden müsse, gilt es, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren:
Ja, insbesondere der Osten Deutschlands hat ein gravierendes Problem mit Menschenverachtung / Rassismus. Ja, neben Thüringen gilt auch Sachsen als rechtsextreme Hochburg.
Diese offensichtliche Binsenweisheit darf, ja muss in aller Offenheit ausgesprochen und skandalisiert werden. Und natürlich handelt es sich deshalb bei der Mehrheit der dortigen Bewohner nicht um Rassisten! Dass diese Tatsache immer wieder extra betont werden muss, zeigt einmal mehr, auf welch erbärmliches Niveau sich der bundesdeutsche politische Diskurs stellenweise sofort begibt, wenn es um tatsächliche oder vermeintliche Nazis geht: Es wird hyperventiliert, was das Zeug hält, wenn genaue Differenzierung vonnöten wäre!
Umso wohltuender ist es da, einmal einen im wahrsten Wortsinn coolen Kommentar lesen zu können: René Zeyer schreibt in der Online-Ausgabe der Basler Zeitung:


„Der Spiegel weiss es mal wieder ganz genau: ‚Wer die AfD wählt, wählt Nazis.‘ Die ansonsten zurückhaltende Frankfurter Allgemeine Zeitung beobachtet einen ‚Lynchmob‘, die Süddeutsche Zeitung sieht die Lage in Chemnitz ‚ausser Kontrolle‘, hier gehe es um einen ‚Kampf um Herzen und Köpfe‘, und die Ereignisse im ­ehemaligen Karl-Marx-Stadt sind bereits im Abklingbecken der deutschen Talkshows unterwegs.
Wie immer liegt ein Hauch von Weimar in der Luft, herrscht Pogromstimmung, erinnern sich viele Kommentatoren an 1933, kurz vor der Machtergreifung Hitlers, als wären sie dabeigewesen.“

Und während sich gefühlt halb Deutschland darüber die Köpfe einschlägt, ob der Chef des Inlandsgeheimdienstes ob seiner umstrittenen Äußerungen zum Chemnitzer Geschehen zurücktreten solle, gerät eine deutlich wichtigere Frage beinahe völlig aus dem Blick:
Was ist eigentlich von einem Staatsoberhaupt zu halten, das hochrangige Vertreter einer schiitisch-islamistischen Organisation zu sich ins noble Schloss Bellevue einlädt und ihnen somit von Staatsseite höchste Weihen angedeihen lässt? So geschehen Ende April dieses Jahres. Kein geringerer als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ließ es sich nicht neben, führende Köpfe des Dachverbands schiitischer Gemeinden Deutschlands (IGS) zum Gespräch zu bitten, was diese natürlich dankend annahmen.
Eines ihrer Vorstandsmitglieder ist der Wiesbadener Unternehmensberater und SPD-Politiker Dawood Nazirizadeh, über dessen Verbindungen zum schiitisch-iranischen Umfeld des klerikalfaschistischen Mullah-Regimes der iranische Oppositionelle Kazem Moussavi berichtet.
Auch das RBB-Politikmagazin „Kontraste“ nahm sich der Causa IGS im Zusammenhang mit dem antisemitischen Al Quds-Marsch im Juni in Berlin an.
Besonders pikant: Bundespräsident Steinmeier kam nicht nur auf die glorreiche Idee, als Gastgeber der IGS-Delegation zu fungieren, sondern rührte auch Anfang September kräftig die Werbetrommel für das medial ohnehin tausendfach beworbene „Wir sind mehr!“-Konzert von Chemnitz. Ein Konzert, bei dem auch die linksradikale Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ auftrat – eine verbalradikale Idiotentruppe, die sich nicht entblödet, offen Gewalt gegen Polizeibeamte zu propagieren: „Die nächste Bullenwache ist nur ein (sic!) Steinwurf entfernt“ heißt es da z.B. in ihrem Song „Wut“.

Informationen zu Parteiausschluss-Diskussionen gegen die sauberen Herren Nazirizadeh oder gar Steinmeier liegen mir bis heute nicht vor!

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