Flüchtlinge: Europas Verbrechen des „Aus den Augen, aus dem Sinn“

Nein, ich vertrete kein naives „Offene Grenzen für alle!“, bin mir der Gefahr zunehmender islamistischer Prägung muslimischer Communitys in Deutschland auch in Folge der enormen Zahl aufgenommener Geflüchteter hierzulande seit einigen Jahren sehr wohl bewusst. Und dennoch: Die Art von Flüchtlingspolitik, welche die Europäische Union, die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2012, derzeit betreibt, lässt selbst in mir an sich rational denkendem Menschen nichts als maßlose Wut hochkochen:

Völlig zurecht spricht Georg Restle vom Westdeutschen Rundfunk in seinem Kommentar zum Pariser „Flüchtlingsgipfel“ von einer „Schande für dieses Land“, fordert Hilfe für die betroffenen Menschen in den Ländern des Südens statt Unterstützung libyscher Terror-Milizen mit ihren KZ-artigen Flüchtlingslagern und den geplanten Waffenlieferungen an Despoten-Regime wie dem Tschad.

Und auch der Entwicklungsökonom Alexander Betts und der Migrationsforscher Paul Collier plädieren in ihrem gemeinsamen Werk „Gestrandet. Warum unsere Flüchtlingspolitik allen schadet – und was jetzt zu tun ist“ für eine 180-Grad-Wende:
Statt die Betroffenen in menschenunwürdigen „Silos“ ohne berufliche Tätigkeit vor sich hin vegetieren zu lassen, engagieren sich beide Autoren dafür, den Geflüchteten ein möglichst hohes Maß an Eigenständigkeit zu ermöglichen – und verweisen ausgerechnet auf das bettelarme Uganda als Positivbeispiel im Umgang mit dessen aufgenommenen somalischen, kongolesischen und anderen Flüchtlingen. Diese seien gezielt in strukturschwachen Regionen angesiedelt und zur beruflichen Autonomie (Gründung kleiner Geschäfte etc.) ermutigt worden.
Für Jordanien mit seinen über 600.000 aufgenommenen Syrern versprechen sich Betts und Collier Abhilfe durch die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen, welche speziell den Geflüchteten ökonomisch auf die Beine helfen sollen.

Auch wenn ich das Buch bis jetzt noch nicht gelesen habe, so scheinen mir hier doch vielversprechende Ansätze aufgeworfen zu werden – allemal besser als die herzlose Vorverlagerung der europäischen Außengrenzen nach Nordafrika. Shame on you, Bundesregierung – shame on you, EU!

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