„Alternativen Fakten“ die rote Karte gezeigt! Reflexionen zum March for Science Frankfurt

Was bleibt vom heutigen March for Science, von dem ich soeben nach Hause zurückgekehrt bin? Da wäre zum einen das schöne Gefühl, mit ca. 1500 – 2000 gleichgesinnten Menschen durch Frankfurt gezogen zu sein – wie weltweit viele weitere Zigtausend andere auch.

Für die Freiheit der Wissenschaft und gegen die unsäglichen Versuche der Trumps, Orbáns, Erdogans & Co. aufzustehen, welche bloße Meinungen (bis hin zur puren Hetze) als Wissenschaft zu verkaufen versuchen (leider mit nicht gerade geringem Erfolg). Und ganz nebenbei habe ich dabei sogar einen supercoolen Reggae-Song kennengelernt, der mich die nächsten Tage begleiten wird…

Doch leider bleibt auch eine große Enttäuschung in mir zurück: Enttäuschung darüber, dass niemand (jedenfalls in nennenswertem Umfang) bereits in den letzten ca. 15 Jahren zu so einem beeindruckenden Event mobilisiert hat. 15 Jahre, in denen die Feinde der Wissenschaft nahezu ungehemmt ihren verquasten Dünnpfiff in die Welt posaunen und zum Gutteil in der Mitte der Gesellschaft verankern konnten – in einigen Fällen wohlgemerkt bis in die Vorlesungssäle deutscher Hochschulen: Angefangen von der Homöopathie über die sog. Quantenheilung, pseudo-alternative Impfgegner bis hin zur plumpesten Hetze gegen die komplette Pflanzengentechnik – mit katastrophalen Folgen für durch Vitamin-A-Mangel betroffene Kinder in der sog. „Dritten Welt“.

Wo wart ihr in all diesen Jahren, liebe Freunde der Wissenschaft, liebe DFG, Leopoldina, GWUP & Co., als es galt, esoterischen und anti-aufklärerischen Quacksalbern und Fundamentalisten à la Greenpeace und Rudolf-Steiner-Jüngern die rote Karte zu zeigen? Heute ist die Pflanzengentechnik in Deutschland de facto tot! Hinausgeekelt von eben jenen Idioten, die mit ihrer Desinformation maßgeblich dazu beigetragen haben, dass hierzulande aktive (und Freilandversuche tätigende) Forscher größtenteils in die USA vergrault wurden?

Und wenn nur 10 % derjenigen, die heute gegen den AfD-Bundesparteitag in Köln (prinzipiell natürlich völlig zu Recht!) in einem Habitus auf die Straße gegangen sind, als gelte es, die unmittelbar bevorstehende Machtergreifung eines deutschnationalen Enddarmprodukts vom Schlage eines Bernd Höcke zu verhindern – wenn also nur jeder Zehnte von ihnen zumindest hin und wieder sein politisches Engagement in Richtung Wissenschaftsfeinde (oder auch kreidefressende Wolf-im-Schafspelz-Islamisten) lenken würde, wäre dies ein echter Dienst an Demokratie und Aufklärung! Aber von solchen Zuständen dürften wir in der Toleranz-für-alles-außer-für-politisch-Rechte-Republik Deutschland noch meilenweit entfernt sein!

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