Donald, die Braut des Herrn und die Dämonen – Schlaglichter auf das konservative Christentum

Wer als säkular-liberal gesinnter Zeitgenosse (wie meine Wenigkeit) zum Jahresende ein wenig den Blick schweifen lässt und sich Gedanken zur weltweiten Lage des konservativ-„bibeltreuen“ Christentums macht, wird unter Umständen ein gemischtes Fazit für das abgelaufene Jahr 2016 ziehen:

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Übel aufstoßen musste Anfang November auf jeden Fall die Erkenntnis, dass der rassistisch-sexistische zukünftige Mr. President of the United States Donald „Dumpfbacke“ Trump bei den evangelikalen (weißen) Amerikanern trotz hier und da vorhandener Vorbehalte auf breite Zustimmung stieß: Schließlich votierten 81% dieser für die Republikaner so wichtigen Zielgruppe für den New Yorker Immobilienmogul, lediglich 16% zeigten Sympathien für dessen demokratische Kontrahentin Hillary Clinton – ein weiteres Indiz für meine im letzten Beitrag vertretene These der potentiellen Kompatibilität konservativ-christlicher Einstellungen mit rechtspopulistischen Ansichten.

Anlass zu (leichter) Hoffnung geben dagegen diejenigen Berichte, denen zufolge der Anteil dieser endzeit-, dämonen- und höllengläubigen Protestanten sowohl in den USA als auch in Deutschland mittel- bis langfristig abnimmt. (Für die Situation hierzulande beziehe ich mich auf: Hansjörg Hemminger: Evangelikal. Von Gotteskindern und Rechthabern. Gießen 2016, S. 25f.
Die dort genannten Zahlen von 1 – 1,5 Mio. deutschen Evangelikalen werden dahingehend kommentiert, dass die Szene entgegen anderslautenden Vermutungen nicht zulasten der schrumpfenden liberalen Landeskirchen zunehme, sondern bestenfalls stagniere, wobei die Tendenz wie oben erwähnt on the long run rückläufig sei.)

Schließlich macht auch die Neuapostolische Kirche (NAK) keine Ausnahme von diesem allgemeinen Abwärtstrend: Laut dem ehemals neuapostolischen Kirchenkritiker Detlef Streich kommt die „Kirche Jesu Christi“ (oder derjenige Teil der weltweiten Christenheit, in dem die Kirche Jesu am deutlichsten offenbart wird, wie das aktuelle neuapostolische Selbstverständnis Stand 30.12.2016 verlautet) wohl nur auf ca. 8,8 Mio. Mitglieder (und nicht auf über 10 Mio., wie jahrelang behauptet), bei mutmaßlich mageren 2 Mio. tatsächlich regelmäßig aktiven Kirchgängern.

Bleibt mir zuguterletzt noch ein kurzer Blick auf die Römisch-katholische Kirche: Hier musste ich Anfang Dezember erschreckt zur Kenntnis nehmen, dass deren polnische Filiale nun wirklich als Fachbetrieb für weltanschaulichen Schwachsinn und Intoleranz bezeichnet werden muss, findet dort doch alldieweil eine kaum für möglich gehaltene Renaissance des Exorzismus, d.h. der sog. Teufelsaustreibung statt, wie der MDR in einer Dokumentation belegt.

Und so beschleicht mich auch jetzt nicht zum ersten (und sicher auch nicht letzten) Mal ein unheimliches Gefühl im Bewusstsein all des religiösen, aber auch politischen Ozeans an Bullshit, der um mich her in Nah und Fern munter vor sich hin- und her wogt! Eigentlich ein Riesenwunder, dass es (zumindest hier in Mittel-/Westeuropa) breiten Teilen der Bevölkerung innerhalb der letzten 250 Jahre, angestoßen durch die Epoche der weltanschaulichen Aufklärung, gelungen ist, diese infantile Stufe der Weltwahrnehmung wenn nicht gänzlich zu überwinden, so doch zumindest großteils einzuhegen und zu zähmen!
Wer heute Anders- oder Nichtgläubige als „ungläubige Gottlose“ diffamiert, muss sich i.d. Regel eines instinktiv anhebenden Protests religiöser wie nicht-religiöser Menschen erwehren. Dass die „Heiligen Schriften“ der Religionen durchaus (und sogar viel eher) Grundlage übelster Ausgrenzung bis hin zu regelrechter Hexenjagd sein können, sollte in diesem Blog in vielen Beiträgen deutlich geworden sein!
Bekämpfen wir gemeinsam auch 2017 mithilfe der besseren Argumente diesen Ozean aus weltanschaulicher Verblödung und Intoleranz – ob evangelischer, katholischer Christ, Jude, Muslim, Jeside, Bahai, Hindu, Buddhist, Sonstwas-Gläubiger, Agnostiker oder Atheist – es ist dringender denn je!

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